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Frank­reich am Ran­de des to­ta­len Kol­lap­ses

Gui Mil­liè­re, 24.11.2016, Gates­to­ne In­sti­tu­te

  • Frank­reich hat es da­mals nicht be­merkt, aber es hat sich selbst in ei­ne Fal­le be­ge­ben, und jetzt schnappt die Fal­le zu.
  • In den 1970er Jah­ren be­gan­nen die Pa­läs­ti­nen­ser den in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus ein­zu­set­zen, und Frank­reich ent­schied sich, die­sen Ter­ro­ris­mus zu ak­zep­tie­ren, so­lan­ge Frank­reich nicht be­trof­fen war. Gleich­zei­tig be­grüß­te Frank­reich die Mas­sen­mi­gra­ti­on aus der arabisch-​muslimischen Welt, of­fen­sicht­lich als Teil ei­nes mus­li­mi­schen Wun­sches, den Is­lam zu ver­brei­ten. Frank­reichs mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung ist seit­dem zah­len­mäs­sig ge­wach­sen, wäh­rend sie sich nicht as­si­mi­liert.
  • Um­fra­gen zei­gen, dass ein Drit­tel der fran­zö­si­schen Mus­li­me die vol­le An­wen­dung des is­la­mi­schen Scharia-​Gesetzes wün­schen. Sie zei­gen auch, dass die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit der fran­zö­si­schen Mus­li­me den Dschi­had und vor al­lem den Dschi­had ge­gen Is­ra­el un­ter­stützt, ein Land, das sie gern vom Ant­litz der Er­de ver­schwin­den se­hen wür­den.
  • „Es ist bes­ser, zu ge­hen, als zu flüch­ten.” – Sam­my Ghoz­lan, Prä­si­dent des Na­tio­na­len Bü­ros für Wi­der­stand ge­gen An­ti­se­mi­tis­mus. Er wur­de spä­ter über­fal­len und sein Au­to wur­de ver­brannt. Er ging.
  • Vil­liers er­wähnt auch die An­we­sen­heit von Tau­sen­den von Kriegs­waf­fen in „no-​go Zo­nen”. Er fügt hin­zu, dass Waf­fen wahr­schein­lich nicht ein­mal ein­ge­setzt wer­den müs­sen; die Is­la­mis­ten ha­ben be­reits ge­won­nen.
  • Ur­sprüng­lich träum­te Frank­reich von der Ver­drän­gung Ame­ri­kas als Welt­macht, dem Zu­griff auf bil­li­ges Öl, von Ge­schäf­ten mit öl­rei­chen is­la­mi­schen Staa­ten und vom Ge­bet da­für, kei­nen na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus zu ha­ben.

In sei­nem neu­en Buch „Wer­den die Kir­chen­glo­cken mor­gen läu­ten?” be­merkt Phil­ip­pe de Vil­liers das Ver­schwin­den der Kir­chen in Frank­reich und de­ren Er­satz durch Mo­sche­en. Bild oben: Am 3. Au­gust zerr­te die fran­zö­si­sche Po­li­zei vor dem ge­plan­ten Ab­riss ei­nen Pries­ter und sei­ne Ge­mein­de aus der Kir­che von St. Ri­ta in Pa­ris. Die Prä­si­den­tin des Front Na­tio­nal, Ma­ri­ne Le Pen, sag­te in der Wut: „Und was, wenn sie Park­plät­ze an die Stel­le von sala­fis­ti­schen Mo­sche­en bau­ten und nicht an­stel­le un­se­rer Kir­chen?” (Bild­quel­le: RT-​Screenshot)

