Europas Selbstmordpakt
Kollabieren die drei großen europäischen Mächte – und einige der kleineren – alle gleichzeitig?
Bruce Bawer, 12. Oktober 2026, Frontpage Magazine
Aus dem Englischen von Martin Christen

Symbolbild: KI-generiert
In den letzten Tagen tendierten die Titel von YouTube-Videos über Europa zu einer äußerst aufgeregten Diktion: „Sie zerstören Frankreich“ (6. Oktober); „Frankreich ist kollabiert“ (Rubin Report, 8. Oktober); „Wir erleben das Ende Frankreichs“ (9. Oktober); „Frankreich steht in Flammen“ (Triggernometry, 9. Oktober); „Die Belagerung von London“ (Bill O’Reilly, 8. Oktober); „Deutschlands Krise: Warum das Leben hier inzwischen unmöglich ist“ (3. Oktober).
Was für ein faszinierender Moment in der westeuropäischen Geschichte. Kein glücklicher Moment, kein vielversprechender Moment, aber gewiss ein faszinierender. Noch vor gar nicht so langer Zeit waren Deutschland, Frankreich und Großbritannien Weltmächte; heute sind alle drei Sanierungsfälle, die parallele Krisen durchleben und der Willkür von Einwanderern aus den schlimmsten Regionen des Planeten ausgeliefert sind. Und die Mainstream-Medien in diesen Ländern wie auch in den USA tun ihr Bestes, um diese Krisen totzuschweigen, und überlassen es YouTubern sowie anderen Online-Nachrichtenreportern und Kommentatoren, diese Lücke zu füllen.
Die grundlegende Geschichte der letzten Jahrzehnte ist einfach genug: Die politischen Führer Westeuropas – angetrieben von einer Kombination aus multikultureller Ideologie, Verachtung für die einfachen Bürger ihrer eigenen Länder sowie einer beträchtlichen Dosis an Dummheit und Feigheit – haben eine Politik verfolgt, die ihre Länder weniger westlich, weniger demokratisch und unsicherer gemacht hat. Sie schienen sich weit mehr um muslimische Einwanderer zu kümmern, ob legal oder nicht, die sie ad infinitum mit Sozialleistungen überhäuften, als um hart arbeitende Einheimische, die gleichzeitig überbesteuert und unzureichend versorgt wurden.
Tony Blair sprach offen über seinen Wunsch, das Gesicht Großbritanniens zu verändern. Angela Merkel gestand später, dass sie Deutschlands Schleusen 2015 geöffnet hatte, um ihre politische Konkurrenz in den Stimmen der neu angekommenen Ausländer zu ertränken. Jahrelang, während Premierminister beider großen Parteien kamen und gingen, haben die britischen Wähler ihren Wunsch deutlich gemacht, Großbritannien britisch zu halten; dennoch haben beide Parteien – ähnlich wie die Biden-Administration – dafür gesorgt, dass die Illegalen weiterhin unaufhörlich ins Land strömen, als Teil eines boshaften Programms einer radikalen sozialen Metamorphose. Während das Volk nach Arbeitsplätzen und Wohnraum, nach Recht und Ordnung sowie nach einem Ende der offenen Grenzen schrie, beteten ihre Machthaber an den Altären der Klima- und der Gender-Ideologie, bestraften die Meinungsfreiheit auf eine Weise, die sich vor einer Generation niemand hätte vorstellen können, und behandelten den Islam als Segen und nicht als Fluch.
Für mich ist der wohl prägnanteste Ausdruck der Ohnmacht des britischen Staates der langjährige Tory-Abgeordnete Jacob Rees-Mogg. Wohlgemerkt, er ist weit davon entfernt, Großbritanniens schlechtester Politiker zu sein. Er bringt mich zwar auf die Palme, aber das liegt daran, dass er offenkundig intelligent, bewandert, eloquent und – wie ich glaube – ehrlich und wohlmeinend ist. In einer kürzlichen Online-Debatte hat er mit Tucker Carlson den Boden gewischt. Dennoch ist er eine zur Verzweiflung treibende Figur, schlicht weil er nie die Fassung zu verlieren scheint, nie so handelt, als seien die Dinge so schlimm, wie sie tatsächlich sind, und nie auch nur ein Deut Leidenschaft für das Wohl des britischen Volkes erkennen lässt. Er ist chronisch unerschütterlich, ein „kühl, kühl, besonnener Mann“ (um den Song aus 1776 zu zitieren), der das phlegmatische Gebaren des klassischen viktorianischen Staatsdieners perfekt verkörpert: Jeden Tag macht er sich auf den Weg zur Arbeit, um das größte Weltreich auf Kurs zu halten, voller Zuversicht, es im Laufe der Zeit in alter Stärke an seine Söhne weiterzureichen. Ist der Mann eigentlich verrückt?
