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Is­ra­el war nie ei­ne Bri­ti­sche Ko­lo­nie; Ju­däa und Sa­ma­ria sind kei­ne Is­rae­li­sche Ko­lo­ni­en

Blog-​Autor, 2. 12. 2015, First One Through

Vie­le uni­for­me Kri­ti­ker Is­ra­els kri­ti­sie­ren die Grün­dung des Staa­tes Is­ra­el und be­haup­ten, dass Is­ra­el als Ko­lo­nia­ler Vor­pos­ten Gross­bri­tan­ni­ens ge­grün­det wor­den sei. Die Aus­sa­ge ist ab­surd und leicht wi­der­leg­bar.

Völ­ker­recht, nicht Bri­ti­sches Recht

Ver­schie­de­ne Völ­ker­rechts­ver­ein­ba­run­gen ge­neh­mig­ten die Ein­wan­de­rung von Ju­den nach Pa­läs­ti­na, und in­ter­na­tio­na­le Gre­mi­en ge­neh­mig­ten die Schaf­fung des jü­di­schen Staa­tes Is­ra­el.

Mai 1949: In­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung: Die Ver­ein­ten Na­tio­nen be­schlos­sen, den Staat Is­ra­el als Mit­glied­staat zu­zu­las­sen, am En­de von Is­ra­els Krieg mit den ara­bi­schen Län­dern.

Mai 1948: In­ter­na­tio­na­le An­er­ken­nung: Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, die So­wjet­uni­on und ei­ni­ge an­de­re Län­der an­er­ken­nen Is­ra­el kurz nach­dem Is­ra­el sei­ne Un­ab­hän­gig­keit er­klärt hat­te.

Mai 1948: Is­ra­el er­klärt Un­ab­hän­gig­keit, aber nicht von Gross­bri­tan­ni­en: Is­ra­el war­te­te mit sei­ner Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung bis Gross­bri­tan­ni­en das hei­li­ge Land ver­las­sen und sein Man­dat ab­ge­schlos­sen hat­te. Die is­rae­li­sche Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung er­wähnt Gross­bri­tan­ni­en nicht, da GB das Land nie als Ko­lo­nie be­trach­te­te (ver­glei­chen Sie das mit der Spra­che in der Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung der USA, das en­ge Be­zie­hun­gen mit GB er­wähnt.)

No­vem­ber 1947: UNO-​Teilungs-​Abstimmung: Die Ver­ein­ten Na­tio­nen stimm­ten über die Grün­dung ei­nes jü­di­schen Staa­tes in Pa­läs­ti­na ab, mit 33 Ja-​Stimmen, 13 Ge­gen­stim­men und 10 Ent­hal­tun­gen (Gross­bri­tan­ni­en ent­hielt sich der Stim­me).

Ju­li 1922: Jü­di­sche Heim­stät­te eta­bliert vom Völ­ker­bund: Der Völ­ker­bund (Vor­läu­fer der Ver­ein­ten Na­tio­nen) stimm­te ab über die Auf­lö­sung des al­ten Os­ma­ni­schen Rei­ches und stell­te das Ge­biet von Pa­läs­ti­na un­ter bri­ti­sche Auf­sicht. Die­ses Ge­biet Pa­läs­ti­na um­fass­te Ge­bie­te des heu­ti­gen Jor­da­ni­ens und Is­ra­els, die ei­ne „na­tio­na­le Heim­stät­te für das jü­di­sche Volk” wer­den soll­ten.

April 1920: San Re­mo Kon­fe­renz: Die Al­li­ier­ten des Ers­ten Welt­krie­ges (Gross­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Ja­pan und Ita­li­en) stimm­ten für die „Eta­blie­rung ei­ner na­tio­na­len Heim­stät­te für das jü­di­sche Volk in Pa­läs­ti­na, wo­bei je­der­mann klar ist, dass nichts ge­tan wer­den darf, was die bür­ger­li­chen und re­li­giö­sen Rech­te der be­stehen­den nicht-​jüdischen Ge­mein­den in Pa­läs­ti­na be­ein­träch­tigt, oder die Rech­te und den po­li­ti­schen Sta­tus der Ju­den in ir­gend­ei­nem an­de­ren Land.”

