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Die his­to­ri­schen Feh­ler der Ara­ber in ih­ren In­ter­ak­tio­nen mit Is­ra­el

Fred Ma­roun, 10.7.2016, Gatestone In­sti­tu­te


  • Wir Ara­ber ha­ben die Be­zie­hun­gen mit Is­ra­el ka­ta­stro­phal ge­ma­nagt, aber das Schlimms­te ist die lau­fen­de Si­tua­ti­on der Pa­läs­ti­nen­ser. Un­ser größ­ter Feh­ler war, den Tei­lungs­plan der UNO von 1947 nicht zu ak­zep­tie­ren.
  • Viel­leicht soll­te man nicht Krie­ge be­gin­nen, wenn man nicht vor­be­rei­tet ist auf das mög­li­che Er­geb­nis, sie zu ver­lie­ren.
  • Es sind nicht die Ju­den, die Ara­ber in La­gern hal­ten, son­dern wir.
  • Jor­da­ni­en hat ei­ni­ge Flücht­lin­ge in­te­griert, aber längst nicht al­le. Wir hät­ten be­wei­sen kön­nen, dass wir Ara­ber ein gro­ßes und ed­les Volk sind, doch statt­des­sen ha­ben wir der Welt vor­ge­führt, wie wir es auch wei­ter­hin tun, dass un­ser Hass ge­gen­ein­an­der und ge­gen­über den Ju­den weit grö­ßer ist als je­des Kon­zept der an­geb­li­chen ara­bi­schen So­li­da­ri­tät.

Dies ist der ers­te Teil ei­ner zwei­tei­li­gen Se­rie. Der zwei­te Teil wird un­ter­su­chen, was wir Ara­ber heu­te an­ders ma­chen kön­nen.

Im Mai 1948 hat Az­zam Pa­scha (rechts), der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ara­bi­schen Li­ga, in Be­zug auf den vor­ge­schla­ge­nen neu­en jü­di­schen Teil des Tei­lungs­plans, ge­sagt: dass „dies ein Ver­nich­tungs­krieg sein wird, ein be­deut­sa­mes Mas­sa­ker, von dem ge­spro­chen wer­den wird wie von den mon­go­li­schen Mas­sa­kern und den Kreuz­zü­gen.”

Im ge­gen­wär­ti­gen Stand der Be­zie­hun­gen zwi­schen der ara­bi­schen Welt und Is­ra­el se­hen wir ei­nen Fli­cken­tep­pich von Feind­se­lig­keit, an­ge­spann­ter Ru­he, ei­ne be­grenz­te Zu­sam­men­ar­beit, Ru­he und Ge­walt. Wir Ara­ber ha­ben die Be­zie­hung mit Is­ra­el ka­ta­stro­phal ge­ma­nagt, aber das Schlimms­te ist die lau­fen­de Si­tua­ti­on der Pa­läs­ti­nen­ser.

Der ur­sprüng­li­che Feh­ler

Un­ser ers­ter Feh­ler dau­er­te Jahr­hun­der­te, und trat auch deut­lich vor Is­ra­els Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung im Mai 1948 auf. Er be­stand dar­in, nicht die Ju­den als gleich­wer­tig an­zu­er­ken­nen.

Wie von ei­nem füh­ren­den ame­ri­ka­ni­schen Ge­lehr­ten der jü­di­schen Ge­schich­te in der mus­li­mi­schen Welt, Mark R. Co­hen, do­ku­men­tiert, teil­ten wäh­rend die­ser Zeit „Ju­den den Sta­tus von Dhim­mis [Nicht-​Muslime, die Schutz­geld zah­len und se­pa­ra­te, ent­wür­di­gen­de Ge­set­ze be­fol­gen müs­sen, um in mus­li­misch kon­trol­lier­ten Ge­bie­ten ge­dul­det zu wer­den] mit an­de­ren Nicht-​Muslimen … Neue Got­tes­häu­ser durf­ten nicht ge­baut und al­te konn­ten nicht re­pa­riert wer­den. Sie muss­ten sich de­mü­tig be­neh­men in Ge­gen­wart von Mus­li­men. In ih­rer lit­ur­gi­schen Pra­xis hat­ten sie den Vor­rang des Is­lam zu eh­ren. Sie wur­den wei­ter auf­ge­for­dert, sich von den Mus­li­men durch ih­re Klei­dung und durch die Mei­dung von Eh­ren­sym­bo­len zu un­ter­schei­den. Wei­te­re Ein­schrän­kun­gen schlos­sen sie von Po­si­tio­nen der Au­to­ri­tät in der is­la­mi­schen Re­gie­rung aus”.

