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Mit­ten­drin: Jü­di­sche Hass­kri­mi­na­li­tät und Van­da­lis­mus sind NICHT Ter­ro­ris­mus

Mar­tin Sher­man, 6.8.2015, JPost.com

Öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit wur­de im Kon­gress mit schein­hei­li­gem Hän­de­rin­gen vom Ver­riss des Nu­kle­arab­kom­mens mit dem Iran zu Ver­bre­chen von Ein­zel­tä­tern am äus­se­ren Rand der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft um­ge­lei­tet.

Angriff auf der Jerusalem Gay Pride Parade

An­griff auf der Je­ru­sa­lem Gay Pri­de Pa­ra­de. (Fo­to: REUTERS)

Wir kön­nen es und wir tun es, wir ver­bren­nen Kin­der bei le­ben­di­gem Leib, be­ge­hen mör­de­ri­sche, in­hu­ma­ne, un­ver­ständ­li­che Ter­ror­ak­te. Und, nein, wir sind nicht bes­ser als sie… – Si­ma Kad­mon, “Wir sind nicht bes­ser als un­se­re Fein­de,” Ynet

Sie sind nicht an­ders als ISIS … das ist jü­di­scher Dschi­ha­dis­mus, bis aufs De­tail iden­tisch mit is­la­mi­schem Dschi­ha­dis­mus – Ron Ben-​Yishai, Ynet 

Is­rae­lis ste­chen auf Schwu­le Men­schen ein und ver­bren­nen Kin­der. In die­ser tro­cke­nen Be­schrei­bung steckt kei­ne Spur von Ver­leum­dung, nicht die kleins­te Spur der Über­trei­bung – Gi­deon Le­vy, Ha’aretz

Die Er­eig­nis­se von letz­ter Wo­che (im Au­gust 2015, A.d.Ü) we­cken Zwei­fel an der Fä­hig­keit Is­ra­els, die gna­den­lo­se Bru­ta­li­tät, die es um­gibt, zu über­le­ben.

Schänd­li­che Ta­ten von Rand­grup­pen

Der Wahn­sinn – und es gibt kein an­de­res Wort, um die Ra­se­rei zu be­schrei­ben, der die öf­fent­li­che De­bat­te über Ta­ten, wie ab­scheu­lich auch im­mer, die von ei­ner Hand­voll Ein­zel­per­so­nen (ei­ni­ge noch nicht iden­ti­fi­ziert) be­gan­gen wur­den – am äu­ßers­ten Rand der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft ver­rät ei­ne ge­fähr­li­che und dys­funk­tio­na­le Un­fä­hig­keit der Na­ti­on, ih­re Prio­ri­tä­ten zu ord­nen.

Denn in dem, was wohl für den jü­di­schen Staat die schick­sal­haf­tes­te 60-​Tage-​Periode in den letz­ten Jahr­zehn­ten ist, in der al­le En­er­gi­en der Na­ti­on mit la­ser­haf­ter In­ten­si­tät auf die Ver­der­ben des ge­fähr­li­chen Iran-​Atomabkommens vor dem Kon­gress fo­kus­siert wer­den soll­ten, wur­de die Auf­merk­sam­keit durch frömm­le­ri­sches Hän­de­wrin­gen und mo­ra­li­sche Selbst­gei­ße­lung über Ver­bre­chen ein­zel­ner Tä­ter am Ran­de der Ge­sell­schaft ab­ge­lenkt.

Las­sen Sie mich von An­fang an ka­te­go­risch fest­hal­ten, dass das Ab­fa­ckeln ei­nes Fa­mi­li­en­hau­ses im pa­läs­ti­nen­si­schen Dorf Du­ma, von noch un­be­kann­ten An­grei­fern, das den Tod ih­res klei­nen Soh­nes ver­ur­sacht; die Mes­ser­ste­che­rei ge­gen Teil­neh­mer der Gay Pa­ra­de in Je­ru­sa­lem und die Brand­stif­tung der Kir­che der Mul­ti­pli­ka­ti­on an den Ufern des Sees Ge­ne­za­reth, al­les be­kla­gens­wer­te Ver­bre­chen sind.