Frank­reich ist im Auf­ruhr. „Mi­gran­ten”, die aus Afri­ka und dem Na­hen Os­ten kom­men, sä­en in vie­len Städ­ten Un­ord­nung und Un­si­cher­heit. Der rie­si­ge Slum, der all­ge­mein als der „Dschun­gel von Ca­lais” be­kannt ist, wur­de ge­ra­de ab­ge­baut, aber an­de­re Slums ent­ste­hen je­den Tag neu. Im Os­ten von Pa­ris sind die Stra­ßen mit Well­ble­chen, Wachs­tuch und un­zu­sam­men­hän­gen­den Bret­tern be­deckt. Ge­walt ist all­täg­lich. Frank­reichs 572 „no-​go-​Zonen”, die of­fi­zi­ell als „sen­si­ble städ­ti­sche Ge­bie­te” de­fi­niert wer­den, wach­sen wei­ter, und die Po­li­zei­be­am­ten, die sich ih­nen nä­hern, lei­den oft un­ter den Kon­se­quen­zen. Vor kur­zem fuhr ein Po­li­zei­au­to in ei­nen Hin­ter­halt und wur­de in Brand ge­steckt, wäh­rend die Po­li­zis­ten am Aus­stei­gen ge­hin­dert wur­den. Wenn an­ge­grif­fen, wird Po­li­zei­be­am­ten von ih­ren Vor­ge­setz­ten ge­sagt, soll­ten sie flie­hen, statt zu­rück­zu­schla­gen. Vie­le Po­li­zei­be­am­te, wü­tend dar­über, sich wie Feig­lin­ge ver­hal­ten zu müs­sen, ha­ben De­mons­tra­tio­nen or­ga­ni­siert. Seit dem Ab­schlach­ten ei­nes Pries­ters in Saint-​Etienne-​du-​Rouvray am 26. Ju­li 2016 sind kei­ne Ter­ror­an­schlä­ge mehr vor­ge­fal­len, aber die Nach­rich­ten­diens­te se­hen, dass Dschi­ha­dis­ten aus dem Na­hen Os­ten zu­rück­ge­kehrt sind und be­reit sind, zu han­deln, und dass Un­ru­hen über­all und je­der­zeit un­ter je­dem Vor­wand aus­bre­chen kön­nen.

Ob­woh von ei­ner Si­tua­ti­on im In­land über­wäl­tigt, die sie kaum kon­trol­lie­ren kann, in­ter­ve­niert die fran­zö­si­sche Re­gie­rung im­mer noch in der Welt­ge­schich­te: ein „pa­läs­ti­nen­si­scher Staat” ist im­mer noch ih­re Lieblings-​Angelegenheit, Is­ra­el ihr Lieblings-​Sündenbock.

Im ver­gan­ge­nen Früh­jahr er­klär­te der fran­zö­si­sche Au­ßen­mi­nis­ter Jean-​Marc Ay­rault ob­wohl Frank­reich und die pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­bie­te in schreck­li­cher Ver­fas­sung wa­ren, dass es „drin­gend” sei, den „Frie­dens­pro­zeß” neu zu star­ten und ei­nen pa­läs­ti­nen­si­schen Staat zu schaf­fen. Frank­reich be­rief da­her ei­ne in­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz ein, die am 3. Ju­ni in Pa­ris statt­fand. We­der Is­ra­el noch die Pa­läs­ti­nen­ser wur­den da­zu ein­ge­la­den. Die Kon­fe­renz war ein Flop. Sie schloß mit ei­ner schwa­chen Aus­sa­ge über die „zwin­gen­de Not­wen­dig­keit”, „vor­wärts” zu ge­hen.

Frank­reich hör­te nicht auf an der Stel­le. Die Re­gie­rung be­schloss, im De­zem­ber ei­ne neue Kon­fe­renz zu ver­an­stal­ten. Dies­mal mit Is­ra­el und den Pa­läs­ti­nen­sern. Der is­rae­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Net­anya­hu, der fest­stell­te, dass Is­ra­el kei­ne Ver­mitt­ler braucht, lehn­te die Ein­la­dung ab. Pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rer ak­zep­tier­ten. Sa­eb Er­e­kat, Spre­cher der Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de, gra­tu­lier­te Frank­reich und füg­te hin­zu, dass die pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de den Fran­zo­sen die Idee „vor­ge­schla­gen” ha­be.

Jetzt ist Do­nald Trump der ge­wähl­te US-​Präsident, und Newt Ging­rich wird wahr­schein­lich ei­ne Schlüs­sel­rol­le spie­len in der Trump-​Administration. Ging­rich sag­te vor ein paar Jah­ren, dass es so et­was wie ein pa­läs­ti­nen­si­sches Volk nicht gibt, und füg­te letz­te Wo­che hin­zu, dass Sied­lun­gen kei­nes­wegs ein Hin­der­nis für den Frie­den sei­en. Als sol­ches sieht die Dezember-​Konferenz so aus, als ob sie ein wei­te­rer Rein­fall sein könn­te.