Großbritanniens Nachbarn verfügen natürlich über ihre eigenen lebenden Symbole politischer Trägheit – Sarkozy und Hollande in Frankreich, Bundeskanzler Friedrich Merz in Deutschland. Das Problem in all diesen drei Ländern – und ich greife sie nur heraus, weil sie die Schwergewichte auf dem Platz sind – liegt seit geraumer Zeit auf der Hand, ebenso wie die wachsende Ungeduld der heimischen Bevölkerung gegenüber den politischen Eliten. Die Unterstützung für die Alternative für Deutschland, für Frankreichs Rassemblement National und für Restore Britain ist stetig gestiegen, und immer mehr Menschen wagen es, von einer Rückführung problematischer Einwanderer in ihre Herkunftsländer zu sprechen.
Das Beispiel Donald Trumps in den USA hat bei all dem offensichtlich eine maßgebliche Rolle gespielt. In einer jüngsten Rede gelobte Robert Lowe, der Kopf von Restore Britain, zu bohren, was das Zeug hält („drill, baby, drill“), Javier Milei wie eine „sozialistische Marionette“ aussehen zu lassen und Großbritannien wieder groß zu machen („make Britain great again“). Sein gesamter Text war ein Schlachtruf: „Wir werden die Islamisierung unseres Landes umkehren.“ „Die Einwanderung aus der Dritten Welt nach Großbritannien wird vollständig beendet.“ „Es wird keine pakistanische Einwanderung nach Großbritannien mehr geben.“ „Wir werden die Verbindung zwischen der britischen Staatsbürgerschaft und dem Britischsein im eigentlichen Sinne wiederherstellen.“ Er bezeichnete die Bootsflüchtlinge, die den Ärmelkanal überqueren, sogar als „Gesindel“ (scumbags), wählte dabei jedoch eine derart britische Eleganz in der Aussprache, dass es kaum vulgär klang.
Lowes Publikum bedachte ihn mit stehenden Ovationen. Ich würde ihm ebenfalls zujubeln, wenn ich sicher sein könnte, dass seine Versprechen überhaupt umsetzbar sind. Leider hat er es mit einem öffentlichen Dienst zu tun, der durch und durch von Anhängern der Labour-Partei durchsetzt ist; mit einer Landespolizei, die nicht in der edlen Tradition eines Robert Peel geschult wurde, sondern darauf abgerichtet ist, Menschen, die die Wahrheit aussprechen, zu verhaften und islamische Agitatoren zu schützen; mit Städten, die von muslimischen Bürgermeistern und Verwaltern geführt werden; sowie mit einem Regierungssystem, das von fernab der Wählergunst agierenden, radikallinken Quangos („quasi-autonomen Nichtregierungsorganisationen“) dominiert wird, die – obwohl dem Wähler gegenüber nicht rechenschaftspflichtig – die vollständige Kontrolle über eine immense Zahl der führenden Institutionen des Landes ausüben. Es handelt sich um einen tiefen Staat (Deep State), gegen den der Sumpf in Washington D.C. wie ein beschaulicher See wirkt.
Unterdessen haben sich in Paris und anderen Städten Frankreichs massive Straßenproteste jugendlicher Schüler, die zunächst Verbesserungen im Bildungswesen forderten, rasch zu tagtäglichen gewalttätigen Krawallen linker und pro-palästinensischer Kräfte ausgeweitet. Dutzende Lehrer wurden physisch angegriffen, etliche Schulen in Brand gesteckt, Tausende Randalierer festgenommen und unzählige palästinensische, algerische sowie marokkanische Flaggen stolz von hochgradig abschiebefertigen Halunken gehisst, die immer wieder ihre Liebe zu Allah, ihren Hass auf Frankreich und ihre Bereitschaft, jeden Ungläubigen in Sichtweite zu töten, gen Himmel schrien.