Der Be­griff „bri­ti­sches Man­dat” ist von vie­len Men­schen ver­wech­selt wor­den da­mit, dass Is­ra­el ei­ne „bri­ti­sche Ko­lo­nie” ge­we­sen sei. Das ist ein­fach nicht wahr. Die Welt­mäch­te trenn­ten gros­se Ab­schnit­te des Na­hen Os­tens auf in Flä­chen un­ter bri­ti­scher und fran­zö­si­scher Ver­wal­tung, ein­schliess­lich der Län­der, die heu­te als Li­ba­non, Sy­ri­en und Irak be­kannt sind. Nie­mand be­zeich­net ei­nes die­ser Län­der heu­te als „Ko­lo­nie.”

Die bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Man­da­te deck­ten ei­nen gros­sen Teil des Na­hen Os­tens ab.

Bri­ten ha­ben die Ju­den in Pa­läs­ti­na nicht be­vor­zugt be­han­delt

Trotz Spra­che im Man­dat von 1922, dass die Bri­ten „die jü­di­sche Ein­wan­de­rung” nach Pa­läs­ti­na „er­leich­tern” soll­ten, be­zo­gen die Bri­ten Par­tei für die lo­ka­len Pa­läs­ti­nen­ser, die ei­nen Zu­strom von Ju­den zu be­schnei­den such­ten. Am Vor­abend des Ho­lo­caust in Eu­ro­pa, als die Ju­den ver­zwei­felt nach ei­nem Flucht­ort such­ten, ga­ben die Bri­ten das „Weiss­buch” von 1939 her­aus, das die Zahl der Ju­den, die nach Pa­läs­ti­na ge­hen konn­ten, be­grenz­te. Die­ses Edikt hat wahr­schein­lich Hun­dert­tau­sen­de von eu­ro­päi­schen Ju­den ihr Le­ben ge­kos­tet.

Das bri­ti­sche De­kret führ­te zu enor­men Span­nun­gen zwi­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Ju­den und den Bri­ten. Es gab vie­le Kämp­fe zwi­schen den Grup­pen, der be­kann­tes­te ist die Zer­stö­rung des King Da­vid Ho­tels im Jahr 1946.

Kein Trans­fer von Bri­ten

Wie oben be­schrie­ben wa­ren die Bri­ten nur ei­ne ge­wis­se Zeit lang Ver­wal­ter von Pa­läs­ti­na. Sie ha­ben kei­ne per­ma­nen­te Prä­senz von Sol­da­ten oder Zi­vil­per­so­nen ge­wünscht. Fast kein bri­ti­scher Ju­de (oder nicht-​Jude) wan­der­te per­ma­nent nach Pa­läs­ti­na ein wäh­rend der ge­sam­ten Man­dats­pe­ri­ode bis 1948. Die Ju­den, die wäh­rend des Man­da­tes nach Pa­läs­ti­na ka­men ka­men von an­ders­wo in Eu­ro­pa und Russ­land:

  • Drit­te Aliyah (1919−1923): 40’000 aus Russ­land und Po­len
  • Vier­te Aliyah (1924−1929): 82’000 (von de­nen vie­le spä­ter wie­der weg­gin­gen) aus Po­len; Russ­land; Ru­mä­ni­en; Lett­land; Je­men und Irak
  • Fünf­te Aliyah (1929−1939): 250’000 aus Eu­ro­pa auf der Flucht vor deut­schen Na­zis
  • Aliyah Bet (1939−1948): 110’000, meist il­le­gal ein­ge­schmug­gelt aus Eu­ro­pa auf der Flucht vor dem Ho­lo­caust

Rech­te der ein­hei­mi­schen jü­di­schen Men­schen

Die Welt­mäch­te stimm­ten aus meh­re­ren Grün­den für die Eta­blie­rung ei­ner na­tio­na­len Heim­statt für das jü­di­sche Volk:

  • Ju­den wa­ren das ein­hei­mi­sche Volk Is­ra­els, wie im Man­dat aus­ge­spro­chen, die Welt an­er­kennt „die his­to­ri­sche Ver­bin­dung des jü­di­schen Vol­kes mit Pa­läs­ti­na und auf der Grund­la­ge der Wie­der­er­rich­tung ih­rer na­tio­na­len Heim­stät­te in die­sem Land.”
  • Ju­den wa­ren ge­walt­sam aus ih­rer na­tio­na­len Heim­stät­te ver­trie­ben wor­den
  • Die Ot­to­ma­nen und an­de­re er­schwer­ten es den Ju­den wäh­rend Hun­der­ten von Jah­ren, zu­rück­zu­keh­ren und Land zu er­wer­ben.

