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Frank­reich: Nach der drit­ten Ji­ha­dis­ten­at­ta­cke

Guy Mil­liè­re, 23.7.2016, Gatestone In­sti­tu­te

  • Suk­zes­si­ve fran­zö­si­sche Re­gie­run­gen ha­ben ei­ne Fal­le ge­baut; die Fran­zo­sen, die in ihr ste­cken, den­ken nur dar­an, wie sie ent­kom­men kön­nen. Die Si­tua­ti­on ist erns­ter, als vie­le den­ken. Gan­ze Re­gio­nen Frank­reichs ste­hen un­ter der Kon­trol­le von Ban­den und ra­di­ka­len Ima­men.
  • Pre­mier­mi­nis­ter Ma­nu­el Valls wie­der­hol­te, was er vor 18 Mo­na­ten schon sag­te: „Frank­reich be­fin­det sich im Krieg” Er nann­te ei­nen Feind, den „ra­di­ka­len Is­la­mis­mus”, aber er füg­te rasch hin­zu, dass der „ra­di­ka­le Is­la­mis­mus nichts mit dem Is­lam zu tun” hat. Er wie­der­hol­te dann, dass die Fran­zo­sen sich dar­an ge­wöh­nen müss­ten, mit „Ge­walt und An­grif­fen” zu le­ben.
  • Die Fran­zo­sen sind der Ver­su­che zu­neh­mend mü­de, den Is­lam frei­zu­spre­chen. Sie wis­sen ganz ge­nau, dass nicht al­le Mus­li­me schul­dig sind. Aber sie wis­sen auch, dass all die­je­ni­gen, die in den letz­ten Jah­ren in Frank­reich An­grif­fe be­gan­gen ha­ben, Mus­li­me wa­ren. Die Fran­zo­sen ha­ben kei­ne Lust, sich an „Ge­walt und An­grif­fe” zu ge­wöh­nen. Sie wol­len nicht auf der Ver­lie­rer­sei­te ste­hen, und sie spü­ren, dass wir ver­lie­ren.

Die fran­zö­si­sche Ar­mee ist an der Gren­ze ih­rer Hand­lungs­fä­hig­keit: sie pa­trouil­liert be­reits durch die Stra­ßen von Frank­reich und ist in Afri­ka und dem Na­hen Os­ten im Ein­satz. Oben: fran­zö­si­sche Sol­da­ten be­wa­chen ei­ne jü­di­sche Schu­le in Straß­burg, im Fe­bru­ar 2015 (Bild­quel­le: Clau­de Truong-​Ngoc /​ Wi­ki­me­dia Com­mons)

Niz­za, 14. Ju­li 2016: Tag der Bas­til­le, Na­tio­nal­fei­er­tag. Die Fei­er­lich­kei­ten des Abends en­den. Als die Men­ge, die das Feu­er­werk an­schau­te, sich zu zer­streu­en be­gann, mäh­te der Fah­rer ei­nes 19-​Tonnen-​LKW im Zick-​Zack je­den um, den er er­wi­schen konn­te. Zehn Mi­nu­ten und 84 To­te spä­ter wur­de der Fah­rer er­schos­sen. Dut­zen­de wur­den ver­letzt; vie­le wer­den für den Rest ih­res Le­bens ge­lähmt sein. Be­nom­me­ne Über­le­ben­de wan­der­ten stun­den­lang durch die Stra­ßen der Stadt.

Fran­zö­si­sche Fern­seh­nach­rich­ten­spre­cher sag­ten rasch, dass das Ge­sche­he­ne mit ziem­li­cher Si­cher­heit ein „Un­fall” ge­we­sen sei, oder, als die fran­zö­si­schen Be­hör­den an­fin­gen, von Ter­ro­ris­mus zu spre­chen, dass der Fah­rer viel­leicht nur ein Ver­rück­ter sein könn­te. Als die Po­li­zei Na­men und Iden­ti­tät des Kil­lers of­fen­bar­te, und dass er in der Ver­gan­gen­heit De­pres­sio­nen ge­habt hat­te, schlu­gen sie vor, dass er in ei­nem Mo­ment der „gros­sen Angst” ge­han­delt ha­be. Sie fan­den Zeu­gen, die aus­sag­ten, dass er „kein from­mer Mus­lim” war – viel­leicht über­haupt gar kein Mus­lim.