Kei­ne de­mo­kra­ti­sche Ge­sell­schaft kann sol­che Ta­ten ak­zep­tie­ren und es ist im­pe­ra­tiv, dass die Tä­ter ge­sucht, vor Ge­richt ge­bracht, und mit der vol­len Här­te des Ge­set­zes be­straft wer­den.

Doch bei al­ler Ab­scheu­lich­keit, die man für die­se schänd­li­chen Ta­ten emp­fin­den mag – ei­ne Ab­scheu, die vom gan­zen is­rae­li­schen Main­stream aus­ge­drückt wird – , da­für der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft als Gan­zes die Schuld zu ge­ben, ist eben­so trü­ge­risch wie ver­ab­scheu­ungs­wür­dig, so ver­lo­gen wie bös­ar­tig, so ab­surd wie schäd­lich.

Es ist we­nig mehr als ei­ne ver­ächt­li­che und zy­ni­sche Aus­beu­tung der Tra­gö­die, um ei­nem po­li­ti­schen Cre­do wie­der Re­le­vanz zu ver­lei­hen, das re­gel­mä­ßig von den Wäh­lern bei Wah­len zu­rück­ge­wie­sen und wie­der­holt durch blu­ti­ge Rea­li­tä­ten vor Ort wi­der­legt wur­de.

In­sel der De­mo­kra­tie in ei­nem Meer der Ty­ran­nei

Denn in Wirk­lich­keit ist die is­rae­li­sche Ge­sell­schaft ei­ne be­mer­kens­wer­te In­sel der Frei­heit und der Mensch­lich­keit in ei­nem Meer von Ty­ran­nei und Theo­kra­tie, ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Oa­se der De­mo­kra­tie und Frei­heit in ei­ner Wüs­te des Des­po­tis­mus.

Na­tür­lich hat sie ih­re Ma­kel – wie je­des an­de­re de­mo­kra­ti­sche Land in der ent­wi­ckel­ten Welt.

Is­ra­el hat ei­nes der of­fens­ten und to­le­ran­tes­ten Ré­gime des Pla­ne­ten, das sich im Her­zen ei­ner der ge­schlos­sens­ten und in­to­le­ran­tes­ten Re­gio­nen der Er­de be­fin­det.

Wäh­rend die Un­ter­drü­ckung von Frau­en, die Re­pres­si­on von po­li­ti­schen Dis­si­den­ten und die Un­ter­drü­ckung von Schwu­len das Mar­ken­zei­chen al­ler Nach­bar­län­der ist, hält Is­ra­el die Stan­dards der Ers­ten Welt hoch, den po­li­ti­schen Plu­ra­lis­mus, die Pres­se­frei­heit, die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter, die To­le­ranz der se­xu­el­len Prä­fe­ren­zen und die Re­li­gi­ons­frei­heit. Dar­über hin­aus hat es all dies trotz der er­schre­cken­den Her­aus­for­de­run­gen, sein Über­le­ben zu meis­tern, so­wohl ge­gen­über ex­ter­nen Fein­den als auch ge­gen­über „wi­der­spens­ti­gen” in­län­di­schen eth­ni­schen Min­der­hei­ten er­reicht, was für weit mehr au­to­ri­tä­re ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Rea­li­tä­ten sor­gen könn­te, wie sie in Län­dern mit weit we­ni­ger be­las­ten­den und ge­fähr­li­chen Be­din­gun­gen ent­stan­den sind.

Dies ist ein ein­deu­ti­ger Hin­weis auf das tief­grei­fen­de En­ga­ge­ment der über­wie­gen­den Mehr­heit der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft, trotz ih­rer viel­fäl­ti­gen so­zio­kul­tu­rel­len Kom­po­si­ti­on, zu ei­nem fun­da­men­ta­len de­mo­kra­ti­schen Ethos, auch un­ter den schwie­rigs­ten Be­din­gun­gen.

‚Al­le Is­rae­lis sind schul­dig…’

Doch das ist si­cher nicht das Bild, das die Mainstream-​Medien in den letz­ten Ta­gen ver­mit­telt ha­ben.

