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Die Ar­gu­men­te rund um Je­ru­sa­lem

Wenn man die Ar­gu­men­te der pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber und der is­rae­li­schen Ju­den, die je­de Sei­te vor­bringt da­für, dass Je­ru­sa­lem ih­re Haupt­stadt sei, ge­gen­ein­an­der ab­wägt, dann macht nur ei­ne der bei­den Sei­ten ei­nen über­zeu­gen­den Ein­druck.

Blog FirstOneTh­rough, 14. Mai 2015

Je­ru­sa­lem ist lan­ge als das dor­nigs­te The­ma in der israelisch-​palästinensischen Fra­ge be­trach­tet wor­den. Im Jah­re 1947, als die UNO ei­nen Par­ti­tio­nie­rungs­plan für die Auf­tei­lung des Lan­des in zwei Staa­ten prä­sen­tier­te, schlug sie vor, Gross-​Jerusalem und Gross-​Bethlehem in ei­ne in­ter­na­tio­na­le Zo­ne na­mens „Hei­li­ges Be­cken” ein­zu­brin­gen. Die­ses hei­li­ge Be­cken wür­de we­der Teil von Is­ra­el, noch von Pa­läs­ti­na, um die sen­si­ti­ve Re­gi­on aus dem Kon­flikt her­aus­zu­neh­men.

Tei­lungs­plan der UNO von 1947 für das „hei­li­ge Be­cken” von Gross­je­ru­sa­lem und Gross­beth­le­hem.

Je­doch, wie das Schick­sal so spielt, wur­de der Par­ti­tio­nie­rungs­plan von den Pa­läs­ti­nen­sern ab­ge­lehnt, wel­che dar­auf­hin im Mai 1948 ei­nen Krieg be­gan­nen, um Is­ra­el zu zer­stö­ren, zu­sam­men mit den Ar­me­en von Trans­jor­da­ni­en, Li­ba­non, Sy­ri­en, Ägyp­ten und dem Irak. Bei Kriegs­en­de war das hei­li­ge Be­cken auf­ge­teilt in die West­hälf­te von Gross­je­ru­sa­lem und der he­bräi­schen Uni­ver­si­tät un­ter is­rae­li­scher Kon­trol­le, und Gross­beth­le­hem und der Ost­hälf­te von Je­ru­sa­lem un­ter ara­bi­scher Kon­trol­le (Jor­da­ni­en an­nek­tier­te die Re­gi­on und ga­ran­tier­te den pa­läs­ti­nen­si­chen Ara­bern die Bür­ger­schaft).

Das hei­li­ge Be­cken bleibt ein be­son­de­res The­ma. In ei­ner Zwei­staa­ten­lö­sung schla­gen die Is­rae­lis die Auf­tei­lung des hei­li­gen Be­ckens so vor, dass sie die Kon­trol­le über Gross­je­ru­sa­lem be­hal­ten und die Pa­läs­ti­nen­ser kön­nen Gross­beth­le­hem ha­ben; und die Pa­läs­ti­nen­ser wol­len ganz Gross­beth­le­hem UND die öst­li­che Hälf­te von Je­ru­sa­lem als ih­re Haupt­stadt, wäh­rend Is­ra­el nur die West­hälf­te von Je­ru­sa­lem be­hal­ten darf. Wel­che Sei­te hat die bes­se­ren Ar­gu­men­te?

Die Ar­gu­men­te rund um Je­ru­sa­lem

DAS HEILIGE BECKEN

RELIGION: Die Sen­si­bi­li­tät um das hei­li­ge Be­cken ent­steht aus der Tat­sa­che, dass es vie­le hei­li­ge Stät­ten der drei mo­no­the­is­ti­schen Re­li­gio­nen ent­hält. Ei­ne kur­ze Lis­te um­fasst:

  • Der Tem­pel­berg /​ Die hei­li­ge Wall­fahrts­kir­che (Je­ru­sa­lem). Jü­disch und Mus­li­misch
  • Al Aq­sa Mo­schee (Je­ru­sa­lem). Mus­li­misch
  • Fel­sen­dom (Je­ru­sa­lem). Jü­disch und Mus­li­misch
  • Die Kla­ge­mau­er /​ Ko­tel (Je­ru­sa­lem). Jü­disch
  • Kir­che des hei­li­gen Gra­bes (Je­ru­sa­lem). Christ­lich
  • Dormitio-​Abtei (Je­ru­sa­lem). Christ­lich
  • Die Alt­stadt (Je­ru­sa­lem). Jü­disch
  • Ge­burts­kir­che (Beth­le­hem). Christ­lich
  • Das Grab der Ra­hel (Beth­le­hem). Jü­disch

Es gibt vie­le wei­te­re Kir­chen, Syn­ago­gen und Mo­sche­en im hei­li­gen Be­cken, doch die­se Or­te wer­den als hei­lig be­trach­tet, weil sich ver­schie­de­ne Er­eig­nis­se an die­sen Or­ten ab­ge­spielt ha­ben sol­len. Für Chris­ten sind die Kir­chen an den ver­schie­de­nen Or­ten, wo man glaubt, Je­sus und Ma­ria hät­ten dort wich­ti­ge Le­bens­er­eig­nis­se ge­habt. Für Mus­li­me ist die Al Aq­sa Mo­schee der­je­ni­ge Ort, an dem Mo­ham­med in den Him­mel auf­ge­stie­gen sein soll. Für Ju­den ist der Tem­pel­berg nicht nur der Ort zwei­er Tem­pel, son­dern auch der Ort, wo­hin Abra­ham Isaak zum Op­fern brach­te. Aus die­ser gan­zen Lis­te gibt es nur für den Tem­pel­berg ar­chäo­lo­gi­sche Be­wei­se, die den be­tref­fen­den Glau­ben un­ter­stüt­zen.

Un­ter den drei Re­li­gio­nen gilt Je­ru­sa­lem nur für Ju­den als der hei­ligs­te Ort. Mus­li­me be­trach­ten die Al Aq­sa Mo­schee als dritt­hei­ligs­ten Ort (nach Mek­ka und Me­di­na), und die Römisch-​Katholiken be­trach­ten den Va­ti­kan in Rom als ih­ren hei­ligs­ten Ort.

Der Ju­da­is­mus ist auch der ein­zi­ge, der die ge­sam­te Alt­stadt als hei­lig be­trach­tet. Wäh­rend das Chris­ten­tum und der Is­lam be­stimm­te Or­te als hei­lig be­trach­ten, be­trach­ten nur die Ju­den die Stadt als gan­zes als hei­lig.

Je­ru­sa­lem: Vor­teil für Is­ra­el
Beth­le­hem: Vor­teil für kei­nen

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Blick aus der Luft auf die Alt­stadt von Je­ru­sa­lem, aus dem Sü­den

ZUGANG ZU HEILIGEN STÄTTEN: Ei­ne Schlüs­sel­sor­ge der UNO ist, dass der Zu­gang je­der Re­li­gi­on zu ih­ren hei­li­gen Stät­ten ge­währ­leis­tet bleibt. In die­ser Be­zie­hung ist der Un­ter­schied zwi­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­bern und Is­ra­el rie­sig.

Die Ara­ber ha­ben Beth­le­hem und die Ost­hälf­te von Je­ru­sa­lem nur von 1949 bis 1967 kon­trol­liert, da die Stadt und die gan­ze Re­gi­on vor ih­nen wäh­rend Jahr­hun­der­ten von ot­to­ma­ni­schen Tür­ken (die KEINE Ara­ber wa­ren) und Bri­ten be­herrscht wur­de. Wäh­rend der kur­zen Pe­ri­ode der Kon­trol­le ha­ben die jor­da­ni­schen und pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber al­le Ju­den aus Je­ru­sa­lem ver­trie­ben und ih­nen die Rück­kehr ver­bo­ten, selbst an re­li­giö­sen Fei­er­ta­gen.