Prä­si­dent François Hol­lan­de gab ein paar Stun­den spä­ter ei­ne An­spra­che und be­kräf­tig­te sei­ne Ent­schlos­sen­heit, „die Be­völ­ke­rung zu schüt­zen.”

Pre­mier­mi­nis­ter Ma­nu­el Valls wie­der­hol­te, was er schon vor 18 Mo­na­ten ge­sagt hat­te: „Frank­reich ist im Krieg.” Er nann­te ei­nen Feind, „ra­di­ka­len Is­la­mis­mus”, aber er füg­te schnell hin­zu, „ra­di­ka­ler Is­la­mis­mus hat nichts mit dem Is­lam zu tun.” Dann wie­der­hol­te er, was er so oft be­ton­te, dass die Fran­zo­sen sich dar­an ge­wöh­nen müss­ten, mit „Ge­walt und An­grif­fen” zu le­ben.

Die öf­fent­li­che Re­ak­ti­on zeig­te, dass Valls kaum je­mand über­zeug­te. Die Fran­zo­sen sind der Ver­su­che im­mer mehr mü­de, den Is­lam frei­zu­spre­chen. Sie wis­sen ganz ge­nau, dass nicht al­le Mus­li­me schul­dig sind. Aber sie wis­sen auch, dass den­noch al­le die­je­ni­gen, die in den letz­ten Jah­ren in Frank­reich An­schlä­ge be­gan­gen ha­ben, Mus­li­me wa­ren. Sie füh­len sich von François Hol­lan­de nicht be­schützt. Sie se­hen, dass Frank­reich mit zu­neh­men­der In­ten­si­tät an­ge­grif­fen wird und dass der ra­di­ka­le Is­lam den Krieg er­klärt hat, aber sie se­hen nicht, dass Frank­reich den Krieg zu­rück er­klärt. Sie ha­ben kei­ne Lust, sich an „Ge­walt und An­grif­fe” zu ge­wöh­nen. Sie wol­len nicht auf der Ver­lie­rer­sei­te sein, und sie spü­ren, dass wir ver­lie­ren.

Da die Par­tei Front Na­tio­nal ro­bus­te­re Spra­che be­nutzt, wählt ein gro­ßer Teil der Öf­fent­lich­keit ih­re Kan­di­da­ten. Die Lei­te­rin des Front Na­tio­nal, Ma­ri­ne Le Pen, wird zwei­fel­los die ers­te Run­de ge­win­nen bei den Prä­si­dent­schafts­wah­len im nächs­ten Jahr. Sie wird am En­de wahr­schein­lich nicht ge­wählt wer­den, aber wenn sich nichts schnell und sicht­bar än­dert, wird sie beim nächs­ten Mal ei­ne sehr gu­te Chan­ce ha­ben.

Mo­de­ra­te Po­li­ti­ker le­sen die Mei­nungs­um­fra­gen, här­ten ih­re Rhe­to­rik und emp­feh­len här­te­re Po­li­tik. Ei­ni­ge von ih­nen könn­ten här­te­re Maß­nah­men ver­lan­gen, wie die Aus­wei­sung von in­haf­tier­ten Ter­ro­ris­ten mit dop­pel­ter Staats­bür­ger­schaft und die In­haf­tie­rung von Men­schen, die An­grif­fe be­ju­beln. Man­che ha­ben so­gar nach dem Kriegs­recht ge­ru­fen.