Zyniker mögen achselzuckend darauf verweisen, dass diese Art von Krawall im krisenerprobten Frankreich schlicht merde genannt wird. Letzte Woche beklagte der britische Kommentator Winston Marshall, dass es bereits „zwei Frankreichs“ gebe. Andere Beobachter merkten an, dass dieses Chaos die nächsten Wahlen praktisch Marine Le Pen oder Jordan Bardella in die Hände spielt – je nachdem, wer als Kandidat des Rassemblement National ins Rennen geht. Es wird auch Zeit: Le Pen steht seit Jahrzehnten in den Startlöchern, um die Dinge wieder einzurenken, während ein Mitglied dieser chancenlosen französischen Politikerkaste nach dem anderen sehenden Auges die Verwandlung einer zivilisierten Nation in ein Herrschaftsgebiet von Wilden beaufsichtigt hat.
Vergangene Woche erlangte einer der französischen Straßenprotestler, ein privilegierter, fotogener, aber reichlich psychopathisch wirkender Pariser Oberschüler namens Elwan Benoit – natürlich in ein Palästinensertuch gehüllt –, spontane Berühmtheit, indem er vor dem Mikrofon eines Journalisten drei Minuten lang eine Litanei abgedroschener linker Klischees herunterbetete; später wurde er dabei gefilmt, wie er den sozialistischen Politiker Jean-Luc Mélenchon herzte, das derzeitige Gesicht der französischen Linken.
Mélenchon ist im Übrigen dafür bekannt, das zu bejubeln – und dafür bejubelt zu werden –, was er die „Kreolisierung“ (créolisation) Frankreichs nennt. Wovon er tatsächlich spricht, ist der Große Austausch (Grand Remplacement) der Franzosen durch Muslime, überwiegend aus dem Maghreb. Man wird natürlich niedergeschrien, wenn man gebildete Franzosen vor dem Großen Austausch warnt – allein das Konzept, so werden sie einem erklären, sei rassistisch –, aber wenn man dieselbe Entwicklung als Kreolisierung feiert, stoßen sie begeistert mit einem an.
Nicht nur in Frankreich sind führende Köpfe der Linken dazu übergegangen, die Realität des islamischen Demografiewechsels nicht mehr zu leugnen, sondern ihn – unter anderem Namen – zu akzeptieren und gar zu begrüßen. Bei einer Podiumsdiskussion drückte Timothy Stanley vom Telegraph – wohlgemerkt einer angeblich konservativen Zeitung – kürzlich seine Freude darüber aus, dass die Führende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, britisch-nigerianischer Abstammung ist. „Es ist passiert“, verkündete er, „und es gibt kein Zurück mehr!“ Hat er irgendwelche Bedenken hinsichtlich der demografischen Entwicklung Großbritanniens? Keineswegs: Es erfülle ihn mit „Stolz“, so Stanley, zu wissen, dass Badenoch als „Kultur- und Übergangsfigur“ das Gesicht eines „ethnischen Wandels“ in Großbritannien und seiner Regierung sei.
Doch zurück zu Benoit, dem blassen Gesicht der schwarzen Pariser Vororte. Die Online-Kommentare über ihn waren aufschlussreich. Linke feierten ihn als wunderbaren neuen Stern am Politik-Himmel. Andere sahen in ihm den „Schulbuchfall“ eines „durch und durch bourgeoisen“ Jünglings, der „die kommunistische Dialektik perfekt nachzureden gelernt hat“; das „perfekte Musterbeispiel eines Salonsozialisten“, dessen Eltern „im tiefen Staat bestens vernetzt sind“ und der „den schulmeisternden Moralapostel gibt“; einen „verwöhnten Fratz“, gehüllt in „Selbstgewissheit und moralische Überlegenheit“.