Wäh­rend Is­ra­el das hei­li­ge Be­cken seit 1967 kon­trol­liert ha­ben al­le Re­li­gio­nen Zu­gang zu den hei­li­gen Stät­ten. Nicht nur stellt Is­rae si­cher, dass al­le Re­li­gio­nen Zu­gang ha­ben, son­dern das Land hat Ge­set­ze ge­schaf­fen, die ih­re Si­cher­heit und Of­fen­heit ge­währ­leis­ten, und die ih­re je­wei­li­gen re­li­giö­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen in die Ver­ant­wor­tung neh­men – selbst die is­la­mi­sche Waqf über den Tem­pel­berg, den die Ju­den als ih­ren ei­ge­nen hei­ligs­ten Ort be­trach­ten. Die­se sel­be is­la­mi­sche Waqf ver­bie­tet Ju­den heu­te, an ih­rem hei­ligs­ten Ort zu be­ten.

Wei­ter­hin hat Is­ra­el an­de­ren De­no­mi­na­tio­nen er­laubt, sich in Je­ru­sa­lem zu eta­blie­ren. Die Re­gie­rung von Is­ra­el hat den Mor­mo­nen ge­hol­fen, ih­re ei­ge­ne Kir­che zu bau­en, die auf die Alt­stadt schaut. Man ver­glei­che mit Jor­da­ni­en, das heu­te nicht ein­mal den Glau­ben der Ba­hai an­er­kennt (Is­ra­el hat ei­nen gros­sen Bahai-​Tempel in Hai­fa).

Vor­teil Is­ra­el

UNTERHALT DER HEILIGEN STÄTTEN: Wäh­rend Zu­gang die Haupt­sor­ge der UNO ist, so ist auch der Un­ter­halt der hei­li­gen Or­te wich­tig. Als die pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber Or­te wie Nab­lus (She­chem) kon­trol­lier­ten, zer­stör­ten sie bei­na­he das Jo­sefs­grab. Ar­chäo­lo­gi­sche Gra­bun­gen ge­scha­hen oh­ne Über­wa­chung am Tem­pel­berg, die in der Zer­stö­rung wich­ti­ger und hei­li­ger Or­te gip­fel­ten.

Im Ge­gen­satz da­zu hat Is­ra­el ex­ten­si­ven Auf­wand be­trie­ben, um al­le re­li­giö­sen Stät­ten in sei­ner Kon­trol­le zu un­ter­hal­ten. Es führt ar­chäo­lo­gi­sche Aus­gra­bun­gen mit Be­dacht und wis­sen­schaft­li­cher Be­ob­ach­tung, wäh­rend re­li­giö­se Emp­find­lich­kei­ten be­rück­sich­tigt wer­den.

Vor­teil Is­ra­el

Die Hurva-​Synagoge in der Alt­stadt wur­de 1949 von jor­da­ni­schen Ara­bern zer­stört.

DIE STÄDTE UND MENSCHEN

GESCHICHTE: Die Ge­schich­te des jü­di­schen Vol­kes reicht 3700 Jah­re zu­rück, als Abra­ham Isaak als Op­fer bot. Es wur­de zur ver­ein­ten Haupt­stadt der Ju­den un­ter Kö­nig Da­vid vor 3000 Jah­ren, und der Ort von zwei Tem­peln (954 ac bis 587 ac und 516 ac – 70 ac). Ju­den ha­ben im­mer dort ge­lebt und sind über die Jahr­hun­der­te im­mer wie­der dort­hin ge­zo­gen, aus­ser als sie wäh­rend der Kreuz­zü­ge (frü­he 1200er) und un­ter ara­bi­scher Herr­schaft (1949 – 1967).

Ara­bi­sche Ge­schich­te in Je­ru­sa­lem ist jün­ger als die Jü­di­sche. Ara­ber ka­men in die Re­gi­on und die Stadt Je­ru­sa­lem im Zu­ge der mus­li­mi­schen In­va­si­on im sieb­ten Jahr­hun­dert, rund 2300 Jah­re nach den Ju­den.

Vor­teil Is­ra­el

HAUPTSTADT: Nur ein Volk hat je Je­ru­sa­lem zu sei­ner Haupt­stadt aus­ge­wählt und ge­macht: Die Ju­den. Ob in al­ten Zei­ten oder in der Mo­der­ne, Je­ru­sa­lem ist die Haupt­stadt des jü­di­schen Vol­kes.

