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Deutsch­land: Christ­li­che Flücht­lin­ge von Mus­li­men ver­folgt

„Vor­fäl­le wer­den ab­sicht­lich her­un­ter­ge­spielt und so­gar ver­tuscht.”

So­e­ren Kern, 15. Mai 2016, Gatestone In­sti­tu­te

  • Tau­sen­de Chris­ten in deut­schen Flücht­lings­un­ter­künf­ten wer­den von Mus­li­men, manch­mal so­gar von den Si­cher­heits­kräf­ten ver­folgt, ge­mäss ei­nem neu­en Be­richt der NGO Open Doors.
  • „Ein gros­ses Hin­der­nis für die Um­fra­ge war, dass vie­le Op­fer Angst da­vor hat­ten, mit­zu­ma­chen. … Sie sorg­ten sich nicht nur um mög­li­che Fol­gen für sie per­sön­lich und für ih­re Fa­mi­li­en in Deutsch­land, son­dern auch um ih­re Ver­wand­ten, die noch in den Her­kunfts­län­dern le­ben.” – Open Doors Be­richt.
  • „Ich kam nach Deutsch­land, nach­dem ich aus mei­nem ei­ge­nen Land ge­flo­hen war, in der Hoff­nung, dass mein Le­ben si­che­rer wä­re im An­ge­sicht wach­sen­der Ge­fahr. Doch in Deutsch­land bin ich noch mehr be­droht wor­den.” – Christ­li­cher Flücht­ling in Deutsch­land.
  • „Trotz ver­mehr­ter Be­rich­te über die­ses Pro­blem durch die Me­di­en, durch ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen, Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen­füh­rer und christ­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben die deut­schen Be­hör­den und Po­li­tik kaum je ei­ne Un­ter­su­chung ins Le­ben ge­ru­fen. Statt­des­sen glau­ben wir, dass Vor­fäl­le ab­sicht­lich her­un­ter­ge­spielt und so­gar ver­tuscht wer­den. … Selbst in Po­li­zei­sta­tio­nen wer­den re­li­gi­ös mo­ti­vier­te An­grif­fe auf christ­li­che Flücht­lin­ge nicht als sol­che do­ku­men­tiert.” – Open Doors Be­richt.

Ver­tre­ter der NGO Open Doors prä­sen­tie­ren, zu­sam­men mit an­de­ren NGOs, den Open Doors Re­port „Re­li­gi­ös mo­ti­vier­te An­grif­fe auf christ­li­che Flücht­lin­ge in Deutsch­land” an ei­ner Pres­se­kon­fe­renz, Mai 2016.

Tau­sen­de von Chris­ten in deut­schen Flücht­lings­un­ter­künf­ten wer­den von Mus­li­men, manch­mal so­gar von Si­cher­heits­kräf­ten ver­folgt, ge­mäss ei­nem neu­en Be­richt, der dar­stellt, dass die deut­schen Be­hör­den in den meis­ten Fäl­len nichts ge­tan ha­ben, um die Op­fer zu schüt­zen.

Die Stu­die be­haup­tet, dass deut­sche Be­hör­den und die Po­li­zei das „Ta­bu­the­ma ” mus­li­mi­scher An­grif­fe auf christ­li­che Flücht­lin­ge ab­sicht­lich her­un­ter­ge­spielt und so­gar ver­tuscht ha­ben, schein­bar um die Be­feue­rung von Anti-​Immigrations-​Gefühlen zu ver­mei­den.

Der Be­richtRe­li­gi­ös mo­ti­vier­te Über­grif­fe ge­gen christ­li­che Flücht­lin­ge in Deutsch­land”, wur­de von der deut­schen Nie­der­las­sung von Open Doors pro­du­ziert, ei­ner Nicht-​Regierungsorganisation, die ver­folg­te Chris­ten welt­weit un­ter­stützt.