Trotz­dem ar­bei­ten fran­zö­si­sche Di­plo­ma­ten mit pa­läs­ti­nen­si­schen Be­am­ten zu­sam­men an ei­ner UNO-​Resolution zur An­er­ken­nung ei­nes pa­läs­ti­nen­si­schen Staa­tes in­ner­halb der „Gren­zen von 1967” (die Waf­fen­still­stands­li­ni­en von 1949), aber oh­ne Frie­dens­ver­trag. Sie hof­fen schein­bar, dass der sei­ne Amts­zeit be­en­den­de US-​Präsident Ba­rack Ob­a­ma das ame­ri­ka­ni­sche Ve­to im Si­cher­heits­rat nicht nut­zen wird, was die Ver­ab­schie­dung der Re­so­lu­ti­on er­mög­licht. Es ist nicht si­cher, ob Ba­rack Ob­a­ma sei­ne Prä­si­dent­schaft mit ei­ner der­art of­fen sub­ver­si­ven Ges­te be­en­den will. Es ist fast si­cher, dass auch Frank­reich dort ver­sagt. Aufs Neue.

Frank­reich scheint sei­ne ge­sam­te Au­ßen­po­li­tik seit Jah­ren auf die Or­ga­ni­sa­ti­on für Is­la­mi­sche Zu­sam­men­ar­beit (OIC) aus­ge­rich­tet zu ha­ben: 56 is­la­mi­sche Län­der und die Pa­läs­ti­nen­ser. Ur­sprüng­lich wa­ren Frank­reichs Träu­me, Ame­ri­ka als Welt­macht zu ver­drän­gen, der Zu­griff auf bil­li­ges Öl, von Ge­schäf­ten mit öl­rei­chen is­la­mi­schen Staa­ten und vom Ge­bet, kei­nen Ter­ro­ris­mus im In­land zu ha­ben. Al­le vier wur­den Flops. Es ist auch of­fen­sicht­lich, dass Frank­reich drin­gen­de­re Pro­ble­me zu lö­sen hat.

Frank­reich lässt nicht lo­cker, weil es ver­zwei­felt ver­sucht, Pro­ble­me ein­zu­gren­zen, die wahr­schein­lich nicht ge­löst wer­den kön­nen.

In den 1950er Jah­ren war Frank­reich an­ders als heu­te. Es war ein Freund Is­ra­els. Die „pa­läs­ti­nen­si­sche Sa­che” exis­tier­te nicht. Der Krieg in Al­ge­ri­en tob­te, und ei­ne gro­ße Mehr­heit der fran­zö­si­schen Po­li­ti­ker hät­te un­buß­fer­ti­gen Ter­ro­ris­ten nicht ein­mal die Hän­de ge­schüt­telt.

Al­les än­der­te sich mit dem En­de des al­ge­ri­schen Krie­ges. Charles de Gaul­le über­gab Al­ge­ri­en ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Be­we­gung na­mens Na­tio­na­le Be­frei­ungs­front. An­schlie­ßend ent­wi­ckel­te er ei­ne stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung der Au­ßen­po­li­tik Frank­reichs und ent­hüll­te, was er die „ara­bi­sche Po­li­tik Frank­reichs” nann­te.

Frank­reich un­ter­zeich­ne­te Handels- und Mi­li­tär­ab­kom­men mit ver­schie­de­nen ara­bi­schen Dik­ta­tu­ren. Um sei­ne neu­en Freun­de mil­de zu stim­men, nahm es eif­rig ei­ne anti-​israelische Po­li­tik an. Als in den sieb­zi­ger Jah­ren der Ter­ro­ris­mus in Form von Flug­zeug­ent­füh­run­gen von den Pa­läs­ti­nen­sern er­fun­den wur­de, und mit der Er­mor­dung is­rae­li­scher Ath­le­ten an den Olym­pi­schen Spie­len von Mün­chen 1972, wur­den „die Pa­läs­ti­nen­ser” auf ein­mal zu ei­ner „hei­li­gen Sa­che” und zu ei­nem nütz­li­chen Werk­zeug mit He­bel­wir­kung in der ara­bi­schen Welt, und Frank­reich, das sich der „Sa­che” an­nahm, wur­de stramm pro-​palästinensisch.