Je­der un­in­for­mier­te Neu­ling, der den gro­ßen Nach­rich­ten­ka­nä­len in Is­ra­el aus­ge­setzt war, hät­te den Ein­druck be­kom­men, dass Is­ra­el ein ho­mo­pho­bes, frem­den­feind­li­ches Land ist, das am Ran­de des To­ta­li­ta­ris­mus tau­melt; ein Land, das von Hor­den von re­li­giö­sen Ei­fe­rern be­herrscht wird, un­ra­siert, mit weit auf­ge­ris­se­nen Au­gen, zer­knit­ter­te, glatz­köp­fi­ge Hü­gel­jun­gen, die von ei­ner bö­sen Cli­que all­mäch­ti­ger, bär­ti­ger, schwarz­ver­klei­de­ter Rab­bi­ner an­ge­grif­fen wur­den, die dar­auf ab­zie­len, die Zi­vil­ge­sell­schaft zu ver­nich­ten, die der­zei­ti­ge Rechts­ord­nung auf­zu­he­ben und sie durch ei­nen kle­ri­ka­len Code von ha­la­chi­schen Edik­ten zu ver­drän­gen.

Na­tür­lich, für je­der­mann, der bloß ein biss­chen ver­traut ist mit den Rea­li­tä­ten der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft – der Glut von Fisch­re­stau­rants, die ih­re Wa­ren Frei­tag­abends an­prei­sen, die ver­stopf­ten Au­to­bah­nen am Sams­tag, die knap­pen Bi­ki­nis an über­füll­ten Strän­den am Wo­chen­en­de, die fleisch­li­chen In­hal­te, die kos­ten­los in den na­tio­na­len Me­di­en zur Ver­fü­gung ste­hen – ist das ein­deu­tig kom­plet­tes Ge­wäsch; nichts als be­trü­ge­ri­scher Un­sinn, der da­zu de­signt ist, ei­ner tau­meln­den po­li­ti­schen Agen­da zu die­nen, die we­nig mit den pa­läs­ti­nen­si­schen Kin­des­tö­tun­gen oder dem ho­mo­pho­ben Mord zu tun hat.

Es ist ein Ver­such, al­le ideo-​politischen Geg­ner mit dem­sel­ben Pin­sel zu ma­len; Mit dem de­le­gi­ti­mie­ren­den Fleck des re­li­giö­sen Fa­na­tis­mus all je­ne zu be­kämp­fen, die mit ei­ner Viel­zahl von be­grün­de­ten Ar­gu­men­ten – Si­cher­heits­be­dürf­nis­se, his­to­ri­sche Be­deu­tung, na­tio­na­les Er­be, öko­no­mi­scher Prag­ma­tis­mus – ter­ri­to­ria­le Kon­zes­sio­nen und po­li­ti­sches Ap­pease­ment im Kon­flikt mit den pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­bern ab­leh­nen.

Des­halb, wie das pa­läs­ti­nen­si­sche Sprach­rohr Gi­deon Le­vy an­klagt: „Al­le Is­rae­lis sind schul­dig, ei­ne pa­läs­ti­nen­si­sche Fa­mi­lie in Brand ge­steckt zu ha­ben”, an­schei­nend, weil Is­ra­el sich nicht den For­de­run­gen der Pa­läs­ti­nen­ser fügt – so­wohl die­je­ni­gen Is­rae­lis, die ei­ner sol­chen Ka­pi­tu­la­ti­on wi­der­ste­hen und je­ne, die die Ka­pi­tu­la­ti­on nicht durch­set­zen.

‘Wir sind nicht bes­ser als un­se­re Fein­de…’

Trotz der äu­ßerst schäd­li­chen und wild ver­zer­ren­den An­grif­fe von Le­vy auf sein Land und sei­ne Lands­leu­te, in de­nen er die Rän­der der is­rae­li­schen Ge­sell­schaft als Ver­tre­ter des Main­streams por­trä­tiert und die von den schlimms­ten Ge­lehr­ten Is­ra­els als Be­weis für ih­re gif­ti­ge ju­deo­pho­bi­schen Ver­un­glimp­fung gie­rig auf­ge­grif­fen wer­den, wird er per­ver­ser wei­se, vom is­rae­li­schen Es­ta­blish­ment in­nig um­armt. Ein häu­fi­ger Gast auf TV-​politischen Dis­kus­si­ons­run­den und Teil­neh­mer in Prime­time Doku-​Dramas, ist die Tat­sa­che, dass ihm er­laubt wird, sei­ne gif­ti­gen Ti­ra­den un­ge­hin­dert – ja so­gar mit Ap­plaus – zu ver­brei­ten, an sich schon die ka­te­go­rischs­te Wi­der­le­gung sei­ner lä­cher­li­chen An­kla­gen.