Die Stu­die – die ei­ne Ana­ly­se des Gatestone In­sti­tu­te über muslimisch-​christliche Ge­walt be­stä­tigt – do­ku­men­tiert mehr als 300 Vor­fäl­le, in de­nen christ­li­che Flücht­lin­ge in Deutsch­land we­gen ih­res Glau­bens in deut­schen Flücht­lings­hei­men kör­per­lich und se­xu­ell an­ge­grif­fen und so­gar mit dem To­de be­droht wor­den wa­ren.

Der Be­richt ba­siert auf den Be­fra­gun­gen von 231 christ­li­chen Flücht­lingn, durch­ge­führt zwi­schen Fe­bru­ar und April 2016. Mehr als 80% der Be­frag­ten wa­ren männ­lich und mehr als die Hälf­te wa­ren jün­ger als 30. Die meis­ten der Be­frag­ten ka­men aus dem Iran, Af­gha­ni­stan und Sy­ri­en. Neun von zehn der an der Um­fra­ge teil­neh­men­den wa­ren Chris­ten mit mus­li­mi­schem Hin­ter­grund. Von die­sen hat­ten die meis­ten schon in ih­ren Hei­mat­län­dern zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert.

Von den Be­frag­ten sag­ten 86, dass sie phy­sisch at­ta­ckiert wor­den wa­ren von mus­li­mi­schen Flücht­lin­gen und vom Si­cher­heits­per­so­nal der Un­ter­künf­te, von de­nen vie­le auch Mus­li­me sind. Mehr als 70 sag­ten, sie hät­ten Mord­dro­hun­gen er­hal­ten, 92 sei­en für ih­ren christ­li­chen Glau­ben be­lei­digt wor­den, und 62 sei­en „sehr lau­ter re­li­giö­ser Mu­sik oder Ge­bet” un­ter­wor­fen wor­den, ver­mut­lich is­la­mi­scher Art. An­de­re sag­ten, sie sei­en kör­per­li­chen An­grif­fen in Form von Schlä­gen, Spu­cken, Stos­sen und se­xu­el­lem Miss­brauch aus­ge­setzt ge­we­sen. Rund 75% der Be­frag­ten sag­ten, dass die3 Be­läs­ti­gung durch Mus­li­me ein „häu­fi­ges” Pro­blem sei.

Laut Open Doors zeigt der Be­richt „nur die Spit­ze des Eis­bergs,” weil „vie­le christ­li­che Flücht­lin­ge Angst ha­ben da­vor, noch mehr Schwie­rig­kei­ten ge­gen­über­zu­ste­hen, wenn sie Vor­fäl­le mel­den.” An­de­re be­fürch­ten, dass „die In­for­ma­tio­nen in die fal­schen Hän­de ge­ra­ten und Ge­fahr für An­ge­hö­ri­ge, die im­mer noch in ih­ren Hei­mat­län­dern le­ben, ver­ur­sa­chen könn­ten.” Der Be­richt stellt fest:

„Als we­sent­li­ches Hin­der­nis für die Er­he­bung stell­te sich die Angst vie­ler Be­trof­fe­ner vor ei­ner Teil­nah­me her­aus. Sie be­fürch­te­ten ne­ga­ti­ve Fol­gen für den Fall, dass ih­re per­sön­li­chen In­for­ma­tio­nen in fal­sche Hän­de ge­ra­ten könn­ten. Die­se Sor­ge be­zog sich nicht nur auf die mög­li­chen Kon­se­quen­zen für sie per­sön­lich und ih­re Fa­mi­lie in Deutsch­land, son­dern auch für ih­re An­ge­hö­ri­gen, die wei­ter­hin in den Her­kunfts­län­dern le­ben.

„Ei­ne be­son­de­re Hür­de für Frau­en stellt zu­dem das Schil­dern se­xu­el­ler Über­grif­fe dar, weil die­ses The­ma scham­be­setzt ist und da­her häu­fig ver­schwie­gen wird. Da­bei ist das Scham­emp­fin­den ori­en­ta­li­scher Frau­en in der Re­gel deut­lich aus­ge­präg­ter als bei west­lich ge­präg­ten Frau­en.

