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Die Fake-​News Me­di­en von Schweden

Ni­ma Gholam Ali Pour, 30.8.2017, Gatestone Institute

  • In den meis­ten de­mo­kra­ti­schen Län­dern soll­ten die Me­di­en ge­gen­über Macht­ha­bern kri­tisch sein. In Schwe­den kri­ti­sie­ren die Me­di­en je­doch die­je­ni­gen, die die Be­hör­den kri­ti­sie­ren. Kri­tik rich­tet sich nicht ge­gen die Macht­ha­ber, son­dern ge­gen Bür­ger, die nach Mei­nung der Jour­na­lis­ten „fal­sche” Vor­stel­lun­gen haben.
  • TV4 und al­le an­de­ren Me­di­en wei­ger­ten sich, zu be­rich­ten, dass es Mus­li­me wa­ren, die den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten un­ter­bra­chen, weil sie is­la­mi­sche Wer­te an schwe­di­schen Ar­beits­plät­zen durch­set­zen woll­ten. Als die schwe­di­schen Me­di­en über das Er­eig­nis be­rich­te­ten, wur­de der Öf­fent­lich­keit nicht ge­sagt, dass die­se „Hijab-​Aktivistinnen” Ver­bin­dun­gen zu is­la­mis­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen hat­ten. Viel­mehr wur­de be­rich­tet, dass es sich um völ­lig un­be­kann­te mus­li­mi­sche Mäd­chen han­del­te, die nur ih­re Schlei­er tra­gen wollten.
  • Die schwe­di­schen Me­di­en sind so weit po­li­ti­siert, dass sie als Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne fun­gie­ren. Durch ih­re Lü­gen ha­ben sie Mög­lich­kei­ten für ei­ne „post-​faktische Po­li­tik” ge­schaf­fen. An­statt neu­tral zu sein, ha­ben die schwe­di­schen Mas­sen­me­di­en ge­lo­gen, um be­stimm­te „po­li­tisch kor­rek­te” Wer­te auf­recht­zu­er­hal­ten. Man fragt sich, wel­chen Le­bens­stil und wel­che po­li­ti­sche Sta­bi­li­tät Schwe­den ha­ben wird, wenn nie­mand die Wahr­heit dar­über wis­sen darf, was wirk­lich vor sich geht.

Die schwe­di­sche Zei­tung Ex­pres­sen griff auf Da­ten­ban­ken von Website-​Kommentatoren zu, ziel­te auf Kri­ti­ker der Im­mi­gra­ti­on und kon­fron­tier­te sie zu Hau­se. Der obi­ge Screen­shot stammt aus ei­nem Vi­deo auf der Expressen-​Website, das un­ter der Über­schrift „Jim Ols­son schreibt auf Hass-​Websites” ver­öf­fent­licht wurde.

Im Fe­bru­ar 2017 reis­te der Jour­na­list Tim Pool nach Schwe­den, um über die Äu­ße­run­gen des US-​Präsidenten Do­nald Trump über die Er­eig­nis­se in Schwe­den zu be­rich­ten. Tim Pools Schluss­fol­ge­run­gen sind jetzt für je­der­mann auf You­Tube ab­ruf­bar, aber was wirk­lich in­ter­es­sant ist, ist, wie ihn die schwe­di­schen öffentlich-​rechtlichen Rund­funk­an­stal­ten be­schrie­ben haben.

Auf der Web­site von Ra­dio Schwe­den schrieb Ann Törnk­vist, ei­ne Mit­ar­bei­te­rin des Sen­ders, ei­nen Kom­men­tar, in dem Pool und der von ihm ver­tre­te­ne Journalismus-​Stil als „Be­dro­hung der Demokratie„bezeichnet wird.

War­um ist Pool „ei­ne Be­dro­hung der De­mo­kra­tie” in Schwe­den? Er be­rich­te­te ne­ga­tiv über ein städ­ti­sches Ge­biet in Stock­holm, Rin­ke­by, wo mehr als 90% der Be­völ­ke­rung aus­län­di­scher Her­kunft sind. Als Pool Rin­ke­by be­such­te, muss­te er von der Po­li­zei es­kor­tiert wer­den. Jour­na­lis­ten wer­den in Rin­ke­by oft be­droht. Vor die­sem Vor­fall hat­te Pool in ei­nem In­ter­view mit Ra­dio Sc­we­den Ro­sen­gård, ein Ge­biet im schwe­di­schen Mal­mö, das von Ein­wan­de­rern stark be­völ­kert ist, als „nett, schön, si­cher” be­zeich­net. Nach Pools ne­ga­ti­ver, aber zu­tref­fen­der Re­por­ta­ge über Rin­ke­by wur­de er in den schwe­di­schen Me­di­en je­doch von vie­len als un­se­riö­ser Jour­na­list be­schrie­ben und schließ­lich als „Be­dro­hung der De­mo­kra­tie” bezeichnet.

