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In Eu­ro­pa fin­det ein Be­völ­ke­rungs­aus­tausch statt

Gi­ulio Meot­ti, 14.6.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • Men­schen­schmugg­ler brin­gen die Mi­gran­ten zu den Schif­fen der NGOs, die dann ita­lie­ni­sche See­hä­fen an­lau­fen. Ei­ne wei­te­re ju­ris­ti­sche Un­ter­su­chung wur­de er­öff­net über die wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen der Ma­fia bei der Ver­wal­tung der Mi­gran­ten nach ih­rer An­kunft.
  • Man kann die Mi­gran­ten nicht mit den vor dem Na­zis­mus flie­hen­den Ju­den ver­glei­chen. Papst Fran­zis­kus hat zum Bei­spiel vor kur­zem die Mi­gran­ten­zen­tren mit Nazi-​Konzentrationslagern ver­gli­chen. Wo sind die Gas­kam­mern, me­di­zi­ni­schen „Ex­pe­ri­men­te”, Kre­ma­to­ri­en, Skla­ven­ar­beit, Zwangs­mär­sche und Er­schies­sungs­kom­man­dos? Die­se Ver­glei­che wer­den von den Me­di­en aus ei­nem ein­zi­gen Grund ver­brei­tet: die De­bat­te dar­über zum Schwei­gen zu brin­gen.
  • Bis 2065 wird er­war­tet, dass 14,4 Mil­lio­nen Mi­gran­ten an­kom­men wer­den. Zu den mehr als fünf Mil­lio­nen Ein­wan­de­rern, die der­zeit in Ita­li­en sind, hin­zu­ge­zählt, wird er­war­tet, dass 37% der Be­völ­ke­rung Aus­län­der sein wer­den: mehr als ei­ner von drei Ein­woh­nern.

Zu­erst war es die un­ga­ri­sche Rou­te. Dann war es die Bal­kan­rou­te. Jetzt ist Ita­li­en das Epi­zen­trum die­ses de­mo­gra­phi­schen Erd­be­bens, und es ist Eu­ro­pas wei­cher Un­ter­grund ge­wor­den, wäh­rend Hun­dert­tau­sen­de von Mi­gran­ten an­kom­men.

Mit fast 10.000 An­kom­men­den in ei­ner ein­zi­gen kürz­li­chen Drei-​Tage-​Periode über­steigt die Zahl der Mi­gran­ten im Jahr 2017 die 60.000 – 48% mehr als im glei­chen Zeit­raum des Vor­jah­res, als es 40.000 wa­ren. Über das Os­ter­wo­chen­en­de wur­de ei­ne Re­kord­zahl von 8000 Mi­gran­ten im Mit­tel­meer ge­ret­tet und nach Ita­li­en ge­bracht. Und das ist nur die Spit­ze des Eis­bergs: Wäh­rend des Som­mers wird die Zahl der An­künf­te aus Li­by­en nur noch zu­neh­men.

In Ita­li­en ist ein Be­völ­ke­rungs­aus­tausch im Gang. Doch wenn man die Mainstream-​Zeitungen öff­net, dann fin­det man die­se Zah­len kaum. Kein Fern­seh­sen­der hat sich der­zeit ent­schie­den, dem ak­tu­el­len Ge­scheh­nis­sen Sen­de­zeit zu wid­men. Kri­tik ist nicht er­laubt. Die In­va­si­on gilt als er­le­dig­tes Ge­schäft.

Im Jahr 2016 lan­de­ten 176.554 Mi­gran­ten in Ita­li­en – ein acht­fa­cher An­stieg seit 2014. Im Jahr 2015 wa­ren es 103.792. Im Jahr 2014 wa­ren es 66.066. Im Jahr 2013 wa­ren es nur 22.118. In den letz­ten vier Jah­ren er­reich­ten 427.000 Mi­gran­ten Ita­li­en. In den ers­ten fünf Mo­na­ten die­ses Jah­res, 2017, emp­fing Ita­li­en 10% der Ge­samt­zahl der Mi­gran­ten der letz­ten vier Jah­re.

Es gibt Ta­ge, an de­nen die ita­lie­ni­sche Ma­ri­ne und Küs­ten­wa­che in 24 Stun­den 1.700 Mi­gran­ten ret­ten. Das Land ist er­schöpft. Es gibt ita­lie­ni­sche Dör­fer, in de­nen ein Zehn­tel der Be­völ­ke­rung be­reits aus neu­en Mi­gran­ten be­steht. Wir spre­chen über klei­ne Städ­te mit 220 Ein­woh­nern und 40 Mi­gran­ten.

