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Die New York Times stellt sich hin­ter Ter­ro­ris­ten

Fred Ma­roun, 18.4.2017, The Times of Is­ra­el

Fred Maroun

Fred Ma­roun ist Ka­na­di­er ara­bi­scher Ab­stam­mung, der bis 1984 im Li­ba­non leb­te, auch wäh­rend 10 Jah­ren Bür­ger­krieg. Fred un­ter­stützt Is­ra­els Exis­tenz­recht als jü­di­scher Staat und un­ter­stützt ei­nen li­be­ra­len und de­mo­kra­ti­schen Na­hen Os­ten, in dem al­le Re­li­gio­nen und Na­tio­na­li­tä­ten, ein­schließ­lich der Pa­läs­ti­nen­ser, im Frie­den un­ter­ein­an­der und mit Is­ra­el ko­exis­tie­ren kön­nen und die Men­schen­rech­te re­spek­tiert wer­den. Fred ist ein Athe­ist, ein so­zia­ler Li­be­ra­ler und ein Be­für­wor­ter glei­cher Rech­te für LGBT-​Menschen über­all. Fred Ma­roun schreibt für Gatestone In­sti­tu­te.

Die New York Times ver­öf­fent­lich­te am 16. April 2017 ei­nen Kom­men­tar des lang­jäh­ri­gen Ter­ro­ris­ten und ver­ur­teil­ten Mör­ders Mar­wan Barg­hou­ti. Auf die­se Wei­se ist die­se einst re­spek­tier­te Pu­bli­ka­ti­on zum Ak­teur im israelisch-​arabischen Kon­flikt ge­wor­den und kein neu­tra­ler Be­ob­ach­ter mehr.

Man könn­te ar­gu­men­tie­ren, dass die NYT ein­fach ver­sucht, ei­ne Rei­he von Mei­nun­gen zu prä­sen­tie­ren; Wenn das der Fall wä­re, war­um ist es dann nicht mög­lich, in der NYT Kom­men­ta­re von mo­de­ra­ten Pa­läs­ti­nen­sern oder is­rae­li­schen Ara­bern wie Kha­led Abu To­a­meh, Bas­sem Eid, Bassam Ta­wil, Ray Hana­nia oder Ge­or­ge De­ek zu fin­den?

Muss ein Pa­läs­ti­nen­ser ei­ne ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on füh­ren, Ju­den tö­ten, ver­haf­tet und ver­ur­teilt wer­den, um die Auf­merk­sam­keit der NYT zu er­re­gen? Sind ei­ne lan­ge Lis­te von Ver­tei­di­gun­gen der Men­schen­rech­te der Pa­läs­ti­nen­ser oder von jour­na­lis­ti­schem Mut und In­te­gri­tät nicht gut ge­nug?

Die Be­reit­schaft der NYT, den ra­di­kals­ten und ab­scheu­lichs­ten Ele­men­ten der pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­sell­schaft ei­ne Stim­me zu ge­ben, sen­det die Bot­schaft, dass sol­che Pa­läs­ti­nen­ser re­prä­sen­ta­tiv sind für ihr Volk, und des­halb nor­ma­li­siert das ih­re Hand­lun­gen, wenn es nicht so­gar da­zu er­mu­tigt.

Der Man­gel an In­ter­es­se der NYT, den mo­de­ra­ten Pa­läs­ti­nen­sern ei­ne Stim­me zu ge­ben, sen­det zu­sätz­lich die Bot­schaft, dass sol­che Stim­men nicht exis­tie­ren oder es nicht wert sind, ge­hört zu wer­den.

Man könn­te auch ar­gu­men­tie­ren, dass Barg­hou­ti trotz sei­ner Ver­gan­gen­heit jetzt dar­an ist, Frie­den zu stif­ten, doch da­mit wür­de man falsch lie­gen. Selbst wenn NYT-​Redakteure nichts an­de­res ge­le­sen hät­ten als sei­nen Kom­men­tar, den sie ver­mut­lich re­di­giert ha­ben, wür­den sie das wis­sen.