Ru­he wird nach und nach zu­rück­keh­ren, aber es ist klar, dass sich die Si­tua­ti­on in Frank­reich dem Sie­de­punkt nä­hert.

Die jüngs­ten An­grif­fe die­nen als Ka­ta­ly­sa­tor. Vor vier Jah­ren, als Mo­ha­med Me­rah Sol­da­ten und Ju­den in Tou­lou­se er­mor­de­te, hat die Be­völ­ke­rung nicht re­agiert. Die meis­ten Fran­zo­sen fühl­ten sich nicht di­rekt be­trof­fen; Sol­da­ten wa­ren nur Sol­da­ten und Ju­den wa­ren nur Ju­den. Als im Ja­nu­ar 2015 Char­lie Heb­do–Ka­ri­ka­tu­ris­ten ge­schlach­tet wur­den, ver­schlang ei­ne emo­tio­na­le Re­ak­ti­on das Land, nur um schnell wie­der zu ver­schwin­den. Ei­ne rie­si­ge De­mons­tra­ti­on wur­de im Na­men der „Re­de­frei­heit ” und der „Wer­te der Re­pu­blik” or­ga­ni­siert. Hun­dert­tau­sen­de be­haup­te­ten: „Je Su­is Char­lie” („Ich bin Char­lie”). Als zwei Ta­ge spä­ter wie­der Ju­den er­mor­det wur­den in ei­nem ko­sche­ren Le­bens­mit­tel­ge­schäft, sag­te kaum je­mand „ich bin Ju­de.”

Wer ver­such­te, über den Ji­had zu spre­chen, wur­de prompt zum Schwei­gen ge­bracht. Nicht ein­mal ein Jahr spä­ter führ­te im No­vem­ber das Blut­bad im Thea­ter Bata­clan nicht zu Pro­tes­ten, war aber ein tie­fe­rer Schock. Die Mainstream-​Medien und die Re­gie­rung konn­ten nicht mehr ver­ber­gen, dass es ein Akt des Ji­had war. Die Zahl der Ge­tö­te­ten war zu über­wäl­ti­gend; man konn­te nicht ein­fach die Sei­te um­blät­tern. Die Mainstream-​Medien und die Re­gie­rung ta­ten ihr Bes­tes, Wut und Frus­tra­ti­on zu ver­harm­lo­sen und Trau­rig­keit zu be­to­nen. Fei­er­li­che Ze­re­mo­ni­en mit Blu­men und Ker­zen wa­ren über­all. Ein „Aus­nah­me­zu­stand” wur­de er­klärt und Sol­da­ten wur­den auf die Stra­ße ge­schickt.

Doch dann ver­blass­te das Ge­fühl der Ge­fahr. Die Fußball-​Meisterschaft Eu­ro 2016 wur­de in Frank­reich or­ga­ni­siert und die gu­te Leis­tung der fran­zö­si­schen Mann­schaft er­zeug­te ein fal­sches Ge­fühl der Ein­heit.

Der An­griff in Niz­za war ein er­neu­ter Weck­ruf. Er er­in­ner­te je­den bru­tal dar­an, dass die Ge­fahr im­mer noch da ist, töd­li­cher als je zu­vor, und dass die von den Be­hör­den er­grif­fe­nen Maß­nah­men nutz­lo­se Ge­bär­den wa­ren. Er­in­ne­run­gen an die frü­he­ren Mor­de ka­men zu­rück.

Ver­su­che, zu ver­ste­cken, dass Mo­ha­med Lahouaiej-​Bouhlel, der Ter­ro­rist aus Niz­za, ein Ji­ha­dist war, täusch­ten nie­man­den. Statt­des­sen schu­fen sie nur mehr Är­ger, mehr Frus­tra­ti­on und ver­stärk­ten den Wunsch nach wirk­sa­men Maß­nah­men.