Ei­ner der Haupt­as­pek­te die­ser de­mo­gra­phi­schen Re­vo­lu­ti­on ist, dass es in ei­nem Land statt­fin­det, das dra­ma­tisch al­tert. Nach ei­nem neu­en Be­richt des ita­lie­ni­schen Am­tes für Sta­tis­tik wird die ita­lie­ni­sche Be­völ­ke­rung in ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert auf 53,7 Mil­lio­nen fal­len – ein Ver­lust von sie­ben Mil­lio­nen Men­schen. Ita­li­en, das ei­ne der nied­rigs­ten Ge­bur­ten­ra­ten der Welt hat, wird je­des Jahr zwi­schen 600.000 und 800.000 Bür­gern ver­lie­ren. Die Ein­wan­de­rer wer­den mehr als 14 Mil­lio­nen zäh­len, et­wa ein Vier­tel der Ge­samt­be­völ­ke­rung. Aber im pes­si­mis­tischs­ten Sze­na­rio könn­te die ita­lie­ni­sche Be­völ­ke­rung auf 46 Mil­lio­nen fal­len, ein Ver­lust von 14 Mil­lio­nen Men­schen.

Im Jahr 2050 wird ein Drit­tel der ita­lie­ni­schen Be­völ­ke­rung aus Aus­län­dern be­stehen, so ein UNO-​Bericht „Er­satz­mi­gra­ti­on: Ist das ei­ne Lö­sung für ab­neh­men­de und al­tern­de Be­völ­ke­rungs­grup­pen”, der ei­nen kul­tu­rel­len Schmelz­tie­gel ent­wirft, der auf kul­tu­rel­le und so­zia­le Span­nun­gen ex­plo­die­ren könn­te. Das Ni­veau der Neu­an­kömm­lin­ge wird bis 2065 von 300.000 auf 270.000 Per­so­nen pro Jahr fal­len. Im sel­ben Zeit­raum wird er­war­tet, dass 14,4 Mil­lio­nen Men­schen an­kom­men wer­den. Zu den mehr als fünf Mil­lio­nen Ein­wan­de­rern, die der­zeit in Ita­li­en sind, hin­zu­ge­zählt, wird er­war­tet, dass 37% der Be­völ­ke­rung Aus­län­der sein wer­den: mehr als ei­ner von drei Ein­woh­nern.

Dar­über hin­aus wur­de das hu­ma­ni­tä­re Hil­fe­sys­tem von neu­en Skan­da­len ge­trof­fen. „Die zu ve­ri­fi­zie­ren­de Hy­po­the­se ist, dass Sub­jek­te, die mit ISIS ver­knüpft sind, als lo­gis­ti­sche Un­ter­stüt­zung für Mi­gra­ti­ons­strö­me fun­gie­ren”, war ei­ne War­nung, die vor kur­zem vor dem Schengen-​Komitee prä­sen­tiert wur­de, vor dem ita­lie­ni­schen Anti-​Mafia- und Anti-​Terror-​Staatsanwalt Fran­co Ro­ber­ti. Es gibt jetzt Rich­ter, die den Zu­sam­men­hang zwi­schen den Mi­gran­ten­schmugg­lern in Nord­afri­ka und den ita­lie­ni­schen NGOs, die sie im Mit­tel­meer­raum ret­ten, un­ter­su­chen. Men­schen­schmugg­ler brin­gen die Mi­gran­ten zu den Schif­fen der NGOs, die dann ita­lie­ni­sche See­hä­fen an­lau­fen. Ei­ne wei­te­re ju­ris­ti­sche Un­ter­su­chung wur­de er­öff­net über die wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen der Ma­fia bei der Ver­wal­tung der Mi­gran­ten nach ih­rer An­kunft.

Nur 2,65 Pro­zent der Mi­gran­ten, die in Ita­li­en an­ka­men, er­hiel­ten ge­mäß den Ver­ein­ten Na­tio­nen Asyl als ech­te Flücht­lin­ge. Die an­de­ren Men­schen flüch­ten an­schei­nend nicht vor Krieg und Völ­ker­mord. Doch trotz all die­ser Be­wei­se kann man die Mi­gran­ten nicht mit den Ju­den ver­glei­chen, die vor dem Na­zis­mus flo­hen. Papst Fran­zis­kus hat zum Bei­spiel vor kur­zem die Mi­gran­ten­zen­tren mit Nazi-​Konzentrationslagern ver­gli­chen. Man fragt sich, wo sind die Gas­kam­mern, me­di­zi­ni­schen „Ex­pe­ri­men­te”, Kre­ma­to­ri­en, Skla­ven­ar­beit, Zwangs­mär­sche und Er­schies­sungs­kom­man­dos. Ita­lie­ni­sche Zei­tun­gen füh­ren jetzt Ar­ti­kel über den „Mittelmeer-​Holocaust” und ver­glei­chen die Mi­gran­ten, die im Ver­such ster­ben, Süd­ita­li­en zu er­rei­chen, mit den in Ausch­witz ver­gas­ten Ju­den. Ein an­de­rer Jour­na­list, Gad Ler­ner, be­schrieb, um die Mi­gran­ten zu un­ter­stüt­zen, ih­ren Zu­stand mit dem­sel­ben Wort, das von den Na­zis ge­gen die Ju­den ge­prägt wur­de: Un­ter­mensch, min­der­wer­ti­ge Men­schen. Die­se Ver­glei­che wer­den von den Me­di­en aus ei­nem ein­zi­gen Grund ver­brei­tet: um die De­bat­te dar­über zum Schwei­gen zu brin­gen.