Als Mus­li­me die Re­gi­on be­herrsch­ten und Je­ru­sa­lem kon­trol­lier­ten, ha­ben sie Je­ru­sa­lem nie zur Haupt­stadt ge­macht. Ob un­ter der ur­sprüng­li­chen ara­bi­schen In­va­si­on im 7. Jahr­hun­der, un­ter den Ma­me­lu­ken oder den ot­to­ma­ni­schen Tür­ken, oder selbst un­ter der Herr­schaft der jor­da­ni­schen Ara­ber von 1949 – 1967 war Je­ru­sa­lem nie, zu kei­nem Zeit­punkt, der zen­tra­le Sitz ei­ner Re­gie­rung.

Je­ru­sa­lem: Vor­teil Is­ra­el
Beth­le­hem: Kei­ner

ZENTRALHEIT: Es gibt nur ein UNO-​Land, des­sen Na­tio­nal­hym­ne sich voll­stän­dig um sei­ne Haupt­stadt dreht: Is­ra­el.

“As long as in the heart wi­t­hin a Je­wish soul still ye­arns And on­ward, towards the ends of the east, an eye still ga­zes towards Zi­on.

Our ho­pe is not lost, the ho­pe of two thousand ye­ars, To be a free peop­le in our land, the land of Zi­on and Je­ru­sa­lem.”


„So lan­ge im Her­zen ei­ner jü­di­schen See­le an­dau­ernd sehnt und vor­an, Rich­tung Os­ten, ein Au­ge im­mer noch bli­cket gen Zi­on.

Un­se­re Hoff­nung nicht ver­lo­ren, die Hoff­nung von Zwei­tau­send Jah­ren, ein frei­es Volk zu sein in un­se­rem Land, dem Land Zi­on und Je­ru­sa­lem.”

Je­ru­sa­lem: Vor­teil Is­ra­el
Beth­le­hem: Kei­ner

Be­ta Is­ra­el, Ju­den aus Äthio­pi­en, keh­ren nach Je­ru­sa­lem zu­rück

DAS VOLK

In der Be­trach­tung über die Zu­kunft der Ein­woh­ner des hei­li­gen Be­ckens ist es wich­tig, in Be­tracht zu zie­hen, wie die Men­schen be­han­delt wor­den sind.

STAATSBÜRGERSCHAFT: Als Is­ra­el 1948 die Staat­lich­keit er­klär­te, ver­lieh es 160,000 Nicht­ju­den die Staats­bür­ger­schaft. Als es 1967 die Kon­trol­le über das ge­sam­te hei­li­ge Be­cken über­nahm, bot es die Staats­bür­ger­schaft je­dem an, der dar­um bat.

Dies war in star­kem Kon­trast zu den jor­da­ni­schen und pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­bern, die 1949 al­le Ju­den aus­wie­sen. Heu­te be­steht die pa­läs­ti­nen­si­sche Füh­rung auf ei­nem neu­en pa­läs­ti­nen­si­schen Staat oh­ne Ju­den, was auch der Grund ist, war­um die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de so sehr da­ge­gen ist, dass Ju­den in Je­ru­sa­lem Häu­ser kau­fen.

Vor­teil Is­ra­el

BEVÖLKERUNGSWACHSTUM: Das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum kann als In­di­ka­tor her­an­ge­zo­gen wer­den für die Frei­heit der Ara­ber und Ju­den im Hei­li­gen Be­cken un­ter den ver­schie­de­nen Ver­wal­tun­gen.

Von 1949 bis 1967 ver­än­der­te sich die jü­di­sche Po­pu­la­ti­on un­ter jor­da­ni­scher und palästinensich-​arabischer Kon­trol­le von Null auf Null. Die Ju­den wur­den aus Ost­ju­ra­sem ver­trie­ben und die Rück­kehr wur­de ih­nen ver­bo­ten. Je­doch hat sich die jü­di­sche Po­pu­la­ti­on im West­teil der Stadt bei­na­he ver­dop­pelt (+98%). Über die­sel­be Zeit­pe­ri­ode wuchs die ara­bi­sche Be­völ­ke­rung so­wohl un­ter is­rae­li­scher (die Is­rae­lis ga­ben den Ara­bern in ih­rer Hälf­te von Je­ru­sa­lem die Staats­bür­ger­schaft) und jor­da­ni­scher Kon­trol­le um 72%. Jü­di­sches Wachs­tum über­stieg ara­bi­sches Wachs­tum, ob­wohl Ju­den nur in ih­rer Hälf­te der Stadt le­ben konn­ten.

Nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung der Stadt 1967 und bis 2005 ver­än­der­ten sich die Be­völ­ke­rungs­trends. Das jü­di­sche Wachs­tum in der gan­zen Stadt wuchs auf 196%, wäh­rend das ara­bi­sche Wachs­tum um 315% an­stieg. Im Gan­zen wuchs die Stadt mit ei­ner zu­sam­men­ge­zähl­ten Ra­te von 3.1% ver­gli­chen mit der ge­teil­ten Stadt, wo die Wachs­tums­ra­te nur 2.4% be­trug.

  • Un­ter ara­bi­scher Kon­trol­le wur­den Ju­den aus der Re­gi­on ver­trie­ben; doch un­ter is­rae­li­scher Kon­trol­le über­stieg die Wachs­tums­ra­te der Ara­ber die­je­ni­ge der Ju­den. Ara­ber führ­ten eth­ni­sche Rei­ni­gun­gen durch, wäh­rend Ju­den Di­ver­si­tät för­der­ten.
  • Un­ter der ein­ge­schränk­ten jü­di­schen Si­tua­ti­on von 1946 bis 1967, wäh­rend sie kei­nen Zu­gang hat­ten zu Ost­je­ru­sa­lem, über­stieg das jü­di­sche Wachs­tum die un­be­hin­der­te ara­bi­sche Dy­na­mik. Jü­di­sches Ver­lan­gen nach Le­ben in Je­ru­sa­lem über­stieg das ara­bi­sche In­ter­es­se.
  • Un­ter is­rae­li­scher Sou­ve­rä­ni­tät wuchs die Stadt ra­scher als un­ter ara­bi­scher Kon­trol­le.

Un­ter Is­ra­el ging es der Stadt bes­ser, den Ara­bern ging es bes­ser und den Ju­den ging es bes­ser.

Vor­teil Is­ra­el

BEVÖLKERUNG: Ju­den wa­ren die do­mi­nan­te re­li­giö­se Grup­pie­rung in Je­ru­sa­lem seit den 1860ern. Selbst zu Be­ginn des ers­ten Welt­kriegs, als Ju­den nur 8% der Be­völ­ke­rung von Pa­läs­ti­na aus­mach­ten, be­trug ihr An­teil in Je­ru­sa­lem 64%.

Heu­te sind die Ju­den wei­ter­hin ei­ne Mehr­heit in Je­ru­sa­lem, trotz zu­neh­men­dem ara­bi­schem Wachs­tum in Je­ru­sa­lem un­ter is­rae­li­scher Kon­trol­le (bis auf 3.8% CAGR von 2.6%). Ju­den ma­chen grob 69% der Stadt­be­völ­ke­rung aus, und 39% im Ost­teil der Stadt. Der Ost­teil ent­hält ei­ni­ge der gröss­ten jü­di­schen Nach­bar­schaf­ten (Pis­gat Ze’ev) und auch die he­bräi­sche Uni­ver­si­tät (eta­bliert 1925).

Vor­teil Is­ra­el

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Blick von der he­bräi­schen Uni­ver­si­tät

LANGRISTIGE AUSSICHTEN

Je­de letz­te Ver­ein­ba­rung zwi­schen Is­rae­lis und pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­bern muss sich nicht nur dar­auf fo­kus­sie­ren, fair zu sein, son­dern auch nach­hal­tig.