We­ni­ge Ta­ge vor dem An­griff in Niz­za be­rich­te­ten die Me­di­en, dass der Be­richt der par­la­men­ta­ri­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on über den An­griff auf das Thea­ter Bata­clan zeig­te, dass die Op­fer bru­tal ge­fol­tert und ver­stüm­melt wor­den wa­ren, und dass die Re­gie­rung ver­sucht hat­te, die­se Tat­sa­chen zu ver­tu­schen. Nun ent­deck­te die ge­sam­te Öf­fent­lich­keit das Aus­maß des Grau­ens, was Öl ins Feu­er goss.

Frank­reich scheint nun am Ran­de ei­nes re­vo­lu­tio­nä­ren Au­gen­blicks; es bräuch­te nicht viel, um ei­ne Ex­plo­si­on zu ver­ur­sa­chen. Doch die Si­tua­ti­on ist erns­ter, als vie­le den­ken.

Gan­ze Re­gio­nen Frank­reichs ste­hen un­ter der Kon­trol­le von Ban­den und ra­di­ka­len Ima­men. Die Re­gie­rung nennt sie vor­sich­tig „sen­si­ble städ­ti­sche Zo­nen.” In an­de­ren Län­dern wer­den sie un­ver­blümt „No Go Zo­nen” ge­nannt. Es gibt mehr als 570 da­von.

Hun­dert­tau­sen­de von jun­gen Mus­li­men le­ben dort. Vie­le von ih­nen sind Schlä­ger, Dro­gen­händ­ler, Räu­ber. Vie­le sind von ei­nem tief ver­wur­zel­ten Hass auf Frank­reich und den Wes­ten ge­prägt. An­wer­ber für Dschi­ha­dis­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen sa­gen ih­nen – di­rekt oder über so­zia­le Netz­wer­ke – dass sie, wenn sie im Na­men Al­lahs tö­ten, den Sta­tus von Mär­ty­rern er­rei­chen. Hun­der­te sind be­reit. Sie sind un­ge­si­cher­te Gra­na­ten, die über­all, je­der­zeit ex­plo­die­ren kön­nen.

Ob­wohl der Be­sitz, das Tra­gen und der Ver­kauf von Waf­fen in Frank­reich streng ge­re­gelt sind, zir­ku­lie­ren Kriegs­waf­fen in brei­ten Krei­sen. Und na­tür­lich hat der An­griff von Niz­za er­neut ge­zeigt, dass kei­ne Feu­er­waf­fe nö­tig ist, um Mas­sen­mord zu be­ge­hen.

Zwan­zig­tau­send Men­schen sind in den „S-​Dateien” der Re­gie­rung auf­ge­lis­tet, ein Alarm­sys­tem zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Per­so­nen, die mit dem ra­di­ka­len Is­lam ver­bun­den sind. Die meis­ten wer­den nicht über­wacht. Der Toulouse-​Mörder Mo­ha­med Me­rah, die Mör­der der Char­lie Heb­do Ka­ri­ka­tu­ris­ten, und vie­le der Ter­ro­ris­ten, die das Bataclan-​Theater an­grif­fen, wa­ren in den S-​Dateien ver­zeich­net. Mo­ha­med Lahouaiej-​Bouhlel, der Ter­ro­rist, aus Niz­za, war es nicht.

Frank­reichs Ge­heim­dienst­chef sag­te kürz­lich, dass mehr An­grif­fe zu er­war­ten sind und dass vie­le po­ten­zi­el­le Mör­der un­ent­deckt frei her­um­lau­fen.

Zu tun, was die fran­zö­si­sche Re­gie­rung heu­te tut, wird gar nichts ver­bes­sern. Im Ge­gen­teil. Frank­reich ist der Gna­de ei­nes wei­te­ren An­griffs aus­ge­setzt, der das Pul­ver­fass in Brand setz­ten wird.