Man kann nur schau­dern vor dem Schick­sal ei­nes pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­gen­parts, der es wa­gen soll­te, die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de – ge­schwei­ge denn die Ha­mas – zu kri­ti­sie­ren – ge­schwei­ge denn zu ver­un­glimp­fen – auf ei­ne Art und Wei­se, die sich auch nur von Fer­ne an Le­vys Ver­un­glimp­fung Is­ra­els an­nä­hert. Es gibt we­nig Zwei­fel dar­an, dass nicht nur sei­ne jour­na­lis­ti­sche Kar­rie­re, son­dern ver­mut­lich we­sent­lich mehr – viel­leicht so­gar buch­stäb­lich – plötz­lich ab­ge­schnit­ten wür­de.

Doch Le­vy ist nicht al­lein im Cre­scen­do der ir­re­füh­ren­den und geist­lo­sen Mainstream-​Verteufelung des jü­di­schen Staa­tes. Zum Bei­spiel plärrt das är­ger­lich im­be­zi­le Stück des Massenzirkulations-​Tageszeitungs–Yediot-​Aharonots-Re­dak­tors Si­ma Kad­mon, „Wir sind nicht bes­ser als un­se­re Fein­de” in ei­nem pri­mi­ti­ven Ver­such, Ge­sell­schaf­ten, die Mord ver­ur­tei­len, mit Ge­sell­schaf­ten, die ihn lob­prei­sen, gleich­zu­set­zen; die Mo­ral de­rer, die ih­re Mör­der geis­seln, mit der­je­ni­gen de­rer, die sie fei­ern, in ei­nen Topf zu wer­fen.

Ver­stö­ren­de Un­ehr­lich­keit

Dann gab es Ron Ben-​Yishai, den Militärveteranen-​Korrespondenten, der, ver­mut­lich mit tod­erns­tem Ge­sicht, schrieb: Sie [Jü­di­sche Ex­tre­mis­ten] sind nicht an­ders als ISIS …

Das ist jü­di­scher Dschi­ha­dis­mus, in je­dem De­tail iden­tisch mit is­la­mi­schem Dschi­ha­dis­mus.”

Iden­tisch? In je­dem De­tail? Ja, klar. Wie Mas­sen­ent­haup­tun­gen? Wie Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen? Wie sys­te­ma­ti­sche Fol­ter? Wie Mil­li­ar­den­bud­gets? Wie in­ter­na­tio­na­ler Ex­pan­sio­nis­mus? Es ist trau­rig, solch trans­pa­ren­te pro­fes­sio­nel­le Un­ehr­lich­keit zu se­hen von je­man­dem wie Ben-​Yishai, der, wenn über­haupt ir­gend je­mand, ge­nau wis­sen soll­te, dass es kei­nen Krü­mel an Ähn­lich­keit gibt zwi­schen spo­ra­di­schen jü­di­schen Hass­ver­bre­chen und durch­drin­gen­dem dschi­ha­dis­ti­schem Ter­ro­ris­mus – we­der in sei­nen Zie­len, sei­nem Um­fang, sei­nen Mög­lich­kei­ten, noch sei­nem Mo­dus Ope­ran­di.

Es ist ei­ne mons­trö­se Lü­ge, so et­was vor­zu­schla­gen.

Die­ser Miss­brauch jour­na­lis­ti­scher Pri­vi­le­gi­en hat ein kla­res Ziel.