Die Pa­läs­ti­nen­ser be­gan­nen, in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus zu nut­zen, und Frank­reich ent­schied sich, die­sen Ter­ro­ris­mus zu ak­zep­tie­ren, so­lan­ge Frank­reich nicht be­trof­fen war. Gleich­zei­tig be­grüß­te Frank­reich die Mas­sen­mi­gra­ti­on aus der arabisch-​muslimischen Welt, of­fen­sicht­lich als Teil ei­nes mus­li­mi­schen Wun­sches, den Is­lam aus­zu­brei­ten. Die mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung ist seit­dem zah­len­mäs­sig ge­wach­sen, wäh­rend sie sich nicht as­si­mi­liert.

Frank­reich hat es da­mals nicht be­merkt, aber es hat sich in ei­ne Fal­le be­ge­ben, und jetzt schnappt die Fal­le zu.

Die mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung Frank­reichs scheint anti-​französisch zu sein in Sa­chen jüdisch-​christliche, auf­klä­re­ri­sche und fran­zö­si­sche Wer­te, und nur so­weit pro-​französisch, wie sich Frank­reich den For­de­run­gen des Is­lam un­ter­wirft. Da die Mus­li­me Frank­reichs auch pro-​palästinensisch sind, hät­te das theo­re­tisch kein Pro­blem ge­ben sol­len. Aber Frank­reich un­ter­schätz­te die Aus­wir­kun­gen des Auf­stiegs des ex­tre­mis­ti­schen Is­lam in der mus­li­mi­schen Welt und dar­über hin­aus.

Mehr und mehr be­trach­ten sich fran­zö­si­sche Mus­li­me als pri­mär mus­li­misch. Vie­le be­haup­ten, der Wes­ten sei im Krieg mit dem Is­lam; Sie se­hen Frank­reich und Is­ra­el als Teil des Wes­tens, so dass sie im Krieg mit ih­nen bei­den sind. Sie se­hen, dass Frank­reich Anti-​Israel und Pro-​Palästinenser ist, aber sie se­hen auch, dass meh­re­re fran­zö­si­sche Po­li­ti­ker Ver­bin­dun­gen zu Is­ra­el un­ter­hal­ten, so dass sie wahr­schein­lich glau­ben, dass Frank­reich nicht anti-​israelisch und pro-​palästinensisch ge­nug ist.

Sie se­hen, dass Frank­reich den pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ro­ris­mus to­le­riert und schei­nen nicht zu ver­ste­hen, war­um Frank­reich den is­la­mi­schen Ter­ro­ris­mus an an­de­ren Or­ten be­kämpft.

Um ih­ren Mus­li­men zu ge­fal­len, glaubt die fran­zö­si­sche Re­gie­rung viel­leicht, dass sie kei­ne an­de­re Wahl hat, als so pro-​palästinensisch und so anti-​israelisch wie mög­lich zu sein – auch wenn es so aus­sieht, als ob die­se Po­li­tik in den Um­fra­gen schlech­te Wer­te er­zielt.

Die fran­zö­si­sche Re­gie­rung sieht zwei­fel­los, dass sie nicht ver­hin­dern kann, was zu­neh­mend wie ei­ne dro­hen­de Ka­ta­stro­phe aus­sieht. Die­se Ka­ta­stro­phe fin­det be­reits statt.

Viel­leicht hofft Frank­reichs der­zei­ti­ge Re­gie­rung, dass sie die Ka­ta­stro­phe ein we­nig ver­zö­gern und ei­nen Bür­ger­krieg ver­mei­den könn­te. Viel­leicht hof­fen sie, dass die „no go Zo­nes” nicht ex­plo­die­ren – zu­min­dest nicht in ih­rer Amts­zeit.

Frank­reich hat heu­te sechs Mil­lio­nen Mus­li­me, 10% sei­ner Be­völ­ke­rung, und der Pro­zent­satz wächst. Um­fra­gen zei­gen, dass ein Drit­tel der fran­zö­si­schen Mus­li­me die vol­le An­wen­dung des is­la­mi­schen Scharia-​Gesetzes wün­schen. Sie zei­gen auch, dass die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit der fran­zö­si­schen Mus­li­me den Dschi­had und vor al­lem den Dschi­had ge­gen Is­ra­el un­ter­stützt, ein Land, das sie gern vom Ant­litz der Er­de ver­schwin­den se­hen wür­den.