Mehr zu tun, wird zu Schlim­me­rem füh­ren, be­vor die Din­ge bes­ser wer­den. Wie­der­erlan­gung der Kon­trol­le über vie­le Ge­bie­te bringt die Mo­bi­li­sie­rung der Ar­mee mit sich, und Lin­ke und An­ar­chis­ten wür­den si­cher­lich Cha­os zur Un­ord­nung hin­zu­zu­fü­gen.

Ein­zu­sper­ren wen auch im­mer im Na­men der öf­fent­li­chen Si­cher­heit ein­ge­sperrt wer­den könn­te, wür­de mehr be­deu­ten als das Kriegs­recht; es wür­de die Aus­set­zung de­mo­kra­ti­scher Frei­hei­ten be­deu­ten, und wä­re trotz­dem ei­ne un­mög­li­che Auf­ga­be. Die Ge­fäng­nis­se in Frank­reich sind be­reits voll. Die Po­li­zei ist zah­len­mä­ßig un­ter­le­gen und zeigt An­zei­chen von Er­schöp­fung. Die fran­zö­si­sche Ar­mee ist an der Gren­ze ih­rer Hand­lungs­fä­hig­keit: Sie pa­trouil­liert be­reits auf den Stra­ßen von Frank­reich, und ist in Afri­ka und dem Na­hen Os­ten im Ein­satz.

Auf­ein­an­der­fol­gen­de Re­gie­run­gen ha­ben ei­ne Fal­le ge­baut; die Fran­zo­sen, die in ihr ste­cken, den­ken nur dar­an, wie sie ent­kom­men kön­nen.

Prä­si­dent François Hol­lan­de und Pre­mier­mi­nis­ter Ma­nu­el Valls tra­gen al­le Schuld. Jah­re­lang un­ter­stütz­ten vie­le in Frank­reich je­de Be­we­gung, die „is­la­mo­pho­bi­schen Ras­sis­mus” ver­ur­teil­te. Sie ver­ab­schie­de­ten Ge­set­ze, die Kri­tik am Is­lam als „Hass­ver­bre­chen” de­fi­nie­ren. Sie ver­lie­ßen sich mehr und mehr auf die mus­li­mi­schen Stim­men, um Wah­len zu ge­win­nen. Die wich­tigs­te lin­ke Denk­fa­brik in Frank­reich, Ter­ra No­va, die in der Nä­he der So­zia­lis­ti­schen Par­tei an­ge­sie­delt wird, ver­öf­fent­lich­te meh­re­re Be­rich­te, die er­klä­ren, dass der ein­zi­ge Weg für die Lin­ke, Wah­len zu ge­win­nen, sei, die Stim­men der mus­li­mi­schen Ein­wan­de­rer an­zu­zie­hen und mehr Mus­li­me zur Be­völ­ke­rung Frank­reichs hin­zu­zu­fü­gen.

Die mo­de­ra­te Rech­te ist auch schul­dig. Prä­si­dent Charles de Gaul­le grün­de­te die „ara­bi­sche Po­li­tik Frank­reichs,” ein Sys­tem von Part­ner­schaf­ten mit ei­ni­gen der schlimms­ten Dik­ta­tu­ren in der arabisch-​muslimischen Welt, in dem Glau­ben, dass Frank­reich sei­ne ver­lo­re­ne Macht durch die­ses Sys­tem wie­der­erlan­gen wür­de. Prä­si­dent Jac­ques Chi­rac trat in die Fuß­stap­fen von de Gaul­le. Prä­si­dent Ni­co­las Sar­ko­zy half mit, das Gaddafi-​Régime in Li­by­en zu stür­zen und trägt ei­ne schwe­re Ver­ant­wor­tung für das fol­gen­de Cha­os.

Die Fal­le ent­hüll­te ih­re le­ta­le Wir­kung vor ei­nem Jahr­zehnt. Im Jahr 2005 zeig­ten Un­ru­hen in Frank­reich, dass mus­li­mi­sche Un­ru­hen das Land an den Rand der Zer­stö­rung füh­ren kön­nen. Der Brand wur­de durch die Ap­pel­le zur Ru­he von mus­li­mi­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen ein­ge­dämmt. Seit­dem ist Frank­reich der Gna­de von mehr Aus­schrei­tun­gen aus­ge­setzt.