Am 1. März 1944, wäh­rend die Na­zis sechs Mil­lio­nen Ju­den mas­sa­krier­ten, und deut­lich be­vor Is­ra­el sei­ne Un­ab­hän­gig­keit er­klär­te, sag­te Haj Amin al-​Husseini, da­mals Groß­muf­ti von Je­ru­sa­lem, auf Ra­dio Ber­lin, „Ara­ber, er­hebt Euch wie ein Mann und kämpft für Eu­re ge­hei­lig­ten Rech­te. Tö­tet die Ju­den, wo im­mer ihr sie fin­det. Das ge­fällt Gott, der Ge­schich­te und der Re­li­gi­on. Das macht Euch Eh­re. Gott ist mit Euch.”

Wenn wir die­sen Feh­ler nicht ge­macht hät­ten, dann hät­ten wir in zwei­er­lei Hin­sicht pro­fi­tiert .

Ju­den wä­ren wahr­schein­lich in grö­ße­rer Zahl im mus­li­mi­schen Na­hen Os­ten ge­blie­ben, und sie hät­ten die Zi­vi­li­sa­ti­on des Na­hen Os­tens wei­ter­ge­bracht, statt die Zi­vi­li­sa­tio­nen der Or­te, an die sie ge­flo­hen wa­ren, vor al­lem Eu­ro­pa und spä­ter die Ver­ei­nig­ten Staa­ten.

Zwei­tens, wenn die Ju­den sich im Na­hen Os­ten si­cher und un­ter den Ara­bern ak­zep­tiert ge­fühlt hät­ten, dann hät­ten sie viel­leicht nicht das Be­dürf­nis ver­spürt, ei­nen un­ab­hän­gi­gen Staat zu schaf­fen, was uns von un­se­ren nach­fol­gen­den Feh­ler be­wahrt hät­te.

Der schlimms­te Feh­ler

Un­ser zwei­ter und schlimms­te Feh­ler war, den Tei­lungs­plan der UNO von 1947 nicht ak­zep­tiert zu ha­ben. UNO-​Resolution 181 sah die Rechts­grund­la­ge vor für ei­nen jü­di­schen Staat und ei­nen ara­bi­schen Staat, die mit­ein­an­der das ehe­mals bri­tisch kon­trol­lier­te Man­dat Pa­läs­ti­na tei­len.

Wie von der BBC be­rich­tet, sah die Re­so­lu­ti­on vor:

„Ein jü­di­scher Staat, der 56,47% des Man­dats Pa­läs­ti­na ab­deckt (mit Aus­nah­me von Je­ru­sa­lem) mit ei­ner Be­völ­ke­rung von 498.000 Ju­den und 325.000 Ara­bern, ein ara­bi­scher Staat von 43,53% des Man­dats Pa­läs­ti­na (oh­ne Je­ru­sa­lem), mit 807.000 ara­bi­schen Be­woh­nern und 10.000 jü­di­schen Ein­woh­nern, ei­ne in­ter­na­tio­na­le Treu­hand­schafts­re­gie­rung in Je­ru­sa­lem, wo die Be­völ­ke­rung 100.000 Ju­den und 105.000 Ara­ber be­trägt.”