„Er­schwe­rend sind für vie­le Flücht­lin­ge auch ih­re ne­ga­ti­ven Er­fah­run­gen mit den Be­hör­den und der Po­li­zei in ih­ren Her­kunfts­län­dern auf­grund ih­res christ­li­chen Glau­bens. Sie sind es ge­wohnt, als Bür­ger zwei­ter Klas­se be­han­delt zu wer­den. Nun er­le­ben sie, dass dies auch in vie­len Flücht­lings­un­ter­künf­ten in Deutsch­land nicht an­ders ist – ei­nem Land, in dem of­fi­zi­ell Re­li­gi­ons­frei­heit herrscht – und sie nicht ein­mal hier Hil­fe er­fah­ren.

Der Be­richt ent­hält Aus­sa­gen von christ­li­chen Flücht­lin­gen, die ein „kon­stan­tes Kli­ma der Angst und Pa­nik” in Deut­schen Not­un­ter­künf­ten be­schrei­ben:

  • „ch bin aus mei­nem ei­ge­nen Land in der Hoff­nung nach Deutsch­land ge­flo­hen, dass mein Le­ben hier vor den dro­hen­den Ge­fah­ren si­cher wä­re, aber in Deutsch­land bin ich mehr be­droht wor­den.”
  • „An die­ser Stel­le muss ich sa­gen, dass ich wirk­lich nicht wuss­te, dass ich, wenn ich nach Deutsch­land kom­men wür­de, nur we­gen mei­nes Glau­bens und hier ge­nau­so wie im Iran be­läs­tigt wer­den wür­de.”
  • „Sie ma­len Kreu­ze und strei­chen sie mit ei­nem X durch und be­lei­di­gen uns da­durch. Sie wer­fen ih­ren Müll vor un­se­re Tür. Sie hö­ren sehr laut den Azan (Ge­bets­ruf der Mus­li­me) und den Ko­ran. Wir muss­ten un­se­re letz­te Un­ter­kunft auf Grund der Mord­dro­hun­gen, die wir be­kom­men ha­ben, ver­las­sen.”
  • „In der Un­ter­kunft, in der wir un­ter­ge­bracht sind, setzt die Se­cu­ri­ty die Ord­nung nicht durch. Wir wer­den je­den Mor­gen um fünf Uhr von dem lau­ten Azan (Ge­bets­ruf der Mus­li­me) ge­weckt. Die La­ge ver­schlim­mert sich, so­bald man sich be­schwert, denn sie sa­gen, dies sei das Recht der Mus­li­me. Au­ßer­dem kön­nen sie uns un­ge­straft be­lei­di­gen. In der Un­ter­kunft ha­ben zwei mei­ner Freun­de schon To­des­dro­hun­gen er­hal­ten. Ih­nen wur­den ih­re Kreuz­an­hän­ger vom Hals ge­ris­sen. Kei­ner von uns traut sich mehr, ein Kreuz zu tra­gen.”
  • „Beim Ab­ho­len un­se­res Gel­des wer­den wir im­mer nach hin­ten ge­drängt. Auch in der Kü­che kom­men wir als Letz­te dran. Nach Mit­ter­nacht, wenn wir schla­fen, klop­fen sie ans Fens­ter und wir kön­nen aus Angst nicht mehr wei­ter­schla­fen. Und am nächs­ten Tag beim Sprach­un­ter­richt kön­nen wir nicht gut ler­nen. Mus­li­me nen­nen uns ‚mor­tad‘ (un­gläu­big) und steh­len aus der Kü­che. Sie ha­ben so oft un­se­re Sa­chen aus dem Kühl­schrank ge­stoh­len, dass je­des Zim­mer ei­nen Kühl­schrank be­kom­men hat.”
  • „Ich wur­de mehr­fach in der Un­ter­kunft in Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Mus­li­men be­lei­digt und kör­per­lich an­ge­grif­fen, so­dass je­des Mal die Po­li­zei ein­grei­fen muss­te. Die Er­in­ne­rung an die­se Vor­fäl­le las­tet im­mer noch auf mir, so­dass ich ernst­haf­te psy­chi­sche Pro­ble­me be­kom­men und ver­sucht ha­be, Selbst­mord zu be­ge­hen. – In mei­ner Un­ter­kunft hat­te ich Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Se­cu­ri­ty. Sie be­lei­dig­te un­se­re Re­li­gi­on und griff uns an. Ich ha­be dar­über als Zeu­ge bei der Po­li­zei aus­ge­sagt. Nach­dem wir von der Se­cu­ri­ty To­des­dro­hun­gen be­kom­men ha­ben, sind wir ge­mein­sam mit dem Pas­tor der Kir­che zur Po­li­zei ge­gan­gen und ha­ben An­zei­ge er­stat­tet.”