Ja, das trifft es auf den Punkt. Stünde Frankreich nicht kurz vor der „Kreolisierung“, läge vor diesem unreifen jungen Mann vermutlich eine glänzende politische Karriere. Oder vielleicht auch nicht: Am Abend des 7. Oktober trat Benoit in einer TV-Debattensendung auf und hat sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was einige zu der Frage veranlasste, ob er seine fünfzehn Minuten Ruhm nicht bereits verspielt habe. Dennoch wirft dieser ganze Hype um diverse Nachwuchs-Robespierres eine interessante Frage auf: Wenn die Muslime erst einmal die Kontrolle übernehmen – was stellen sie dann mit einstigen nützlichen Idioten wie ihm an?
Unterdessen herrscht in Deutschland beim politischen Establishment Panik wegen der Alternative für Deutschland (AfD), die so aussieht, als könne sie bald in der Lage sein, Landesregierungen, wenn nicht gar die Bundesregierung zu stellen. Eine der Deutschen, die besorgt sind, ist Feli, eine aufgeweckte und lebensfrohe junge deutsche YouTuberin, die ich ab und zu verfolgt habe. Jahrelang veröffentlichte sie heitere, belanglose Videos über ihr Leben als Auswanderin in Cincinnati. Sie liebt Cincinnati, liebt Ohio, liebt Amerika. Doch vor einem Jahr kehrte sie mit ihrem amerikanischen Ehemann in ihre Heimatstadt München zurück, und obwohl sie sich selten zu politischen Themen geäußert hat, veröffentlichte sie Anfang Oktober ein Video, das ihre amerikanischen Zuschauer über die AfD aufklären sollte.
Ich war enttäuscht – wenn auch kaum überrascht – von ihrem gehorsamen Nachplappern der Parteilinie des Establishments. Gemäß dem deutschen Nachkriegsgrundgesetz, so erklärte sie uns, gelten die Mitglieder der AfD als „rechtsextremistisch“, weil sie „bestimmte Gruppen“ als „anderen überlegen“ ansehen. Alles klar? Wenn man eine tyrannische Religion, die Ehrenmorde und Kindervergewaltigungen billigt, für minderwertiger hält als eine säkulare westliche Demokratie, ist man ein Rechtsextremist. Darüber hinaus zitierte Feli das Bundesamt für Verfassungsschutz mit der Aussage, dass die Rückführung von irgendwelchen Einwanderern in ihre Herkunftsländer „mit dem deutschen Grundgesetz unvereinbar“ sei. Remigration? Sie zeigte uns einen Ausschnitt, in dem Merz selbst Remigration als „ethnische Säuberung“ verurteilte. (Wie bemerkenswert es doch ist, dass bestimmte Menschen einfach nicht begreifen können, dass sie selbst diejenigen sind, die „gesäubert“ werden!)
Erst nach 21 Minuten ihres Videos verwendete Feli das Wort „Islam“, aber nicht wirklich: Sie sagte nicht „Islam“, sondern „Islamophobie“, denn nach ihrer Lesart ist Letzteres das eigentliche Problem, nicht Ersteres. Warum, so fragte sie, unterstützen so viele Menschen, insbesondere im Gebiet der ehemaligen DDR, die AfD und wettern gegen den Islam? Ihre Antwort: Weil sie die „Partei der Empörung und der Frustration“ sei, die Menschen mit Wirtschafts- und Wohnungsproblemen – Menschen, die sich vom früheren Westdeutschland „abgehängt fühlen“ – einrede, das politische Establishment habe den Kontakt zu ihnen verloren und ihre Probleme seien größtenteils die Schuld der Neuankömmlinge, die, sobald man ihnen einen Pass in die Hand drückt, als genauso deutsch gelten wie man selbst.
Wiederholt erzählte uns Feli in ihrem Video, dass die AfD „viele Menschen in Deutschland besorgt macht“. Nun, nach den Wählerstimmen zu urteilen, die sie erhält, sorgt sie bei vielen Menschen in Deutschland auch dafür, dass sie sich zum ersten Mal seit Jahren zumindest ein wenig hoffnungsvoll fühlen. Was für ein Jammer zu sehen, dass diese muntere junge YouTuberin eine weitere Deutsche ist, die nicht begreift, dass das heutige Äquivalent ihres Landes zu den Nazis nicht die AfD ist – sondern der Islam. Und ich füge hinzu: Wenn ich Deutscher wäre, würde ich mir nicht Sorgen machen, dass die AfD Wahlen im ehemaligen Ostdeutschland gewinnt, sondern dass Berlin nach den Wahlen im September – wie zuvor London und New York – im Begriff ist, in die Hände der pro-islamischen, anti-israelischen extremen Linken zu fallen, diesmal in Gestalt der Partei Die Linke.