Ob­wohl das dem jü­di­schen Staat zu­ge­teil­ten Land et­was grö­ßer war als das dem ara­bi­schen Staat zu­ge­teil­te Land, war ein gro­ßer Teil des jü­di­schen Teils to­ta­le Wüs­te, der Ne­gev und Ara­va, und das frucht­ba­re Land war den Ara­bern zu­ge­teilt. Der Plan war auch aus zwei an­de­ren Grün­den zum Vor­teil der Ara­ber:

  • Der jü­di­sche Staat hat­te nur ei­ne knap­pe Mehr­heit an Ju­den, was den Ara­bern fast so viel Ein­fluss auf den jü­di­schen Staat ge­ge­ben hät­te wie den Ju­den, doch der ara­bi­sche Staat war fast rein ara­bisch, was den dort le­ben­den Ju­den kei­nen po­li­ti­schen Vor­teil ge­bo­ten hät­te.
  • Bei­de vor­ge­schla­ge­ne Staa­ten be­stan­den aus drei mehr oder we­ni­ger ge­trenn­ten Stü­cken, was zu ei­ner star­ken geo­gra­fi­schen ge­gen­sei­ti­ge Ab­hän­gig­keit zwi­schen den bei­den Staa­ten ge­führt hät­te. Wenn die bei­den Staa­ten freund­schaft­lich ver­bun­den wä­ren, dann hät­ten sie wahr­schein­lich in vie­ler­lei Hin­sicht als ein ein­zi­ger Ver­bund funk­tio­niert. In die­sem Ver­bund hät­ten Ara­ber ei­ne star­ke Mehr­heit ge­habt.

Statt das Ge­schenk ei­nes Plans an­zu­neh­men, als wir das noch konn­ten, ent­schie­den wir Ara­ber, dass wir kei­nen jü­di­schen Staat ak­zep­tie­ren könn­ten. Im Mai 1948 er­kär­te Az­zam Pa­scha, der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ara­bi­schen Li­ga, in Be­zug auf den vor­ge­schla­ge­nen neu­en jü­di­schen Teil des Tei­lungs­plans, dass „Dies ein Ver­nich­tungs­krieg sein wird, ein be­deut­sa­mes Mas­sa­ker, von dem ge­spro­chen wer­den wird, wie von den mon­go­li­schen Mas­sa­kern und den Kreuz­zü­gen.” Wir in­iti­ier­ten ei­nen Krieg, der be­ab­sich­tig­te, den neu­en Staat in sei­nen Kin­der­schu­hen zu be­sei­ti­gen, doch wir ver­lo­ren ihn, und das Er­geb­nis un­se­res Feh­lers war ein viel stär­ke­rer jü­di­scher Staat:

  • Die jü­di­sche Mehr­heit des jü­di­schen Staa­tes wuchs dra­ma­tisch durch den da­durch auf­tre­ten­den Be­völ­ke­rungs­aus­tausch, mit der Flucht vie­ler Ara­ber vor dem Krieg in Is­ra­el, und der Flucht vie­ler Ju­den vor ei­ner feind­li­chen ara­bi­schen Welt, um sich dem neu­en Staat an­zu­schlies­sen.
  • Die Ju­den er­ober­ten zu­sätz­li­ches Land wäh­rend des Krie­ges, den wir be­gon­nen hat­ten, was zu Waf­fen­still­stands­li­ni­en führ­te (heu­te die grü­nen Li­ni­en oder Vor-​1967-​Linien ge­nannt), die Is­ra­el ei­nen Teil des zu­vor dem ara­bi­schen Staat zu­ge­wie­se­nen Teil des Lan­des gab. Der jü­di­sche Staat er­warb sich auch ei­ne viel bes­se­re Durch­gän­gig­keit, wäh­rend die ara­bi­schen Tei­le in zwei Por­tio­nen (Ga­za und West­bank ) auf­ge­trennt wur­den, die fast 50 Ki­lo­me­ter ge­trennt sind.

Viel­leicht soll­te man nicht Krie­ge star­ten, wenn man nicht vor­be­rei­tet ist auf das Er­geb­nis, dass man ihn mög­li­cher­wei­se ver­liert.