Die füh­ren­de fran­zö­si­sche mus­li­mi­sche Or­ga­ni­sa­ti­on, die Uni­on der is­la­mi­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen Frank­reichs, ist die fran­zö­si­sche Zweig­stel­le der Mus­lim­bru­der­schaft, ei­ne Be­we­gung, die als ter­ro­ris­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on für ih­re of­fe­nen Wün­sche zum Sturz west­li­cher Re­gie­run­gen auf­ge­lis­tet wer­den soll­te.

Die Mus­lim­bru­der­schaft wird in ers­ter Li­nie von Ka­tar fi­nan­ziert, ei­nem Land, das in Frank­reich stark in­ves­tiert ist und das den Kom­fort sei­ner ganz ei­ge­nen US Air­ba­se hat.

Ju­den ver­las­sen Frank­reich in Re­kord­zah­len, und die­se Ab­rei­sen hö­ren nicht auf. Sam­my Ghoz­lan, Prä­si­dent des Na­tio­na­len Bü­ros des Wi­der­stan­des ge­gen den An­ti­se­mi­tis­mus, wie­der­hol­te vie­le Jah­re lang: „Es ist bes­ser, zu ge­hen als zu flie­hen.” Er wur­de über­fal­len. Sein Wa­gen brann­te. Er ging und lebt jetzt in Is­ra­el.

Der Rest der fran­zö­si­schen Be­völ­ke­rung sieht deut­lich die ex­tre­me Ernst­haf­tig­keit des­sen, was ge­schieht. Ei­ni­ge von ih­nen sind wü­tend und in ei­nem Zu­stand der Re­vol­te; An­de­re schei­nen vor dem Schlimms­ten re­si­gniert zu ha­ben: ei­ne is­la­mis­ti­sche Über­nah­me Eu­ro­pas.

Die nächs­ten fran­zö­si­schen Wah­len fin­den im Mai 2017 statt. Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent François Hol­lan­de hat al­le Glaub­wür­dig­keit ver­lo­ren und hat kei­ne Chan­ce, wie­der­ge­wählt zu wer­den. Wer an die Macht kommt, wird ei­ne schwie­ri­ge Auf­ga­be ha­ben.

Die Fran­zo­sen schei­nen das Ver­trau­en in Ni­co­las Sar­ko­zy ver­lo­ren zu ha­ben, so dass sie wahr­schein­lich zwi­schen Ma­ri­ne Le Pen, Alain Jup­pé oder François Fil­lon wäh­len wer­den.

Ma­ri­ne Le Pen ist die Kan­di­da­tin des rechts­ex­tre­men Front Na­tio­nal.

Alain Jup­pé ist Bür­ger­meis­ter von Bor­deaux, und tritt oft an Kam­pa­gnen in der Ge­sell­schaft von Ta­req Ou­brou auf, Imam der Stadt. Bis vor kur­zem war Ta­req Ou­brou Mit­glied der Mus­lim­bru­der­schaft. Alain Jup­pé scheint zu glau­ben, dass der ge­gen­wär­ti­ge Auf­ruhr sich be­ru­hi­gen wird, wenn Frank­reich sich voll­kom­men un­ter­wirft.

François Fil­lon wird wahr­schein­lich der moderat-​rechte Kan­di­dat sein. Er sag­te vor kur­zem, dass „is­la­mi­sches Sek­tie­rer­tum” in Frank­reich Pro­ble­me be­rei­tet. Er sag­te auch, dass, wenn ein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat nicht sehr bald ge­schaf­fen wird, Is­ra­el „die größ­te Be­dro­hung für den Welt­frie­den” sein wird.

Vor drei Jah­ren ver­öf­fent­lich­te der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Alain Fin­kiel­kraut ein Buch, Die un­glück­li­che Iden­ti­tät (L’identité mal­heu­reu­se), das die Ge­fah­ren durch die Is­la­mi­sie­rung Frank­reichs be­schreibt und die grös­se­ren Stö­run­gen, die da­von her­rüh­ren. Jup­pé wähl­te ei­nen Kam­pa­gnens­lo­gan, der be­ab­sich­tigt, Fin­kiel­kraut zu wi­der­spre­chen: „Die Glück­li­che Iden­ti­tät”.