Der Be­richt ent­hält ei­ne Ge­schich­te von Gott­fried Mar­tens, Pfar­rer in Ber­lin, der Vor­komm­nis­se mus­li­mi­scher Be­läs­ti­gung be­schrieb, die An­fang Mai statt­ge­fun­den ha­ben – Vor­fäl­le, die die Po­li­zei bis heu­te nicht un­ter­sucht hat:

„Ein christ­li­ches Ehe­paar aus dem Iran wur­de von dem af­gha­ni­schen Lei­ter ei­ner Asyl­be­wer­ber­un­ter­kunft in Ber­lin im­mer schlim­mer schi­ka­niert: Sie er­hiel­ten als „Un­gläu­bi­ge“ auch kein Bett, son­dern muss­ten über Mo­na­te in der Ein­rich­tung auf dem Bo­den schla­fen. Nun ging es so weit, dass der Lei­ter der Un­ter­kunft ih­ren Schlaf­be­reich ver­wüs­tet und ih­re christ­li­chen Ge­gen­stän­de (Os­ter­ker­ze, Bi­bel, Pfarr­brief) per­sön­lich zer­stört hat.

„Ein an­de­rer war von mus­li­mi­schen Heim­be­woh­nern we­gen sei­ner Kon­ver­si­on so mas­siv be­droht und mit Koran­ge­sän­gen rund um die Uhr be­schallt wor­den, dass er ges­tern Abend ver­such­te, sich mit ei­ner Ra­sier­klin­ge das Le­ben zu neh­men. Glück­li­cher­wei­se wur­de er noch recht­zei­tig ge­fun­den.

„Vor zwei Wo­chen hat­ten wir wie­der acht Flücht­lin­ge aus ei­ner an­de­ren Ein­rich­tung zwi­schen­durch bei uns un­ter­brin­gen müs­sen. Sie wa­ren mas­siv mit dem To­de be­droht wor­den, weil sie sich wei­ger­ten, am ri­tu­el­len mus­li­mi­schen Ge­bet in der Sport­hal­le teil­zu­neh­men. Die um Hil­fe ge­ru­fe­nen Wach­schüt­zer mar­schier­ten an­schlie­ßend mit den­je­ni­gen, die die Chris­ten be­droht hat­ten, ge­mein­sam zum Ge­bet … Als die Chris­ten schließ­lich un­ter lau­ten „Allahu-akbar“-Rufen der Be­woh­ner aus der Hal­le flo­hen, er­teil­te der mus­li­mi­sche Wach­schutz ih­nen gleich dar­auf ein Haus­ver­bot – mit der Be­grün­dung, die Chris­ten hät­ten sie an­ge­grif­fen.”

Ge­mäss Open Doors:

„Alar­mie­rend ist viel­mehr die Tat­sa­che, dass christ­li­che Flücht­lin­ge und an­de­re re­li­giö­se Min­der­hei­ten in zu­neh­men­dem Ma­ße die­sel­be Ver­fol­gung und Dis­kri­mi­nie­rung wie in ih­ren is­la­mi­schen Her­kunfts­län­dern er­lei­den und nicht ein­mal in Deutsch­land den er­hoff­ten Schutz er­hal­ten.