Man Ent­schied sich, Be­schwich­ti­gung zu üben. Das hat nicht ver­hin­dert, dass die Fäul­nis an Bo­den ge­wann.

François Hol­lan­de traf über­eil­te Ent­schei­dun­gen, die Frank­reich zur Ziel­schei­be mach­ten. Als er merk­te, dass stra­te­gi­sche In­ter­es­sen Frank­reichs be­droht wa­ren, star­te­te er mi­li­tä­ri­sche Ope­ra­tio­nen ge­gen is­la­mis­ti­sche Grup­pen in Afri­ka süd­lich der Sa­ha­ra. Un­ter der Er­kennt­nis, dass fran­zö­si­sche Mus­li­me in Sy­ri­en trai­nie­ren und Ji­had füh­ren ge­hen wür­den, be­schloss er, die fran­zö­si­sche Ar­mee in Ak­tio­nen ge­gen den Is­la­mi­schen Staat zu en­ga­gie­ren.

Er sah nicht vor­aus, dass die is­la­mis­ti­schen Grup­pen und der is­la­mi­sche Staat zu­rück­schla­gen und Frank­reich an­grei­fen wür­den. Er war sich des Aus­ma­ßes nicht ge­wahr, zu dem Frank­reich ver­wund­bar war – von in­nen her­aus aus­ge­höhlt.

Die Er­geb­nis­se be­leuch­ten ei­ne er­schre­cken­de Land­schaft. Is­la­mis­ten be­trach­ten die Land­schaft und mö­gen ger­ne, was sie se­hen.

Auf ih­ren Web­sites zi­tie­ren sie oft ei­ne Zei­le von Osa­ma bin La­den: „Wenn die Leu­te ein star­kes Pferd und ein schwa­ches Pferd se­hen, wer­den sie na­tür­lich das star­ke Pferd an ih­rer Sei­te wol­len.”

Sie schei­nen zu glau­ben, dass Frank­reich ein schwa­ches Pferd ist, und dass der ra­di­ka­le Is­lam Frank­reich in die Knie zwin­gen kann in ei­nem Hau­fen von Staub und Schutt. Zeit, so schei­nen sie zu den­ken, steht eben­falls auf ih­rer Sei­te – und De­mo­gra­phie. Mus­li­me ma­chen heu­te et­wa 10% der fran­zö­si­schen Be­völ­ke­rung aus; 25% der Ju­gend­li­chen in Frank­reich sind Mus­li­me.

Die Zahl der fran­zö­si­schen Mus­li­me, die das is­la­mi­sche Scharia-​Recht in Frank­reich an­ge­wandt se­hen wol­len, er­höht sich Jahr für Jahr, wie auch die Zahl der fran­zö­si­schen Mus­li­me, die den ge­walt­tä­ti­gen Ji­had gut fin­den. Im­mer mehr fran­zö­si­sche Men­schen ver­ach­ten den Is­lam, sind je­doch von Furcht er­füllt. Selbst die Po­li­ti­ker, die zum Kampf be­reit schei­nen, wen­den sich nicht ge­gen den Is­lam.

Is­la­mis­ten schei­nen zu glau­ben, dass kein fran­zö­si­scher Po­li­ti­ker den Wil­len hat, zu über­win­den, was mehr und mehr wie ein per­fek­ter ara­bi­scher Sturm aus­sieht. Sie schei­nen zu glau­ben, dass der Wes­ten be­reits be­siegt ist und nicht hat, was es braucht, um den Tag zu ret­ten. Lie­gen sie falsch?

Dr. Guy Mil­liè­re, Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät von Pa­ris, ist Au­tor von 27 Bü­chern über Frank­reich und Eu­ro­pa.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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