Barg­hou­ti schrieb: „Is­ra­el, die Be­sat­zungs­macht, hat seit fast 70 Jah­ren das Völ­ker­recht in vie­ler­lei Hin­sicht ver­letzt”, was be­deu­tet, dass er ganz Is­ra­el für be­setzt hält. Is­ra­el hat die West­bank seit 50 Jah­ren be­setzt. „Fast 70 Jah­re” gilt für die Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung Is­ra­els im Jahr 1948, 19 Jah­re be­vor Is­ra­el das West­jor­dan­land und den Ga­za­strei­fen in ei­nem Selbst­ver­tei­di­gungs­krieg be­setz­te.

Wäh­rend Barg­hou­ti von ei­ner „fried­li­chen Form des Wi­der­stands” re­det, ist es klar, dass der ein­zi­ge Grund, war­um er ge­gen­wär­tig an sol­chen ge­walt­lo­sen Hand­lun­gen be­tei­ligt ist, der, dass er hin­ter Git­tern sitzt und kei­ne an­de­re Wahl hat. Wenn es ir­gend­wel­che Zwei­fel dar­an gä­be, so wür­den sol­che Zwei­fel durch den­sel­ben Kom­men­tar zer­streut wer­den, wo er stolz von sei­nem äl­tes­ten Sohn spricht, der ihm auf sei­nen Spu­ren von Ver­bre­chen und Ter­ror folgt.

Doch trotz Barg­hou­tis kri­mi­nel­ler Ver­gan­gen­heit und trotz sei­ner fort­ge­setz­ten Un­ter­stüt­zung des Ter­ro­ris­mus und der Op­po­si­ti­on ge­gen die Exis­tenz Is­ra­els in al­len Gren­zen ver­öf­fent­lich­te ihn die NYT. Sie ver­öf­fent­lich­te ihn oh­ne ir­gend­wel­che Vor­be­hal­te oder Haf­tungs­aus­schlüs­se. Wenn man er­war­te­te, et­was dar­über zu se­hen, dass die An­sich­ten des Au­tors nicht die An­sich­ten der NYT re­prä­sen­tie­ren, wür­de man ent­täuscht sein. Statt­des­sen be­en­de­te die NYT den Ar­ti­kel mit dem glo­ri­fi­zie­ren­den Ti­tel „Pa­läs­ti­nen­si­scher Füh­rer und Par­la­men­ta­ri­er”.

Durch die Pu­bi­ka­ti­on von Barg­hou­tis Kom­men­tar ist die NYT nicht mehr im Ge­schäft des ob­jek­ti­ven Jour­na­lis­mus tä­tig. Sie hat sich klar und of­fen zum Sprach­rohr von Ver­bre­chern und Ter­ro­ris­ten ge­macht.


An­mer­kung am 17. April 2017: Nach der Ver­öf­fent­li­chung die­ses Kom­men­tars füg­te die NYT, ver­mut­lich auf­grund ei­nes Auf­ruhrs un­ter is­rae­li­schen Po­li­ti­kern aus dem ge­sam­ten po­li­ti­schen Spek­trum, ei­ne An­mer­kung hin­zu, die an­er­kennt, dass Barg­hou­ti des „fünf­fa­chen Mor­des und der Mit­glied­schaft in ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on” ver­ur­teilt wur­de. Wäh­rend die­se An­mer­kung bes­ser als nichts ist, so ist sie un­ge­nü­gend. Es gibt kei­ne Recht­fer­ti­gung für die Ver­öf­fent­li­chung ei­nes ver­ur­teil­ten Ver­bre­chers und Ter­ro­ris­ten, der sei­ne An­sich­ten nicht ge­än­dert hat. Hät­te die NYT Osa­ma Bin La­den ver­öf­fent­licht, als er am Le­ben war? War­um der nied­ri­ge­re Stan­dard, wenn die Op­fer is­rae­lisch und nicht ame­ri­ka­nisch oder eu­ro­pä­isch sind?

An­mer­kung am 18. April 2017: Wenn die NYT-​Redakteure zei­gen wol­len, dass sie die Em­pö­rung ver­ste­hen, die sie durch die Ver­öf­fent­li­chung des Kom­men­tars ei­nes Ver­bre­chers und Ter­ro­ris­ten pro­du­ziert ha­ben, soll­ten sie den Kom­men­tar von ih­rer Web­site lö­schen und sich beim is­rae­li­schen Volk ent­schul­di­gen. Nichts we­ni­ger als das ist an­nehm­bar.

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