SICHERHEIT: Kei­ne Haupt­stadt sitzt an der Gren­ze zu ei­nem Nach­bar­land. Den Re­gie­rungs­sitz in di­rek­ter Nach­bar­schaft ei­nes Nach­bar­lan­des zu ha­ben, ris­kiert die Re­gier­bar­keit des Staa­tes. Im Fal­le von Is­ra­el ist die Si­tua­ti­on so­gar sen­si­bler als in an­de­ren Län­dern:

  • Die Nach­bar­län­der von Is­ra­el ha­ben es wie­der­holt an­ge­grif­fen.
  • Die­sel­ben Län­der for­dern wei­ter­hin die das Grund­recht Is­ra­els auf Exis­tenz her­aus.
  • Die wich­tigs­te po­li­ti­sche Par­tei (Ha­mas) des vor­ge­schla­ge­nen Lan­des hat ei­ne Char­ta, die mehr­fach nach is­rae­lis völ­li­ger Zer­stö­rung ruft.
  • Je­ru­sa­lem sitzt auf Hü­geln, was es noch ver­wund­ba­rer macht, falls die Stadt ge­teilt wür­de, doch si­gni­fi­kant si­che­rer, wenn al­le sei­ne Hü­gel und Zu­gangs­stras­sen voll­stän­dig in­ner­halb von Is­ra­el zu lie­gen kom­men.

Je­ru­sa­lem: Vor­teil Is­ra­el
Beth­le­hem: No­ne

GESCHICHTE GETEILTER STÄDTE: We­ni­ger als 1/​1000stel von 1% der Städ­te und Dör­fer der Welt sind ge­teilt. Je­ne Städ­te, die zwi­schen zwei Län­dern auf­te­teilt sind, sind ty­pi­scher­wei­se sehr klein und ha­ben ei­nen na­tür­li­chen geo­lo­gi­schen Tren­ner, wie ei­nen Fluss, der durch die Stadt fliesst. Kei­ner die­ser Fak­to­ren trifft auf Je­ru­sa­lem zu.

Ge­teil­te Haupt­städ­te sind noch sel­te­ner, und die Ge­schich­te zeigt, dass sie nicht nach­hal­tig sind. Jün­ge­re Bei­spie­le sind: Bei­rut, Li­ba­non; Ber­lin, Deutsch­land; Ni­ko­sia, Zy­pern, und Je­ru­sa­lem.

Bei­rut und Ber­lin sind durch Krieg für meh­re­re Jahr­zehn­te ge­teilt wor­den, und sind im Frie­den wie­der­ver­ei­nigt wor­den. Ni­ko­sia bleibt ge­spal­ten mit dem Rest von Zy­pern, und an­hal­ten­de Frie­dens­ge­sprä­che ha­ben seit 1974 ver­sucht, die Stadt wie­der­zu­ver­ei­ni­gen.

Vor­teil Is­ra­el

OFFENSIV-​DEFENSIVE PARTEIEN: In der San Re­mo Re­so­lu­ti­on von 1920, an­er­kann­te der Völ­ker­bund (Vor­läu­fer der UNO) das Recht der Ju­den, in ihr Hei­mat­land im hei­li­gen Land zu­rück­zu­keh­ren. Je­doch be­gan­nen die pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber grös­se­re Auf­stän­de ge­gen die Ju­den, ins­be­son­de­re 1929 und 1939 – 1939, die da­zu führ­ten, dass die Bri­ten be­gan­nen, Ju­den in be­stimm­ten Städ­ten (wie He­bron) aus ih­ren Häu­sern zu ent­fer­nen.

Als die UNO in den Jah­ren 1937 bis 1947 ver­schie­de­ne Vor­schlä­ge ent­wi­ckel­te, um das Land auf­zu­tei­len, sag­ten die is­rae­li­schen Ju­den ja, je­doch die Ara­ber sag­ten kon­se­quent nein. Die ara­bi­sche Po­si­ti­on war, das gan­ze Land kon­trol­lie­ren zu wol­len, ein­schliess­lich Je­ru­sa­lem, und kein Land soll­te un­ter jü­di­scher Kon­trol­le sein.

Als Teil ih­res Kraft­ak­tes star­te­ten die Ara­ber 1948 ei­nen Krieg zur Zer­stö­rung Is­ra­els, und dann er­neut 1967. Die Ara­ber ver­lo­ren bei­de Krie­ge, und die Land­ge­win­ne, die Is­ra­el in bei­den Krie­gen mach­te, stamm­ten aus de­fen­si­ven Ak­tio­nen.

Ins­ge­samt ist das Land Is­ra­el ur­sprüng­lich dar­aus ent­stan­den, dass die Welt das his­to­ri­sche Recht der Ju­den auf das hei­li­ge LAnd an­er­kann­ten, so­wie aus Ver­tei­di­gungs­krie­gen.