Mehr Krie­ge und mehr Feh­ler

Nach dem Un­ab­hän­gig­keits­krieg (der Na­me, den die Ju­den dem Krieg von 1947/​1948 ga­ben), war Is­ra­el für al­le prak­ti­schen Din­ge auf das Land in­ner­halb der grü­nen Li­nie be­schränkt. Is­ra­el hat­te kei­ne Macht oder An­spruch über Ga­za und die West­bank. Wir Ara­ber hat­ten zwei Op­tio­nen, wenn wir zu die­ser Zeit mit Is­ra­el Frie­den zu ma­chen ge­wählt hät­ten:

  • Ga­za hät­te in Ägyp­ten und die West­bank in Jor­da­ni­en in­te­griert wer­den kön­nen, was den Pa­läs­ti­nen­sern die Staats­bür­ger­schaft in ei­nem von zwei re­la­tiv star­ken ara­bi­schen Län­dern ein­ge­bracht hät­te, die so­wohl nu­me­risch als auch geo­gra­phisch stär­ker wa­ren als Is­ra­el.
  • Wir hät­ten in Ga­za und der West­bank ei­nen neu­en Staat grün­den kön­nen.

Statt­des­sen ent­schie­den wir uns da­für, die Feind­se­lig­kei­ten mit Is­ra­el fort­zu­set­zen. Im Früh­jahr 1967 bil­de­ten wir ei­ne Ko­ali­ti­on, um Is­ra­el an­zu­grei­fen. Am 20. Mai 1967 er­klär­te der sy­ri­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ha­fez As­sad: „Die Zeit ist ge­kom­men, in ei­ne Ver­nich­tungs­schlacht ein­zu­tre­ten.” Am 27. Mai 1967 er­klär­te Ägyp­tens Prä­si­dent Ab­dul Nas­ser: „Un­ser Haupt­ziel wird die Zer­stö­rung Is­ra­els sein”. Im Ju­ni brauch­te Is­ra­el nur sechs Ta­ge, um uns zu be­sie­gen und uns vor der Welt zu de­mü­ti­gen. In die­sem Krieg ver­lo­ren wir viel mehr Land, ein­schließ­lich Ga­za und der West­bank .

Nach dem Krieg von 1967 (den die Ju­den den Sechs­ta­ge­krieg nen­nen), bot Is­ra­el uns Land für Frie­den, und bot uns da­mit ei­ne Chan­ce, uns vom Feh­ler des Sechs­ta­ge­kriegs zu er­ho­len. Wir re­agier­ten mit der Khartoum-​Resolution, die be­sagt: „Kein Frie­den mit Is­ra­el, kei­ne An­er­ken­nung Is­ra­els und kei­ne Ver­hand­lun­gen mit Is­ra­el”.

Oh­ne aus dem Jahr 1967 ge­lernt zu ha­ben, bil­de­ten wir noch ei­ne an­de­re Ko­ali­ti­on im Ok­to­ber 1973 und ver­such­ten noch ein­mal, Is­ra­el zu zer­stö­ren. Wir er­ziel­ten ei­ni­ge Ge­win­ne, aber dann wen­de­te sich das Blatt, und wir ver­lo­ren wie­der. Nach die­ser drit­ten schmach­vol­len Nie­der­la­ge brach un­se­re Ko­ali­ti­on ge­gen Is­ra­el zu­sam­men und Ägyp­ten und Jor­da­ni­en be­schlos­sen so­gar, mit Is­ra­el Frie­den zu ma­chen.

Der Rest von uns blieb hart­nä­ckig im Wi­der­stand ge­gen die blos­se Exis­tenz Is­ra­els, auch Sy­ri­en, das, wie Ägyp­ten und Jor­da­ni­en, wäh­rend des Sechs-​Tage-​Kriegs Land an Is­ra­el ver­lo­ren hat­te. Heu­te hält Is­ra­el im­mer noch das Ge­biet, und es gibt kei­ne wirk­li­che Per­spek­ti­ve für die­ses Land, je nach Sy­ri­en zu­rück­zu­keh­ren; Is­ra­els Pre­mier­mi­nis­ter er­klär­te kürz­lich: „Is­ra­el wird nie­mals die Golan-​Höhen ver­las­sen.”

Die Tra­gik der Pa­läs­ti­nen­ser

Der ver­werf­lichs­te und tra­gischs­te un­se­rer Feh­ler ist aber die Art und Wei­se, wie wir Ara­ber die Pa­läs­ti­nen­ser be­han­delt ha­ben seit Is­ra­els Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung.