Man könn­te mei­nen, dass es sich um ein ein­ma­li­ges Er­eig­nis in ei­nem Land han­del­te, des­sen Jour­na­lis­ten de­fen­siv wa­ren. Tat­sa­che ist je­doch, dass schwe­di­sche Jour­na­lis­ten zu­tiefst po­li­ti­siert sind.

In den meis­ten de­mo­kra­ti­schen Län­dern ste­hen die Me­di­en den Macht­ha­bern kri­tisch ge­gen­über oder soll­ten es zu­min­dest sein. In Schwe­den kri­ti­sie­ren die Me­di­en die­je­ni­gen, die die Macht­ha­ber kritisieren.

Im März 2017 ent­hüll­te der öffentlich-​rechtliche Rund­funk Sve­ri­ges Te­le­vi­si­on den Na­men ei­ner Per­son, die die Facebook-​Seite Räd­da vår­den („Ret­tet das Ge­sund­heits­sys­tem”) be­treibt. Die Per­son stell­te sich als Hilfs­pfle­ger her­aus, der an­onym pos­te­te, nur weil er dem Kran­ken­haus, in dem er ar­bei­te­te, kri­tisch ge­gen­über­stand. Schwe­di­sche Kran­ken­häu­ser wer­den von den ört­li­chen Ge­mein­de­rä­ten ge­lei­tet, und wenn al­so je­mand das Ge­sund­heits­sys­tem in Schwe­den kri­ti­siert, sind es vor al­lem Po­li­ti­ker, die kri­ti­siert wer­den. Sve­ri­ges Te­le­vi­si­on er­klär­te auf ih­rer Web­site, war­um es die Iden­ti­tät der Pri­vat­per­so­nen hin­ter Face­book aufdeckte:

„Die­se ver­bor­ge­nen Ein­fluss­kräf­te ver­las­sen die öf­fent­li­che De­bat­te und bre­chen den frei­en Dis­kurs auf. Wer sind sie? Was wol­len sie und war­um? Mit zu­neh­men­der Wir­kung wächst auch die Not­wen­dig­keit, sie zu untersuchen.”

Es ist merk­wür­dig, dass Sve­ri­ges Te­le­vi­si­on glaubt, dass ein Hilfs­pfle­ger, der er­zäh­len will, wie Po­li­ti­ker öf­fent­li­che Kran­ken­häu­ser ver­nach­läs­si­gen, die „of­fe­ne öf­fent­li­che De­bat­te und den frei­en Dis­kurs” bricht. Dies war nicht das ein­zi­ge Mal, dass die schwe­di­schen Mas­sen­me­di­en pri­va­te Bür­ger, die die Macht­ha­ber kri­ti­sier­ten, öf­fent­lich be­kannt mach­ten. Im De­zem­ber 2013 kün­dig­te Ex­pres­sen, ei­ne der größ­ten und be­kann­tes­ten Zei­tun­gen Schwe­dens, an, dass sie die Na­men von Per­so­nen, die auf ver­schie­de­nen schwe­di­schen Blogs kom­men­tiert ha­ben, preis­ge­ben wolle:

Ex­pres­sen ist ei­ne Part­ner­schaft mit Re­se­arch­grup­pen ein­ge­gan­gen. Die Grup­pe hat nach ei­ge­nen An­ga­ben ei­nen Weg ge­fun­den, die Be­nut­zer­na­men, die die an­ony­men Kom­men­ta­to­ren auf den Hass-​Websites ver­wen­den, oh­ne je­de Art von un­recht­mä­ßi­gem Ein­drin­gen den E-​Mail-​Adressen zu­zu­ord­nen, von de­nen aus Kom­men­ta­re ge­sen­det wur­den. Da­nach wur­den die E-​Mail-​Adressen mit Re­gis­trie­rungs­stel­len und Be­hör­den ab­ge­gli­chen, um die da­hin­ter ste­hen­den Per­so­nen zu identifizieren.”

Der Be­griff „Hass-​Websites” (hatsa­j­ter­na) ist es, den die Mainstream-​Medien ver­wen­den, um ei­ni­ge der Blogs zu be­schrei­ben, die dem Is­lam oder der Mi­gra­ti­on kri­tisch gegenüberstehen.

Es ist ei­ne Sa­che, Blog­gern ge­gen­über kri­tisch zu sein, von de­nen Sie den­ken, sie hät­ten ras­sis­ti­sche Mei­nun­gen. Aber es ist merk­wür­dig und er­schre­ckend, dass ei­ne der größ­ten schwe­di­schen Zei­tun­gen die Men­schen ou­tet, die Kom­men­ta­re zu ver­schie­de­nen Blogs ge­schrie­ben haben.