Es geht nicht dar­um, Ho­mo­se­xu­el­len­rech­te zu be­wah­ren oder pa­läs­ti­nen­si­sche Klein­kin­der vor der wahn­haf­ten Be­dro­hung durch ei­nen dro­hen­den Le­via­than jü­di­schen Fun­da­men­ta­lis­mus’ zu ret­ten. Nein, es dient viel­mehr ei­nem ganz ei­ge­nen Pro­gramm.

Auf ei­ner Ebe­ne ha­ben sich Jour­na­lis­ten /​ Pu­bli­zis­ten be­müht, sich mit blan­ker Be­su­de­lung zu über­trump­fen, um Gunst und Sta­tus bei den links­ge­rich­te­ten Bonzen-​Truppen in der is­rae­li­schen Zi­vil­ge­sell­schaft zu ge­win­nen, wo je­man­des „Pie­täts­stu­fe” durch die Wild­heit der selbst­ge­rech­ten An­grif­fe be­stimmt wird, so un­be­grün­det und au­ßer­ge­wöhn­lich sie auch sein mö­gen, auf die jü­di­schen Sied­ler /​ Ge­mein­den hin­ter der Vor-​1967-​Linie.

Ver­such, die De­bat­te ab­zu­wür­gen

Auf ei­ner an­de­ren Ebe­ne wur­den die jüngs­ten An­grif­fe ge­star­tet, um die po­li­ti­schen Geg­ner auf der rech­ten Sei­te durch an­geb­li­che As­so­zia­ti­on mit den Tä­tern zu de­le­gi­ti­mie­ren – ent­we­der ih­re Ideo­lo­gie zu bil­li­gen oder sie nicht kräf­tig ge­nug zu be­kämp­fen – und da­mit je­de sub­stan­ti­el­le De­bat­te nie­der­zu­schla­gen.

Je­dem, der das für un­be­grün­det hält, schla­ge ich vor, dass er die Ko­lum­ne von Gi­deon Le­vy liest, wo er ver­kün­det: „Es ist ein­fach nicht mög­lich, … von den Sied­lern ge­schockt zu sein, die ei­ne Fa­mi­lie in Brand ste­cken [oder] Schwu­len­rech­te un­ter­stüt­zen [aber] ei­ne Grün­dungs­kon­fe­renz in Ari­el ab­hal­ten … Das Bö­se kennt kei­ne Gren­zen; Es be­ginnt an ei­nem Ort und brei­tet sich rasch in al­le Rich­tun­gen aus … ”

Le­vy (an­ders als die Po­li­zei und die IDF) „weiss” al­so nicht nur, dass die nicht iden­ti­fi­zier­ten Brand­stif­ter bei Du­ma „Sied­ler” wa­ren, son­dern er stellt das Bö­se der Ba­by­ver­bren­nung in ei­ne Li­nie mit ei­ner Kon­fe­renz über die Vor-​1967-​Linie in ei­ner „Sied­lung” wie Ari­el, die 1977 von der Ar­bei­ter­par­tei ge­grün­det wur­de und wo Yair La­pid sei­ne neue Par­tei, Yesh Atid, im Jahr 2012 ins Le­ben ge­ru­fen hat.

Dar­über hin­aus, für Le­vy: „Der pri­mä­re Nähr­bo­den de­rer, die die Dawabsha-​Familie ver­brann­ten, wa­ren die is­rae­li­schen Streit­kräf­te … Weil, was ist der Un­ter­schied zwi­schen dem Ent­zün­den ei­nes Brand­sat­zes und dem Ab­wer­fen ei­ner Bom­be? In Be­zug auf die Ab­sicht oder den Vor­satz gibt es kei­nen Un­ter­schied.”

Da ha­ben wir es al­so. Ei­ne jü­di­sche Stadt auf­zu­bau­en, is­rae­li­sche Bür­ger ge­gen Ra­ke­ten zu ver­tei­di­gen und die Ein­äsche­rung pa­läs­ti­nen­si­scher Ba­bys sind Teil der­sel­ben un­ver­meid­li­chen Kau­sal­ket­te. Was könn­te kla­rer sein?