„Da trotz ver­mehr­ter Hin­wei­se von Me­di­en, Hilfs- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen­lei­tern und Dach­or­ga­ni­sa­tio­nen ori­en­ta­li­scher Chris­ten die­ser Pro­ble­ma­tik von po­li­ti­scher oder be­hörd­li­cher Sei­te kaum nach­ge­gan­gen wur­de, dräng­te sich der Ein­druck auf, dass die Vor­fäl­le be­wusst ver­harm­lost oder gar ver­tuscht wur­den. Wie Open Doors aus ver­trau­li­chen Ge­sprä­chen be­kannt ist, wur­den selbst in Po­li­zei­dienst­stel­len re­li­gi­ös mo­ti­vier­te Über­grif­fe auf christ­li­che Flücht­lin­ge nicht als sol­che do­ku­men­tiert.”

„Da­durch konn­ten die­se ge­häuft auf­tre­ten­den Vor­fäl­le re­li­gi­ös mo­ti­vier­ter Ge­walt auch nicht sta­tis­tisch er­fasst und hin­sicht­lich ih­rer Schwe­re und Häu­fig­keit nicht kor­rekt ein­ge­ord­net wer­den. Dies führ­te da­zu, dass ei­ne Viel­zahl von re­li­gi­ös be­ding­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ge­gen Chris­ten und an­de­re re­li­giö­se Min­der­hei­ten als nicht re­le­vant be­han­delt wur­den.

Der Be­richt schliesst mit ei­ner Rei­he von Emp­feh­lun­gen für die Bun­des­re­gie­rung , um die Be­las­tung für die christ­li­chen Flücht­lin­ge zu re­du­zie­ren:

  • Er­fas­sung der Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit bei der Erst­auf­nah­me und Wei­ter­lei­tung der Da­ten bei der Ver­le­gung in an­de­re Un­ter­künf­te.
  • Zu­sam­men­le­gung von Min­der­hei­ten, so­dass der An­teil der Chris­ten so­wie an­de­rer re­li­giö­ser Min­der­hei­ten im Ver­hält­nis zu den Mus­li­men in et­wa gleich ist.
  • Ge­trenn­te Un­ter­brin­gung von Chris­ten so­wie von an­de­ren re­li­giö­sen Min­der­hei­ten, die be­reits Op­fer von Ver­fol­gung und Dis­kri­mi­nie­rung ge­wor­den sind. Dies soll­te auch die Mög­lich­keit ei­ner de­zen­tra­len Un­ter­brin­gung um­fas­sen. De­zen­tra­le Un­ter­brin­gung darf von Be­hör­den nicht grund­sätz­lich blo­ckiert wer­den, ins­be­son­de­re wenn ent­spre­chend Wohn­raum für be­trof­fe­ne Chris­ten an­ge­bo­ten wird.
  • Ad­äqua­te Er­hö­hung des nicht-​muslimischen An­teils in­ner­halb des Wach­per­so­nals.
  • Re­gel­mä­ßi­ge Schu­lun­gen und Sen­si­bi­li­sie­rung der Mit­ar­bei­ter und des Si­cher­heits­per­so­nals in Flücht­lings­un­ter­künf­ten hin­sicht­lich Ur­sa­chen re­li­giö­ser Kon­flik­te und des Schut­zes re­li­giö­ser Min­der­hei­ten.
  • Be­reit­stel­lung von Ver­trau­ens­per­so­nen christ­li­chen Glau­bens, an die sich von Ver­fol­gung be­trof­fe­ne Chris­ten wen­den kön­nen.

Ei­ni­ge In­sti­tu­tio­nen, die der deut­schen Re­gie­rung na­he­ste­hen, ha­ben of­fen die Aus­sa­gen von Open Doors be­strit­ten und ha­ben den Be­hör­den po­li­ti­sche De­ckung ge­ge­ben, nichts zu tun, um den ver­folg­ten Chris­ten zu hel­fen.