Die Ju­den hat­ten über 1000 Jah­re lang po­li­ti­sche Kö­nig­rei­che und re­li­giö­se Tem­pel im Hei­li­gen Land, wur­den aber ge­gen ih­ren Wil­len aus­ge­stos­sen. Die neu­en in­ter­na­tio­na­len Ge­set­zen wa­ren da­zu ge­dacht, die mo­der­nen Hin­der­nis­se, die der Ein­wan­de­rung von Ju­den nach Pa­läs­ti­na und ih­rem Land­be­sitz in den Weg ge­stellt wor­den wa­ren, aus dem Weg zu räu­men.

Auch wenn es schwie­rig war für Ju­den, un­ter den Ot­to­ma­nen nach Pa­läs­ti­na ein­zu­wan­dern und Häu­ser und Grund­stü­cke zu er­wer­ben, wa­ren die Ju­den von 1800 bis 1914 die am schnells­ten wach­sen­de re­li­giö­se Grup­pe. Auch wa­ren Ju­den seit 1870 die gröss­te re­li­giö­se Grup­pe in Je­ru­sa­lem.

Spra­che

Heu­te sind die of­fi­zi­el­len Spra­chen in Is­ra­el He­brä­isch und Ara­bisch. Ob­wohl Eng­lisch weit ver­brei­tet ist, ist es kei­ne Amts­spra­che, was wei­ter un­ter­streicht, dass das Land nie ei­ne bri­ti­sche Ko­lo­nie war.

ISRAEL:
NEU-​GEGRÜNDET nach Völ­ker­recht

Kurz ge­sagt gibt es kei­ne Grund­la­ge wel­cher Art auch im­mer für die Be­zeich­nung Is­ra­els als bri­ti­sche Ko­lo­nie. Die Welt­ge­mein­schaft ge­neh­mig­te die Er­leich­te­rung der Frei­zü­gig­keit von Ju­den, die zu­rück in ihr hei­li­ges Land woll­ten, wo Ju­den be­reits leb­ten. Letzt­lich ge­neh­mig­te die Welt­ge­mein­schaft die Wie­der­her­stel­lung ei­nes jü­di­schen Staa­tes. Es ist nicht so, dass Gross­bri­tan­ni­en will­kür­lich ei­ne ei­ne Ko­lo­nie er­schuf für sei­ne ei­ge­nen Zwe­cke.

Es soll­te auch be­tont wer­den, dass der Zio­nis­mus nicht nur ei­ne mo­der­ne Idee war, die von Ju­den ge­träumt wur­de als ei­ne Re­ak­ti­on auf den An­ti­se­mi­tis­mus in Eu­ro­pa und Russ­land. Hen­ry Dun­ant (1828−1910), Ge­win­ner des ers­ten Frie­dens­no­bel­prei­ses, war ein glü­hen­der christ­li­cher Zio­nist, der sich in den 1860ern sehr für die Rech­te der Ju­den, in Pa­läs­ti­na le­ben zu dür­fen, ein­setz­te.

Ab­stim­mung für Is­ra­el bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen 1947

Die “West­bank” ist kei­ne is­rae­li­sche Ko­lo­nie

Wie oben be­schrie­ben, ge­neh­mig­te die Welt­ge­mein­schaft das Recht der Ju­den, in ih­re al­te Hei­mat im hei­li­gen Land ein­zu­wan­dern. Die­ses Recht wur­de für die ge­sam­te Re­gi­on er­teilt, ein­schliess­lich Ju­däa und Sa­ma­ria. Wäh­rend die UNO da­für stimm­te, ei­nen jü­di­schen Staat in­ner­halb ei­nes Ab­schnitts von Pa­läs­ti­na an­zu­er­ken­nen, so war das Recht, sich in der ge­sam­ten Re­gi­on nie­der­zu­las­sen, in wie­der­hol­ten Re­so­lu­tio­nen vie­le Jahr­zehn­te zu­vor an­er­kannt wor­den.

Wäh­rend die UNO Ju­däa und Sa­ma­ria nicht als Teil von Is­ra­el an­er­kennt, so an­er­kennt sie sie auch nicht als Teil Jor­da­ni­ens, das sie il­le­gal im Jahr 1950 an­nek­tier­te (Jor­da­ni­en gab al­le An­sprü­che auf die Re­gi­on im Jahr 1988 wie­der auf). Die UNO möch­te ger­ne, dass die Re­gi­on Teil ei­nes neu­en ara­bi­schen Staa­tes Pa­läs­ti­na wird, durch Ver­hand­lun­gen mit Is­ra­el.