Jü­di­sche Hass­ver­bre­chen, NICHT ara­bi­scher Ter­ror

Na­tür­lich ha­ben die po­li­ti­schen Re­prä­sen­tan­ten des Rech­tes wie­der ein­mal ge­zeigt, dass sie we­der die in­tel­lek­tu­el­le Tie­fe noch das ideo­lo­gi­sche Ver­ständ­nis ha­ben, ge­gen­zu­hal­ten und sind vor die­sem An­griff der Lin­ken ein­ge­knickt. Von Pre­mier­mi­nis­ter Net­anya­hu, über Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ya’alon, bis zu Si­cher­heits­mi­nis­ter Erdan, über­nah­men al­le ge­hor­sam das ver­lo­ge­ne Man­tra der Lin­ken, dass jü­di­sche Hass­ver­bre­chen, Van­da­lis­mus und Hoo­li­ga­nis­mus äqui­va­lent sei­en zum ara­bi­schen Ter­ro­ris­mus und dass da­her äqui­va­len­te au­ßer­ge­richt­li­che Maß­nah­men er­grif­fen wer­den müss­ten, um sie zu be­kämp­fen.

Das ist ei­ne mas­si­ve Falsch­dar­stel­lung. Denn wäh­rend die bei­den Phä­no­me­ne viel­leicht ein paar Ähn­lich­kei­ten ha­ben, wä­re ir­gend­ei­ne Äqui­va­lenz zwi­schen den bei­den zu zie­hen ähn­lich, wie ein Nas­horn mit ei­nem Chi­hua­hua gleich­zu­set­zen, nur weil bei­de Vier­bei­ner sind.

Die Re­gie­rung kann gu­te Recht­fer­ti­gun­gen ha­ben, au­ßer­ge­richt­li­che Maß­nah­men zu er­grei­fen, wie ad­mi­nis­tra­ti­ve Haft ge­gen ara­bisch /​ mus­li­mi­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen, denn die­se wer­den von aus­län­di­schen Re­gie­run­gen un­ter­stützt, fi­nan­ziert und aus­ge­rüs­tet und ha­ben so­mit Ka­pa­zi­tä­ten, die weit über je­ne ei­ner Pri­vat­per­son oder ei­ner Grup­pe von Pri­vat­per­so­nen hin­aus­ge­hen.

Seit sei­ner Grün­dung ist Is­ra­el von ter­ro­ris­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen an­ge­grif­fen wor­den, die die ak­ti­ve Un­ter­stüt­zung ver­schie­de­ner ara­bi­scher Re­gie­run­gen wie Ägyp­ten, Jor­da­ni­en, Sy­ri­en und Irak ge­nos­sen ha­ben.

Heu­te, an­ders als ara­bi­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen, ha­ben jü­di­sche Ex­tre­mis­ten kein Äqui­va­lent zum Iran, um sie aus­zu­rüs­ten oder zu Ka­tar, um sie zu fi­nan­zie­ren; sie ha­ben kei­ne in­ter­na­tio­na­len Bü­ros mit Kommunikations- /​ Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tu­ren rund um den Glo­bus. Dem­entspre­chend müs­sen die Si­cher­heits­kräf­te mit Be­fug­nis­sen aus­ge­stat­tet wer­den, um mit ara­bi­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen um­zu­ge­hen, die sie für jü­di­sche Ex­tre­mis­ten nicht be­nö­ti­gen (oder zu­min­dest nicht be­nö­ti­gen soll­ten).

Es ge­nügt, die dür­ren Ju­gend­li­chen zu be­trach­ten, die durch Ver­wal­tungs­de­kret oh­ne for­ma­le An­kla­gen ver­haf­tet wer­den, um zu er­ken­nen, wie pa­the­tisch ein Ver­gleich zwi­schen den ideo­lo­gisch ge­trie­be­nen Ver­bre­chen der Ju­den und den völ­ker­mör­de­ri­schen Zie­len der dschi­ha­dis­ti­schen ara­bi­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen ist.

Sel­te­ne Über­ein­stim­mung mit Gal-​On

Die­je­ni­gen, die jü­di­sche Hass­ver­bre­chen /​ Van­da­lis­mus mit ara­bi­schem Ter­ro­ris­mus gleich­set­zen, be­haup­ten, dass prä­ven­ti­ve au­ßer­ge­richt­li­che Maß­nah­men ver­gan­ge­ne Über­tre­tun­gen hät­ten ver­hin­dern kön­nen.