Die Ju­den von Is­ra­el be­grüß­ten jü­di­sche Flücht­lin­ge aus ara­bi­schen und an­de­ren mus­li­mi­schen Län­dern ins is­rae­li­sche Kern­land, un­ab­hän­gig von den Kos­ten oder der Schwie­rig­keit, Men­schen mit sehr un­ter­schied­li­chen Hin­ter­grün­den zu in­te­grie­ren. Is­ra­el in­te­grier­te eif­rig Flücht­lin­ge aus fer­nen Län­dern, dar­un­ter Äthio­pi­en, In­di­en, Ma­rok­ko, Bra­si­li­en, Iran, Ukrai­ne und Russ­land. Auf die­se Wei­se zeig­ten sie das mäch­ti­ge Band, das Ju­den mit­ein­an­der ver­bin­det. Zur glei­chen Zeit hat­ten wir die Mög­lich­keit, in ähn­li­cher Wei­se das Band zu zei­gen, das Ara­ber zu­sam­men­bin­det, doch statt die ara­bi­schen Flücht­lin­ge aus dem Krieg von 1947 – 1948 zu be­grü­ßen, steck­ten wir sie in La­ger mit star­ken Ein­schrän­kun­gen auf ihr täg­li­ches Le­ben.

Im Li­ba­non, wie von Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal be­rich­tet, „er­lei­den Pa­läs­ti­nen­ser wei­ter Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung auf dem Ar­beits­markt, was zu ho­her Ar­beits­lo­sig­keit, nied­ri­gen Löh­nen und schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen bei­trägt. Wäh­rend die li­ba­ne­si­schen Be­hör­den vor kur­zem 50 der 70 Be­rufs­ver­bo­te für Pa­läs­ti­nen­ser auf­ge­ho­ben ha­ben, se­hen sich Pa­läs­ti­nen­ser im­mer noch Hin­der­nis­sen ge­gen­über, tat­säch­lich ei­ne Be­schäf­ti­gung zu fin­den. Das Feh­len an­ge­mes­se­ner Be­schäf­ti­gungs­aus­sich­ten führt zu ei­ner ho­he Schulaussteiger-​Rate für pa­läs­ti­nen­si­sche Schul­kin­der, die auch be­grenz­ten Zu­gang zu öf­fent­li­cher Se­kun­dar­bil­dung ha­ben. Die re­sul­tie­ren­de Ar­mut wird durch Be­schrän­kun­gen des Zu­gangs zu so­zia­len Diens­ten ver­schärft.”

Und so konn­ten der Li­ba­non und Sy­ri­en Flücht­lin­ge nicht in­te­grie­ren, die vor­her nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter ent­fernt von den Lan­des­gren­zen ge­lebt hat­ten und mit den Men­schen im Land fast iden­ti­sche Kul­tu­ren, Spra­chen und Re­li­gio­nen tei­len. Jor­da­ni­en in­te­grier­te ei­ni­ge Flücht­lin­ge, aber nicht al­le. Wir hät­ten be­wei­sen kön­nen, dass wir Ara­ber ein gro­ßes und ed­les Volk sind, und ha­ben statt­des­sen der Welt ge­zeigt, wie wir es auch wei­ter­hin tun, dass un­ser Hass ge­gen­ein­an­der und ge­gen­über den Ju­den weit grö­ßer ist als je­des Kon­zept der an­geb­li­chen ara­bi­schen So­li­da­ri­tät. Zu un­se­rer Schan­de wer­den, sie­ben Jahr­zehn­te nach­dem pa­läs­ti­nen­si­sche Flücht­lin­ge aus Is­ra­el flo­hen, ih­re Nach­kom­men im­mer noch als Flücht­lin­ge be­trach­tet.

