«

»

Lin­ke Un­ter­wer­fung: Is­lam schüt­zen, Chris­ten­tum verleumden

Gi­ulio Meot­ti, 23.10.2016, Gatestone Institute

  • Wenn ein Imam hef­tig ge­nug pro­tes­tiert, un­ter­stützt die lin­ke Eli­te im­mer die fal­sche An­kla­ge der „Is­la­mo­pho­bie”. Wenn ein fried­li­cher Pro­test von ei­nem ka­tho­li­schen Bi­schof ge­lei­tet wird, lehnt die­sel­be Eli­te es im­mer un­ter dem Na­men der „Mei­nungs­frei­heit” ab.
  • Der von Char­lie Heb­do ver­spot­te­te „Ka­lif” des is­la­mi­schen Staa­tes Abu Ba­kr al-​Baghdadi lös­te we­gen der „Hass­re­de” ei­ne Selbst­zen­sur aus, wäh­rend das Werk von Chris Ofi­li „Die hei­li­ge Jung­frau Ma­ria”, in der die Mut­ter Je­su mit Kot und Bil­dern von Ge­ni­ta­li­en be­deckt ist, von der New York Times als „Re­de­frei­heit” ver­tei­digt wur­de. Be­deu­tet dies nun, dass ei­ni­ge Re­li­gio­nen glei­cher sind als andere?
  • An Hal­lo­ween ist nur die „Se­xy Non­ne” ver­füg­bar, wäh­rend „Ka­lif” Bagh­da­di sei­ne jes­si­di­schen und christ­li­chen Sex­skla­ven un­ge­straft ver­ge­wal­ti­gen kann.

Er­ken­nen Sie das be­lei­di­gen­de Kos­tüm – oder die Heu­che­lei? Online-​Händler Ama­zon ent­fernt das „Se­xy Bur­ka” Kos­tüm (links) nach An­schul­di­gun­gen von „Is­la­mo­pho­bie.” Doch trotz der Pro­tes­te vie­ler ka­tho­li­scher Kun­den ist die „Se­xy Non­ne” (rechts) im­mer noch bei Ama­zon erhältlich.

Das welt­weit größ­te Shopping-​Portal, Ama­zon, ver­kauft vie­le Halloween-​Kostüme. Ei­ne der Neu­hei­ten im Jahr 2016 war die „Se­xy Bur­ka”, der ty­pi­sche ob­sku­ran­tis­ti­sche Um­hang, den die Ta­li­ban und der is­la­mi­sche Staat den Frau­en auf­er­le­gen. Aber die Se­xy Bur­ka, die auf Ama­zon UK £ 18,99 kos­te­te, blieb nicht lan­ge im Angebot.

Der kom­mer­zi­el­le Ko­loss von Jeff Be­zos ent­fern­te den Ar­ti­kel von der Web­site, nach­dem Ama­zon mit An­schul­di­gun­gen von „Ras­sis­mus”, „Is­la­mo­pho­bie”, der Ver­mark­tung ei­nes is­la­mi­schen Klei­dungs­stücks mit dem wei­ßen Ge­sicht ei­nes Mo­dels und der „Ver­wen­dung ei­nes re­li­giö­sen Klei­dungs­stü­ckes für kom­mer­zi­el­le Zwe­cke” über­schwemmt wor­den war. „Sie sind ekel­haft, mei­ne Kul­tur ist nicht Ihr Kos­tüm”, schrie­ben vie­le Nut­zer is­la­mi­schen Glau­bens. An­de­re be­nutz­ten ei­nen we­ni­ger ent­zü­cken­den Ton: „Wer im­mer ihr seid, ihr sollt Al­lah fürch­ten, das ist kein Witz.”

Ein Spre­cher von Ama­zon ant­wor­te­te prompt: „Al­le Marketplace-​Verkäufer müs­sen un­se­ren Ver­kaufs­richt­li­ni­en fol­gen, und die­je­ni­gen, die das nicht tun, wer­den Maß­nah­men un­ter­wor­fen bis zur mög­li­chen Lö­schung ih­res Kon­tos. Das frag­li­che Pro­dukt ist nicht mehr verfügbar.”