Um zu ver­ste­hen, wie schänd­lich die­se Ver­glei­che sind, müs­sen wir ei­nen Blick auf die Kos­ten ei­nes je­den Mi­gran­ten für Ita­li­ens Schatz­kam­mer wer­fen. Ein­wan­de­rer, ein­mal re­gis­triert, er­hal­ten ein mo­nat­li­ches Ein­kom­men von 900 Eu­ro pro Mo­nat (30 Eu­ro pro Tag für per­sön­li­che Aus­ga­ben). Wei­te­re 900 Eu­ro ge­hen an die Ita­lie­ner, die sie be­her­ber­gen. Und 600 Eu­ro wer­den be­nö­tigt, um Ver­si­che­rungs­kos­ten zu de­cken. Ins­ge­samt kos­tet je­der Ein­wan­de­rer Ita­li­en 2.400 Steuer-​Euro im Mo­nat. Ein Po­li­zist ver­dient die Hälf­te die­ser Sum­me. Und ein Marine-​Freiwilliger, der die Mi­gran­ten ret­tet, er­hält ein Sti­pen­di­um von 900 Eu­ro im Mo­nat. Wa­ren die Na­zis so freund­lich mit ih­ren jü­di­schen Un­ter­men­schen?

Die Kos­ten der Mi­gran­ten für die öf­fent­li­chen Fi­nan­zen Ita­li­ens sind be­reits im­mens und sie wer­den die Mög­lich­keit jeg­li­chen Wirt­schafts­wachs­tums zer­stö­ren. „Die Ge­samt­aus­wir­kun­gen der Mi­gran­ten­aus­ga­ben auf den ita­lie­ni­schen Haus­halt wer­den der­zeit auf 2,6 Mrd. EUR für 2015 quan­ti­fi­ziert und dürf­ten für 2016 3,2 Mrd. und für 2017 4,2 Mrd. in ei­nem kon­stan­ten Sze­na­rio lie­gen”, er­klärt das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Wenn man dies ins Ver­hält­nis brin­gen will, dann ge­ben die­se Zah­len ei­ne kla­re­re Vor­stel­lung da­von, wie viel Ita­li­en in die­ser Kri­se aus­gibt: Im Jahr 2017 gibt die Re­gie­rung 1,9 Mil­li­ar­den Eu­ro aus für Ren­ten, aber 4,2 Mil­li­ar­den Eu­ro für Mi­gran­ten so­wie 4,5 Mil­li­ar­den Eu­ro für den na­tio­na­len Woh­nungs­plan ge­gen­über 4,2 Mil­li­ar­den Eu­ro für Mi­gran­ten.

Das ita­lie­ni­sche Kultur-​Establishment kon­zen­triert sich nun ganz auf die Un­ter­stüt­zung die­ser Mas­sen­mi­gra­ti­on. Der ita­lie­ni­sche Film, der bei den Os­cars im ver­gan­ge­nen Jahr no­mi­niert wur­de, ist Feu­er auf See, in dem die Haupt­fi­gur ein Arzt ist, der die Mi­gran­ten bei ih­rer An­kunft be­han­delt. Der ita­lie­ni­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Matteo Ren­zi trug 27 DVDs des Films mit ihm zu­sam­men an ei­ne Sit­zung des Eu­ro­pa­ra­tes. Ita­li­ens kom­mer­zi­el­le Fern­seh­sen­der pro­du­zier­ten vie­le Fern­seh­pro­gram­me über die Mi­gran­ten, wie „Lam­pe­du­sa”, nach der ita­lie­ni­schen In­sel. 100.000 Ita­lie­ner gin­gen so­gar auf die Stra­ßen von Mai­land für ei­ne „De­mons­tra­ti­on der So­li­da­ri­tät” mit den Mi­gran­ten. Wel­che „So­li­da­ri­tät” kann es ge­ben, wenn ei­ne hal­be Mil­li­on Men­schen von der ita­lie­ni­schen Re­gie­rung ge­ret­tet wur­den und das gan­ze Land ent­schlos­sen ist, sei­ne Tü­ren für ganz Nord­afri­ka zu öff­nen?

Winston Chur­chill war über­zeugt, dass das Mit­tel­meer der „wei­che Un­ter­grund” von Hit­lers Eu­ro­pa war. Es ist jetzt der wei­che Un­ter­grund der eu­ro­päi­schen Um­wand­lung in Eu­ra­bi­en ge­wor­den.

Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio, ist ein ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Au­tor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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