Nun ja. Einige von uns haben schon vor einem Vierteljahrhundert erkannt, dass Westeuropa auf eine Islamisierung zusteuert und dass dies zu etwas sehr Großem und sehr Schlimmem führen würde. Wir wussten, dass der Islam seine Tentakel nicht deshalb in nicht-islamische Räume ausstreckt, damit seine Anhänger Menschenrechte erlangen oder bessere Lebensbedingungen finden, sondern zum Zweck der Ausbeutung und letztlich der Eroberung. Dennoch waren wir nicht sicher, welche Form diese Veränderungen genau annehmen würden. In welchem Maße würde eine vollkommene Anbiederung die Übernahme erschreckend einfach machen, wie in Michel Houellebecqs Meisterwerk Unterwerfung von 2015? Würde sich der Wandel Land für Land vollziehen oder würde er eine relativ friedliche Patchwork-Periode beinhalten, in der beispielsweise ein von der Scharia beherrschtes Bradford, Marseille oder Sachsen-Anhalt für eine gewisse Zeit von noch demokratischen Regionen umgeben wäre? Würde es zu Straßenkämpfen kommen?
Wie dem auch sei: Nun sind wir hier, und es geschieht. Und das nicht nur in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Unruhen wegen der muslimischen Einwanderung destabilisieren Länder, von denen ich einst dachte, sie könnten diesem Schicksal vielleicht entgehen – Irland, Island, Finnland. Leider sagte der finnische Politiker Sebastian Tynkkynen neulich, dass in seiner Heimatstadt Vantaa „bereits fast 50 % der Sozialgelder an Migranten gehen“ und einige Gebiete bereits unter der Kontrolle muslimischer Anführer stehen. Anfang Oktober wurden YouTube-Videos mit Titeln wie „Chaos in Belgien“, „Belgische Schülerproteste erreichen den Siedepunkt“ und „Brüssel brennt“ veröffentlicht. Allein in den letzten Tagen gab es Krawalle in Barcelona, Glasgow, Lüttich und anderen Orten. Am Sonntag twitterte Geert Wilders das Bild einer Pro-Hamas-Kundgebung in Amsterdam. „Die Judenhasser“, schrieb er, „beherrschen dieses Land.“
Die Vorwände für die Unruhen unterscheiden sich von Ort zu Ort und sogar von Tag zu Tag – Wohnraum, Bildung, Arbeitslosigkeit. Aber sie sind alle Teil desselben unheilvollen Chaos, alle verwurzelt in den tiefgreifenden existenziellen Transformationen, die den Ländern Westeuropas aufgezwungen wurden, ohne dass jemals jemand die Wähler nach ihrer Meinung gefragt hätte. Immer mehr einfache Europäer wachen auf – und was sie sehen, gefällt ihnen nicht. Sie erkennen nun, dass ihre politischen Eminenzen Feiglinge sind, während lang dämonisierte Figuren wie Tommy Robinson, Geert Wilders und Marine Le Pen Helden sind. Als Folge dieses Erwachens schrumpfen die etablierten Parteien, während relativ neue, islamkritische Parteien florieren. Kurz gesagt: Die lange Zeit teilnahmslosen Bürger erkennen, dass drastische Maßnahmen ergriffen werden müssen, um ihre Kinder und Enkel vor der Sklaverei zu bewahren. Ja, Sklaverei. Vor zwanzig Jahren – oder zehn, oder selbst vor fünf – hätte die Verwendung eines solchen Wortes in diesem Kontext allgemeines Gelächter hervorgerufen. Scharia-Recht im Westen? Absurd. Ein „Großer Austausch“? Unmöglich. Nun, das Lachen verstummt, und zwar rasch.
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Bruce Bawer ist Shillman Fellow am David Horowitz Freedom Center.

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