Seit der Ver­öf­fent­li­chung von Alain Fin­kiel­krauts Buch wur­den auch an­de­re pes­si­mis­ti­sche Bü­cher ver­öf­fent­licht, die in Frank­reich zum Best­sel­ler wur­den. Im Ok­to­ber 2014 ver­öf­fent­lich­te der Ko­lum­nist Eric Zem­mour Der fran­zö­si­sche Selbst­mord (Le sui­ci­de français). Vor ein paar Wo­chen ver­öf­fent­lich­te er ein wei­te­res Buch, Ei­ne Fünfjahres-​Wahlperiode für Nichts (Un quin­quen­nat pour ri­en). Er be­schreibt, was er mit Frank­reich pas­sie­ren sieht: „In­va­si­on, Ko­lo­ni­sa­ti­on, Ex­plo­si­on.”

Zem­mour de­fi­niert die An­kunft von Mil­lio­nen Mus­li­men in Frank­reich wäh­rend der letz­ten fünf Jahr­zehn­te als In­va­si­on und die jüngs­te An­kunft von Hor­den von Mi­gran­ten als die Fort­set­zung die­ser In­va­si­on. Er schil­dert die Schaf­fung von „no-​go-​Zonen” als die Schaf­fung is­la­mi­scher Ter­ri­to­ri­en auf fran­zö­si­schem Bo­den und ein in­te­gra­ler Be­stand­teil ei­nes Ko­lo­ni­sie­rungs­pro­zes­ses.

Er schreibt, dass die sich aus­brei­ten­den Ge­walt­aus­brü­che Zei­chen ei­ner dro­hen­den Ex­plo­si­on sind; daß die Re­vol­te frü­her oder spä­ter an Bo­den ge­winnt.

Ein wei­te­res Buch, Wer­den die Kir­chen­glo­cken mor­gen läu­ten? (Les clo­ches sonneront-​elles en­co­re de­main?), ist vor kur­zem durch das ehe­ma­li­ge Re­gie­rungs­mit­glied Phil­ip­pe de Vil­liers ver­öf­fent­licht wor­den.

Vil­liers no­tiert das Ver­schwin­den von Kir­chen in Frank­reich und ihr Er­satz durch Mo­sche­en. Er er­wähnt auch die Prä­senz von Tau­sen­den von Kriegs­waf­fen (AK-​47-​Sturmgewehre, Tokarev-​Pistolen, M80 Zolja-​Panzerabwehrwaffen usw.) in „no-​go-​Zonen”. Er fügt hin­zu, dass Waf­fen wahr­schein­lich nicht ein­mal ein­ge­setzt wer­den müs­sen – die Is­la­mis­ten ha­ben be­reits ge­won­nen.

Am 13. No­vem­ber 2016 mar­kier­te Frank­reich den ers­ten Jah­res­tag der Pa­ri­ser An­grif­fe. Ge­denk­ta­feln wur­den an al­len Or­ten ent­hüllt, wo Men­schen ge­tö­tet wur­den. Die Ta­feln lau­ten: „Zur Er­in­ne­rung an die ver­letz­ten und er­mor­de­ten Op­fer der An­schlä­ge.” Die Dschi­ha­dis­ti­sche Bar­ba­rei wur­de nicht er­wähnt. Am Abend wur­de das Bataclan-​Theater mit ei­nem Kon­zert von Sting wie­der­er­öff­net. Das letz­te Lied des Kon­zerts war „Insh’ Al­lah”: „wenn Al­lah will.” Das Bataclan-​Management hin­der­te zwei Mit­glie­der der US-​Band Ea­gles of De­ath Me­tal – die auf der Büh­ne wa­ren, als der An­schlag be­gann – am Ein­tritt zum Kon­zert. We­ni­ge Wo­chen nach dem An­griff hat­te Jes­se Hug­hes, der Sän­ger der Grup­pe, ge­wagt, die be­trof­fe­nen Mus­li­me zu kri­ti­sie­ren. Der Di­rek­tor des Bat­a­clan sag­te über Hug­hes: „Es gibt Sa­chen, die du nicht ver­ge­ben kannst.”

Dr. Guy Mil­liè­re, Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät von Pa­ris, ist Au­tor von 27 Bü­chern über Frank­reich und Eu­ro­pa.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gates­to­ne In­sti­tuts.

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