Der Wunsch, ei­nen neu­en pa­läs­ti­nen­si­schen Staat se­hen zu wol­len, be­deu­tet nicht, dass das Völ­ker­recht für den Schutz der Rech­te der Ju­den in der Re­gi­on null und nich­tig ist. Der Ar­ti­kel 15 des bri­ti­schen Man­dats aus dem Jah­re 1922 hält aus­drück­lich, dass „nie­mand aus Pa­läs­ti­na al­lein auf­grund sei­ner re­li­giö­sen Über­zeu­gung aus­ge­schlos­sen wer­den darf.” Wo­bei „nie­mand” Ju­den ein­schliesst, und „Pa­läs­ti­na” die ge­sam­te Man­dats­flä­che von 1922 ab­deckt.

Die Oslo-​Abkommen von 1993 und 1995, die zwi­schen der Pa­läs­ti­nen­si­schen Be­hör­de und Is­ra­el aus­ge­han­delt wur­den, wie­sen aus­drück­lich dar­auf hin, dass Is­ra­el den gröss­ten Teil der „West­bank” kon­trol­liert und ver­wal­tet. Des­halb ge­neh­migt Is­ra­el Ge­bäu­de und Stras­sen und In­fra­struk­tur für al­le. Die Pa­läs­ti­nen­ser wa­ren al­so ei­nig, dass Is­ra­el für die Ge­bäu­de zu­stän­dig ist, und das Völ­ker­recht ge­neh­migt, dass Ju­den in der Re­gi­on le­ben. Is­ra­el fun­giert als Ver­wal­ter, ganz ähn­lich wie Groß­bri­tan­ni­en als Ver­wal­ter für Pa­läs­ti­na fun­gier­te von 1922 – 1948.

Schliess­lich lie­gen die „Sied­lun­gen” haupt­säch­lich ne­ben grös­se­ren Me­tro­po­len in Is­ra­el. Im Ge­gen­satz zu eu­ro­päi­schen Ko­lo­ni­en, die über Ozea­ne und Tau­sen­de von Mei­len ge­trennt wa­ren von ih­rem Land, sind die­se jü­di­sche Wohn­häu­ser nur vor­städ­ti­sche Ge­mein­den der gros­sen is­rae­li­schen Städ­te wie Je­ru­sa­lem und Tel Aviv. Sie be­fin­den sich nur auf der an­de­ren Sei­te ei­ner un­sicht­ba­ren „grü­nen Li­nie”, die die Waf­fen­still­stands­li­ni­en von 1949 war. Je­ne Waf­fen­still­stands­ab­kom­men wei­sen aus­drück­lich dar­auf hin, dass die­se Li­ni­en nicht als Gren­zen zu be­trach­ten sei­en.

Schluss­fol­ge­rung

Ju­den ha­ben im gan­zen Hei­li­gen Land für Tau­sen­de von Jah­ren ge­lebt, dar­un­ter in ganz Ju­däa und Sa­ma­ria /​ der „West­bank”. Völ­ker­rechts­ver­trä­ge er­leich­tern die Mög­lich­keit der Ju­den, wie­der in ihr Hei­mat­land zu­rück­zu­keh­ren und dort zu le­ben.

Ju­den ha­ben sich im Hei­li­gen Land für mehr als tau­send Jah­re selbst ver­wal­tet. Völ­ker­rechts­ver­trä­ge ha­ben die jü­di­sche Heim­stät­te wie­der eta­bliert.

Wäh­rend Jor­da­ni­en rechts­wid­rig Is­ra­el an­griff und al­le Ju­den aus Ju­däa und Sa­ma­ria ver­trieb, ent­ge­gen der Vier­ten Gen­fer Kon­ven­ti­on aus dem Jah­re 1949, kön­nen die­se il­le­ga­len Hand­lun­gen es für Ju­den nicht il­le­gal ma­chen, er­neut in den Häu­sern zu le­ben, die sie auf le­ga­le Wei­se im gan­zen Land er­wer­ben.

Wenn Sie hö­ren, wie der am­tie­ren­de Prä­si­dent der Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de „ko­lo­nia­le Be­sat­zer” singt, oder wenn un­in­for­mier­te Leu­te be­haup­ten, dass Is­ra­el ein ko­lo­nia­lis­ti­sches Werk­zeug sei, dann schi­cken Sie ih­nen die­sen Ar­ti­kel.

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