Im März 2016 ver­öf­fent­lich­te die Konrad-​Adenauer-​Stiftung (KAS), ein Mitte-​Rechts-​Think-​Tank, der un­ab­hän­gig, aber eng an An­ge­la Mer­kels Christ­de­mo­kra­ten ge­bun­den ist, ei­ne Ana­ly­se un­ter dem Ti­tel „Chris­ten un­ter Druck?” Der Be­richt ar­gu­men­tiert, dass mus­li­mi­sche Ver­fol­gung von Chris­ten in Deutsch­land und an­ders­wo in der Welt über­trie­ben wird, und in je­dem Fall nicht nach­ge­wie­sen wer­den kann:

„Wie im welt­wei­ten Kon­text, so sind auch in Deutsch­land ver­läss­li­che An­ga­ben über An­grif­fe und At­ta­cken auf Chris­ten nur schwer zu be­kom­men, Be­rich­te sind meis­tens sub­jek­tiv und em­pi­risch nicht se­ri­ös be­leg­bar.

„Wahr­schein­lich ge­hen An­fein­dun­gen in Asyl- und Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen für Flücht­lin­ge auf ei­ne Rei­he un­ter­schied­li­cher Grün­de zu­rück. Ei­ne gro­ße An­zahl an Men­schen be­fin­det sich für län­ge­re Zeit auf engs­tem Raum bei­sam­men, oh­ne Pri­vat­sphä­re und un­ter an­ge­spann­ten Rah­men­be­din­gun­gen. Psy­cho­lo­gisch dürf­ten Zu­kunfts­sor­gen, Sprach- und Kul­tur­bar­rie­ren so­wie die Ver­ar­bei­tung ver­gan­ge­ner und auf der Flucht er­leb­ter Um­stän­de zu ei­ner zu­sätz­li­chen An­span­nung vie­ler bei­tra­gen. Als wä­re dies nicht schon be­las­tend ge­nug, kom­men oft noch Si­tua­tio­nen hin­zu, in de­nen sich Ver­fol­ger und Ver­folg­te aus den Her­kunfts­län­dern in Deutsch­land in den­sel­ben Erstaufnahme- und Asyl­un­ter­künf­ten als eth­ni­sche oder re­li­giö­se Grup­pen er­neut be­geg­nen.

„Ne­ben re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen ist schon län­ger be­kannt, dass auch eth­nisch mo­ti­vier­te Kon­flikt­la­gen auf­tre­ten – so sind z. B. wie­der­holt Af­gha­nen und Ira­ker an­ein­an­der­ge­ra­ten. Auf­fäl­lig ist au­ßer­dem die Häu­fung von Aus­schrei­tun­gen ge­gen­über kon­ver­tier­ten christ­li­chen Flücht­lin­gen. Vor al­lem in den neu­en Bun­des­län­dern. Oh­ne auch hier­für va­li­de Be­le­ge zu ha­ben, ist doch be­mer­kens­wert, dass schein­bar ge­ra­de dort be­son­ders vie­le Vor­fäl­le von re­li­gi­ös be­ding­ter Aus­gren­zung und Ge­walt er­fol­gen, wo ein oh­ne­hin weit­ge­hend are­li­giö­ses Um­feld vor­liegt. Nur we­nig ist be­kannt über An­fein­dun­gen ge­gen ara­bi­sche Chris­ten, die schon in ih­ren Her­kunfts­län­dern als Chris­ten leb­ten…”

Der KAS-​Bericht rät nicht zur Tren­nung von Flücht­lin­gen nach ih­rer Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit, weil das ge­gen­über den Neu­lin­gen in Be­zug auf Deutsch­lands En­ga­ge­ment für Re­li­gi­ons­frei­heit „das fal­sche Si­gnal” wä­re: „In Deutsch­land [gibt es] kei­ne religions- oder kul­tur­be­ding­ten Ra­bat­te auf un­ser Ver­ständ­nis von Frei­heits­rech­ten. Und hier­zu zählt ganz ele­men­tar auch das uni­ver­sa­le Men­schen­recht auf Re­li­gi­ons­frei­heit”

„Es gibt in Deutsch­land kei­nen Grund da­für, sei­ne Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit ver­schwei­gen oder ein­schrän­ken zu müs­sen oder nicht zu ei­ner an­de­ren Re­li­gi­on kon­ver­tie­ren zu dür­fen.”