Die Halloween-​Parodie des glo­ba­len Sym­bols der weib­li­chen Un­ter­drü­ckung wur­de al­so zen­siert. Weil is­la­mi­sche Schlei­er den west­li­chen Wer­ten von Frei­heit, Gleich­heit und Men­schen­wür­de so völ­lig wi­der­spre­chen, ver­tei­digt die­se re­la­ti­vis­ti­sche fort­schrei­ten­de Men­ta­li­tät die­se is­la­mi­schen Schlei­er, wie sie die Bur­ki­ni mit Loya­li­tät verteidigt.

Doch hier liegt auch ein dop­pel­ter Stan­dard. Was ist mit dem Hal­lo­ween Kos­tüm, das die ka­tho­li­sche Kir­che ver­spot­tet? Trotz der Pro­tes­te vie­ler ka­tho­li­scher Kun­den ist die „Se­xy Non­ne” im­mer noch bei Ama­zon er­hält­lich. Ist es nicht ei­ne Form der „Chris­ten­pho­bie”? Auch ei­ne Non­ne ist ei­ne re­li­giö­se Fi­gur, wäh­rend ei­ne Bur­ka ein blo­ßes Tuch ist.

Neh­men Sie The Guar­di­an, die be­rühm­tes­te bri­ti­sche liberal-​linke Zei­tung. Als die Pus­sy Riot-​Darsteller ih­re ver­meint­lich an­stö­ßi­ge 3-​minütige Show in Mos­kaus Christus-​der-​Erlöser-​Kathedrale auf­führ­ten, für die zwei der drei Dar­stel­ler Ge­fäng­nis­stra­fen ab­sas­sen, statt dem Text ab­zu­schwö­ren (die drit­te ent­schul­dig­te sich, um das Ge­fäng­nis zu ver­mei­den), ver­tei­dig­te die Zei­tung es als „rei­ne Protest-​Poesie”. Als die po­li­ti­sche Frak­ti­on PEGIDA auf­rief, ge­gen die Is­la­mi­sie­rung in Deutsch­land zu pro­tes­tie­ren, ver­damm­ten sie die­sel­ben Me­di­en als ei­nen „Vam­pir, den wir tö­ten müs­sen”. Der­sel­be dop­pel­te Stan­dard ent­stand auch wäh­rend des Kampfs dar­um, ei­ne Mo­schee in der Nä­he von Ground Ze­ro zu bau­en, als die lin­ken Me­di­en mit der mus­li­mi­schen Ge­mein­schaft ge­mein­sa­me Sa­che machten.

Im Ja­nu­ar 2006 ver­kün­de­te Nor­we­gens be­rühm­tes­ter Car­too­nist, Finn Graff, dass er sich be­züg­lich Mo­ham­med zen­sie­re. Graff hat­te nie ein Pro­blem da­mit, sich über Chris­ten lus­tig zu ma­chen, die er mit brau­nen Hem­den und Ha­ken­kreu­zen dar­stell­te. Graff hat­te auch ei­ne An­zahl kon­tro­ver­ser Zeich­nun­gen ge­gen Is­ra­el ge­zeich­net, von de­nen ei­ner den is­rae­li­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Me­nach­em Be­gin als Kom­man­deur ei­nes Nazi-​Konzentrationslagers zeigte.

Das glei­che ge­schah mit dem deutsch-​amerikanischen Fil­me­ma­cher Ro­land Em­me­rich, dem Re­gis­seur vie­ler Ka­ta­stro­phen­fil­me. Er gab ei­nen Plan auf, den hei­ligs­ten Ort des Is­lam auf der Lein­wand aus­zu­lö­schen, aus Angst, ei­ne fat­wa (re­li­giö­se Mei­nung) her­aus­zu­for­dern, die sei­nen Tod for­dern wür­de. Für sei­nen Film „2012” woll­te Em­me­rich die Kaa­ba, die iko­ni­sche wür­fel­för­mi­ge Struk­tur in der Gro­ßen Mo­schee in Mek­ka zer­stö­ren. „Sie kön­nen tat­säch­lich christ­li­che Sym­bo­le aus­ein­an­der­fal­len las­sen, aber wenn Sie dies mit [ei­nem] ara­bi­schen Sym­bol tun wür­den, hät­ten Sie … ei­ne Fat­wa”, sag­te Em­me­rich. We­nigs­tens war er ehrlich.