So be­haup­tet Ben-​Yishai: „Hät­ten sie jü­di­sche Ter­ro­ris­ten so be­han­delt, wie sie ara­bi­sche Ter­ro­ris­ten be­han­delt ha­ben, hät­ten sie vie­le die­ser Ta­ten von Mord, Brand­stif­tung und Van­da­lis­mus ver­hin­dern kön­nen. Hät­ten sie die­se „Preis­schild­kri­mi­nel­len” jah­re­lang in Ad­mi­nis­tra­tiv­haft ge­hal­ten, wie sie es mit ara­bi­schen Ter­ro­ris­ten tun, wenn es nicht ge­nü­gend Be­wei­se für ei­ne Ver­ur­tei­lung gibt, hät­ten die jü­di­schen Ter­ro­ris­ten von der Durch­füh­rung ih­rer Plä­ne ab­ge­hal­ten wer­den kön­nen.”

Kad­mon drückt ähn­li­che Ge­füh­le aus: „Ver­ur­tei­le nicht die kri­mi­nel­len Hand­lun­gen, nach­dem sie ge­sche­hen sind. Ver­hin­de­re sie.”

Doch das kann von je­dem Ver­bre­chen und je­dem ver­mu­te­ten Übel­tä­ter ge­sagt wer­den.

Ver­die­nen ih­re Op­fer we­ni­ger prä­ven­ti­ven Schutz als pa­läs­ti­nen­si­sche Op­fer jü­di­scher ideo­lo­gi­scher Tä­ter? Und wenn nicht, war­um nicht au­ßer­ge­richt­li­che Maß­nah­men durch­set­zen, um ih­re Si­cher­heit zu ge­währ­leis­ten? Klar, die Lo­gik de­rer, die den jü­di­schen Ex­tre­mis­mus mit dem dschi­ha­dis­ti­schen Ter­ro­ris­mus gleich­set­zen, zeigt kei­ne wirk­li­che Rück­sicht auf de­mo­kra­ti­sche Re­gie­rungs­füh­rung – nur hef­ti­ge po­li­ti­sche Par­ti­sa­nen­schaft.

In ei­nem sel­te­nen Au­gen­blick von Gleich­ge­sinnt­heit fand ich mich mit der Meretz-​Vorsitzenden Ze­ha­va Gal-​On ein­ver­stan­den, die in Be­zug auf ad­mi­nis­tra­ti­ven In­haf­tie­run­gen kom­men­tier­te: „Es kann nicht sein, daß die Lö­sung für schlech­te Po­li­zei­ar­beit Ver­haf­tun­gen oh­ne an­stän­di­gen Pro­zess und Ge­richts­ver­fah­ren sind.”

Ich hät­te nie ge­dacht, dass ich das je sa­gen wür­de, aber Gal-​On hat recht.

Mar­tin Sher­man (www.martinsherman.org) ist Grün­der und CEO des Is­ra­el In­sti­tu­te for Stra­te­gic Stu­dies (www.strategic-israel.org).

1 Kommentar

  1. Yamini

    Es mag sein dass die Is­rae­lies Feh­ler ma­chen und Un­recht be­ge­hen.
    Ich ver­ste­he nicht viel von Po­li­tik. Mich be­ein­dru­cken aber die Pro­phe­zei­un­gen Ba­haul­lahs 1817 – 1892 und sein Sohn Ab­dul­ba­ha 1844 – 1921.
    Bei­de ha­ben die Ent­ste­hung Is­ra­els vor­aus ge­sagt und ha­ben recht be­hal­ten.
    Die Ju­den sind so et­was wie der Knüp­pel Got­tes. Sie wer­den laut He­se­kiel 38 und 39 von 10 is­la­mi­schen Staa­ten an­ge­grif­fen wer­den und es wird Is­ra­el nichts and­res üb­rig blei­ben als sei­ne Atom­bom­ben ein­zu­set­zen.
    Da­bei wer­den ca. 400000000 ( Vier­hun­dert­mil­lio­nen ) Mus­li­me den Tod fin­den.

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