Der schlimms­te Teil der Art, wie wir die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge be­han­delt ha­ben, ist, dass auch in­ner­halb der West­bank und im Ga­za­strei­fen bis zum heu­ti­gen Tag ei­ne Un­ter­schei­dung zwi­schen den pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­gen und ein­hei­mi­schen Pa­läs­ti­nen­sern bleibt. In je­nen Län­dern le­ben, ge­mäss den Zah­len von 2010 vom Pa­lesti­ni­an Re­fu­gee Re­se­arch­Net an der McG­ill Uni­ver­si­tät, 37% der Pa­läs­ti­nen­ser in der West­bank und im Ga­za­strei­fen in La­gern! Ga­za hat acht pa­läs­ti­nen­si­sche Flücht­lings­la­ger, die West­bank hat neun­zehn. Es sind nicht die Ju­den, die Ara­ber in La­gern hal­ten, son­dern wir. Pa­läs­ti­nen­ser­prä­si­dent Mah­mud Ab­bas be­haup­tet ei­nen Staat auf die­sen Ge­bie­ten, aber wir kön­nen kaum er­war­ten, dass er ernst ge­nom­men wird, wenn er die pa­läs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge un­ter sei­ner Au­to­ri­tät in La­gern hält und sie nicht ein­mal mit an­de­ren Pa­läs­ti­nen­sern in­te­grie­ren kann. Die Lä­cher­lich­keit der Si­tua­ti­on wett­ei­fert nur mit ih­rer Ge­fühl­lo­sig­keit.

Wo wir heu­te ste­hen

Auf­grund un­se­rer ei­ge­nen Feh­ler ist un­se­re Be­zie­hung zu Is­ra­el heu­te ein Fehl­schlag. Die ein­zi­ge Kraft in un­se­rer Wirt­schaft ist Öl, ei­ne ver­derb­li­che Res­sour­ce und mit Fracking an Wert ver­lie­rend. Wir ha­ben nicht an­nä­hernd ge­nug ge­tan, um die Zu­kunft vor­zu­be­rei­ten, wenn wir Ein­falls­reich­tum und Pro­duk­ti­vi­tät be­nö­ti­gen. Laut For­eign Po­li­cy Ma­ga­zi­ne: „Ob­wohl die ara­bi­schen Re­gie­run­gen lan­ge die Not­wen­dig­keit er­kannt ha­ben, von ei­ner zu gro­ßen Ab­hän­gig­keit von Koh­len­was­ser­stof­fen weg­zu­kom­men, ha­ben sie da­bei we­nig Er­folg ge­habt. … Selbst die Wirt­schaft der Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te, ei­ne der am stärks­ten di­ver­si­fi­zier­ten im Golf, ist in ho­hem Ma­ße ab­hän­gig vom Öl­ex­port.”

Busi­ness In­si­der be­wer­tet Is­ra­el im Jahr 2015 als dritt in­no­va­tivs­tes Land der Welt. Län­der der gan­zen Welt pro­fi­tie­ren von Is­ra­els Krea­ti­vi­tät, ein­schließ­lich Län­der so fern und fort­ge­schrit­ten wie Ja­pan. Doch wir brüs­kie­ren Is­ra­el, ein In­no­va­ti­ons­kraft­werk , das zu­fäl­lig an un­se­ren Gren­zen liegt.

Wir schei­tern auch dar­an, die Vor­tei­le von Is­ra­els mi­li­tä­ri­schem Ge­nie zu nut­zen, uns zu hel­fen, neue und ver­hee­ren­de Fein­de wie ISIS zu be­kämp­fen.

Am schlimms­ten ist, dass ei­nes un­se­rer ei­ge­nen Völ­ker, die Pa­läs­ti­nen­ser, ver­streut ist – auf­ge­teilt, des­il­lu­sio­niert und völ­lig un­fä­hig, das na­tio­na­le Pro­jekt wie­der­zu­be­le­ben, das wir ih­nen im Jahr 1948 un­ter den Fü­ßen weg­ge­zo­gen und das wir seit­her bis zur Un­kennt­lich­keit ent­stellt ha­ben.

Zu sa­gen, dass wir un­se­ren An­satz ge­gen­über Is­ra­el än­dern müs­sen, ist ei­ne Un­ter­trei­bung. Es gibt grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen, die wir ma­chen müs­sen, und wir müs­sen den Mut und die mo­ra­li­sche Kraft auf­brin­gen, sie durch­zu­füh­ren.

Es sind nicht die Ju­den, die Ara­ber in La­gern hal­ten, son­dern wir.

Fred Ma­roun, ein links­ge­rich­te­ter Ara­ber, der in Ka­na­da lebt, hat Kom­men­ta­re ge­schrie­ben un­ter an­de­rem für New Ca­na­di­an Me­dia. Von 1961 – 1984 leb­te er im Li­ba­non.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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