Nach dem Mas­sa­ker am gröss­ten Teil der Be­leg­schaft der fran­zö­si­schen Sa­ti­re­zeit­schrift Char­lie Heb­do kon­kur­rier­ten al­le gro­ßen west­li­chen li­be­ra­len Zei­tun­gen, Fern­seh­sen­der und Fo­to­agen­tu­ren, al­len vor­an die „Big Three” (MSNBC, CNN und AP), dar­um, ih­re be­schä­men­de Ent­schei­dung zu recht­fer­ti­gen, das Ti­tel­blatt von Char­lie Heb­do zu zen­sie­ren, auf dem der is­la­mi­sche Pro­phet Mo­ham­med sagt: „Al­les ist ver­ge­ben”. CNN sag­te, dass es „die Emp­find­lich­kei­ten ei­nes mus­li­mi­schen Pu­bli­kums be­lei­di­gen könn­te.” Ein Jahr spä­ter, als Char­lie Heb­do ein neu­es Co­ver mit ei­nem jüdisch-​christlichen „Mör­der­gott” und nicht mit dem is­la­mi­schen Pro­phe­ten ver­öf­fent­lich­te, zeig­te CNN es.

Im Jahr 2015 be­schrieb die BBC das Ti­tel­blatt von Char­lie Heb­do, zeig­te es aber nicht, ei­ne Ent­schei­dung, die die bri­ti­sche TV-​Station ein Jahr spä­ter nicht wie­der­hol­te, als Char­lie Heb­do das neue anti-​christliche Ti­tel­blatt ver­öf­fent­lich­te. Der glei­che dop­pel­te Stan­dard kam von der bri­ti­schen kon­ser­va­ti­ven Zei­tung Dai­ly Te­le­graph, die das Ti­tel­blatt mit der Ka­ri­ka­tur von Mo­ham­med be­schnitt, je­doch ei­nes mit ei­nem abra­ha­mi­schen Gott veröffentlichte.

Die As­so­cia­ted Press zen­sier­te im Jahr 2015 auch die is­la­mi­schen Ka­ri­ka­tu­ren von Char­lie Heb­do. Der Grund? „Be­wusst pro­vo­ka­tiv.” Im Jahr 2016 hat­te die Agen­tur kei­ne Schwie­rig­kei­ten, das neue Ti­tel­blatt zu zei­gen, das nicht Mo­ham­med, son­dern den jüdisch-​christlichen Gott darstellt.

Die­ser Dop­pel­stan­dard der lin­ken Eli­te war auch in der New York Times auf­ge­taucht, die aus „Re­spekt” ge­gen­über dem mus­li­mi­schen Glau­ben die Mohammed-​Karikaturen von Char­lie Heb­do zen­sier­te – nur um in völ­li­ger Re­spekt­lo­sig­keit zu ent­schei­den, dass die Graue Da­me die Ar­beit „Eggs Be­ne­dict” von Nik­ki John­son, aus­ge­stellt im Mil­wau­kee Art Mu­se­um, in dem Kon­do­me in ver­schie­de­nen Far­ben das Ge­sicht von Papst Be­ne­dikt XVI bil­den, ver­öf­fent­li­chen könn­te und sollte.

Der von Char­lie Heb­do ver­spot­te­te „Ka­lif” des is­la­mi­schen Staa­tes Abu Ba­kr al-​Baghdadi lös­te we­gen „Hass­re­de” ei­ne Selbst­zen­sur aus, wäh­rend das Werk von Chris Ofi­li „Die hei­li­ge Jung­frau Ma­ria”, in der die Mut­ter Je­su mit Kot und Bil­dern von Ge­ni­ta­li­en be­deckt ist, von der New York Times als „Re­de­frei­heit” ver­tei­digt wur­de. Be­deu­tet dies nun, dass ei­ni­ge Re­li­gio­nen glei­cher sind als andere?

Wenn ein Imam hef­tig ge­nug pro­tes­tiert, un­ter­stützt die lin­ke Eli­te im­mer die fal­sche An­kla­ge der „Is­la­mo­pho­bie”. Wenn ein fried­li­cher Pro­test von ei­nem ka­tho­li­schen Bi­schof ge­lei­tet wird, lehnt die­sel­be Eli­te es im­mer un­ter dem Na­men „Mei­nungs­frei­heit” ab.

Ver­ges­sen Sie die „Se­xy Bur­ka.” An Hal­lo­ween ist nur die „Se­xy Non­ne” ver­füg­bar, wäh­rend „Ka­lif” Bagh­da­di sei­ne jes­si­di­schen und christ­li­chen Sex­skla­ven un­ge­straft ver­ge­wal­ti­gen kann.

Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio ist ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Au­tor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone Instituts.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php