Im Ge­gen­satz da­zu ist das pa­läs­ti­nen­si­sche Land dar­aus ent­stan­den, dass das UNO-​Mandat be­kämpft wur­de, so­wie dass Krie­ge vom Zaun ge­ris­sen wur­den.

Im be­son­de­ren Be­zug auf das hei­li­ge Be­cken hol­ten sich so­wohl Is­ra­el als auch Jor­da­ni­en und die pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­ber Tei­le der Stadt wäh­rend des ara­bi­schen Kriegs ge­gen Is­ra­el 1948 – 1949, die die UNO un­ter in­ter­na­tio­na­ler Kon­trol­le hal­ten woll­te. Als sol­ches an­er­kann­te die UNO we­der die Be­sitz­ergrei­fung von Tei­len der Stadt der ei­nen noch der an­de­ren Par­tei. Als Is­ra­el den Ost­teil von Je­ru­sa­lem zu­sam­men mit Beth­le­hem 1967, gab es wei­ter­hin kei­ne An­er­ken­nung durch die UNO.

Län­der rund um die Welt an­er­kann­ten Is­ra­els West­je­ru­sa­lem 1949 nicht, noch die Er­obe­rung Ost­je­ru­sa­lems 1967, wes­halb sie ih­re Bot­schaf­ten nie in die­se Stadt ver­leg­ten. Ih­re Wei­ge­rung, Je­ru­sa­lem als Is­ra­els (oder Jor­da­ni­ens) Haupt­stadt an­zu­er­ken­nen, stammt von 1949, NICHT von Is­ra­els Wie­der­ver­ei­ni­gung der Stadt 1967.

Vor­teil kei­ner
Leich­ter Vor­zug ge­gen­über Is­ra­el auf­grund der de­fen­si­ven Na­tur der Ac­qui­si­tio­nen

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die is­rae­li­sche Flag­ge über der Ko­tel

Nach fast je­dem Mass­stab soll­te Is­ra­el die Kon­trol­le über Je­ru­sa­lem be­hal­ten, nebst zu­sätz­li­chem Ter­ri­to­ri­um öst­lich da­von, um die Hü­gel und Zu­gangs­stras­sen zur Haupt­stadt zu kon­trol­lie­ren. Die Pa­läs­ti­nen­ser könn­ten Kon­trol­le über das Hei­li­ge Be­cken – Beth­le­hem – ha­ben, 1996 an die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de über­ge­ben wor­den war vom is­rae­li­schen Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Net­anya­hu.

Es gibt ei­nen letz­ten Grund, der die voll­stän­di­ge Lo­gik, dass Is­ra­el die voll­stän­di­ge Sou­ve­rä­ni­tät über ganz Je­ru­sa­lem be­hält, un­ter­streicht: Die Stadt ist das Herz der Hei­mat des jü­di­schen Vol­kes. Wäh­rend es 57 is­la­mi­sche Län­der gibt und dut­zen­de ara­bi­sche Län­der, gibt es nur ei­nen jü­di­schen Staat, und er hat­te im­mer ge­nau ei­ne Haupt­stadt: Je­ru­sa­lem.

Text aus der ers­ten Hälf­te von Is­ra­els Grund­ge­setz, das Je­ru­sa­lem zu sei­ner Haupt­stadt er­klärt:

  1. Je­ru­sa­lem, voll­stän­dig und ver­ei­nigt, ist die Haupt­stadt von Is­ra­el.
  2. Je­ru­sa­lem ist der Sitz des Staats­prä­si­den­ten, der Knes­set, der Re­gie­rung und des obers­ten Ge­richts­ho­fes.
  3. Die Hei­li­gen Stät­ten sol­len ge­schützt wer­den vor Ent­wei­hung und je­dem an­de­rem Miss­brauch und von al­lem, was die Frei­heit des Zu­gangs für Mit­glie­der der ver­schie­de­nen Re­li­gio­nen zu ih­ren hei­li­gen Or­ten, oder ih­rer Ge­füh­le zu die­sen Or­ten, ge­fähr­den könn­te.

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