Der KAS-​Bericht bie­tet kei­ne Emp­feh­lun­gen für die Be­sei­ti­gung der sek­tie­re­ri­schen Ge­walt in deut­schen Flücht­lings­hei­men.

Auf ei­ner Pres­se­kon­fe­renz an­läss­lich der Pu­bli­ka­ti­on des Open Doors Be­rich­tes sag­te Vol­ker Bau­mann, Lei­ter ei­ner Grup­pe mit dem Na­men Ak­ti­on für Ver­folg­te Chris­ten und der Be­dürf­ti­gen (AVC), dass bis zu 40’000 Flücht­lin­ge in deut­schen Flücht­lings­hei­men we­gen ih­res re­li­giö­sen Glau­bens ver­folgt wer­den.

Nach Gott­fried Mar­tens, dem Pfar­rer aus Ber­lin, hat die Bun­des­re­gie­rung die Kon­trol­le über die Si­tua­ti­on ver­lo­ren. In ei­nem In­ter­view mit der Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung sag­te er, dass die meis­ten Chris­ten, die in deut­schen Flücht­lings­hei­men ver­folgt wer­den, es nicht wa­gen, ei­ne for­mel­le Be­schwer­de ein­zu­rei­chen auf­grund der Angst um ih­re ei­ge­ne Si­cher­heit. In je­nen Fäl­len, in de­nen Be­schwer­den ein­ge­reicht wer­den, rei­chen Mus­li­me Ge­gen­be­schwer­den ein. Dar­über hin­aus ist es kaum mög­lich, Vor­fäl­le von Be­läs­ti­gung un­wi­der­leg­bar zu be­wei­sen. So ent­schei­det sich die über­wie­gen­de Mehr­heit der Flücht­lin­ge da­für, sich nicht zu be­schwe­ren, um ih­re Si­tua­ti­on nicht zu ver­schlim­mern.

Tho­mas Mül­ler, ein Ana­lyst von Open Doors Deutsch­land, kam zum Schluss:

„Christ­li­che Flücht­lin­ge aus vie­len ver­schie­de­nen Län­dern ver­su­chen, und ver­mis­sen es, Si­cher­heit in Eu­ro­pa zu fin­den, und es ist wahr­schein­lich, dass der Be­richt nur die Spit­ze des Eis­bergs zeigt. Es ist klar, dass vie­le christ­li­che Flücht­lin­ge – be­son­ders die­je­ni­gen, die Kon­ver­ti­ten zum christ­li­chen Glau­ben sind – in Furcht vor Ver­fol­gung durch mus­li­mi­sche Flücht­lin­ge le­ben, die die Mehr­heit der Be­woh­ner der in ganz Eu­ro­pa ein­ge­rich­te­ten Flücht­lings­hei­me bil­den. Es ist er­nüch­ternd, wenn ver­folg­te Chris­ten ei­nem west­li­chen Land sa­gen, dass sie die glei­chen Ver­fol­gungs­mus­ter er­le­ben wie in ih­ren Hei­mat­län­dern.”

So­e­ren Kern ist Se­ni­or Fel­low des in New York an­säs­si­gen Gatestone In­sti­tu­tes. Er ist auch Se­ni­or Fel­low für eu­ro­päi­sche Po­li­tik an der in Ma­drid an­säs­si­gen Gru­po de Estu­di­os Est­ra­té­gicos /​ Stra­te­gic Stu­dies Group. Fol­gen Sie ihm auf Face­book und Twit­ter. Sein ers­tes Buch, Glo­bal Fire kommt 2016 her­aus.


Erst­pu­bli­ka­ti­on hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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