Re­se­arch­grup­pen hat kla­re Ver­bin­dun­gen zur An­ti­fa­scis­tisk Ak­ti­on (an­ti­fa­schis­ti­sche Ak­ti­on), ei­ner Grup­pe, die nach An­ga­ben der schwe­di­schen Re­gie­rung aus ge­walt­tä­ti­gen Links­ex­tre­mis­ten be­steht. Für ih­re Be­mü­hun­gen, Pri­vat­per­so­nen aus der Kom­men­tar­ru­brik öf­fent­lich zu ma­chen, er­hielt Re­se­arch­grup­pen den Guld­spa­den, ei­nen an­ge­se­he­nen Jour­na­lis­ten­preis in Schweden.

Jim Ols­son war ein In­di­vi­du­um, den Ex­pres­sen ge­ou­tet hat­te, nur weil er et­was in ei­nem Blog-​Kommentar ge­schrie­ben hat­te. Als 67-​jähriger Do­zent für Phy­si­ka­li­sche Che­mie er­hielt Ols­son ei­nen Haus­be­such von Ex­pres­sen mit Ka­me­ra und Mi­kro­fon. Ein Pri­vat­mann oh­ne jeg­li­chen Be­zug zu ei­ner po­li­ti­schen Par­tei oder Or­ga­ni­sa­ti­on, der von Schwe­dens Me­di­en ent­larvt wur­de, weil er im Kom­mentar­teil fol­gen­des ge­schrie­ben hat­te:

„Das schwe­di­sche Asyl­sys­tem be­lohnt Be­trü­ger mit ei­ner Dau­er­auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung. Schwind­ler über­flu­ten Schweden.”

Ei­ne wei­te­re Pri­vat­per­son, Pa­trik Gills­vik, oh­ne po­li­ti­sche Ver­bin­dun­gen, wur­de ge­ou­tet und ent­las­sen, weil er in der Kom­men­tar­zei­le ei­nes Blogs schrieb:

„Ich möch­te mich den struk­tu­rel­len Vor­ur­tei­len der Mehr­heit der Ge­sell­schaft an­schlie­ßen und fest­stel­len, dass Zi­geu­ner er­fin­de­ri­sche und geist­rei­che Un­ter­neh­mer sind, die un­se­re Kul­tur be­rei­chern kön­nen – ja, und dann steh­len sie na­tür­lich wie die Raben!”

Ob­wohl die­se Aus­sa­ge als un­an­nehm­bar ras­sis­tisch kri­ti­siert wer­den kann, ist es doch ein­zig­ar­tig, dass die Mainstream-​Medien in ei­ner west­li­chen De­mo­kra­tie Pri­vat­per­so­nen ou­ten kön­nen, weil sie et­was in den Kom­men­ta­ren ei­nes Blogs ge­schrie­ben ha­ben. Kri­tik rich­tet sich nicht ge­gen die Macht­ha­ber, son­dern ge­gen Pri­vat­leu­te, die nach Mei­nung der Jour­na­lis­ten „fal­sche” Vor­stel­lun­gen haben.

Dar­über hin­aus dient je­der die­ser Pri­vat­bür­ger, de­ren Le­ben rui­niert ist, weil sie et­was ge­schmack­lo­ses in ei­nem Kom­men­tar­feld ge­schrie­ben ha­ben, als War­nung, da­mit an­de­re nicht den Feh­ler zu be­ge­hen wa­gen, et­was po­li­tisch in­kor­rek­tes in ei­nem Blog zu posten.

Es ist scho­ckie­rend, dass sich in ei­ner De­mo­kra­tie die Me­di­en so ver­hal­ten, aber so ar­bei­ten heu­te schwe­di­sche und zu­neh­mend auch an­de­re west­li­che Medien.

Ne­ben der Be­stra­fung von Pri­vat­per­so­nen, die ih­rer Mei­nung nach „fal­sche” Ide­en kom­mu­ni­zie­ren, fei­ern und un­ter­stüt­zen die Me­di­en Men­schen, die die „rich­ti­gen” Ide­en ha­ben. Am 1. Mai 2017 wur­de der schwe­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­fan Löf­ven von ei­ner Rei­he von Hijab-​tragenden Ak­ti­vis­tin­nen un­ter­bro­chen, die ge­gen ein Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ro­päi­schen Uni­on pro­tes­tier­ten, wo­nach Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mern das Tra­gen ei­nes Hi­jabs un­ter­sa­gen dür­fen. Da der schwe­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent kei­nen di­rek­ten Ein­fluss auf den Ge­richts­hof aus­üben kann und man den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten nicht un­ter­bre­chen soll­te, wenn er spricht, wür­de man mei­nen, dass die­se „Hijab-​Aktivistinnen” in den Me­di­en kri­ti­siert wer­den könnten.

TV4, ein lan­des­wei­ter Fern­seh­sen­der und ei­nes der ers­ten Me­di­en, die über die­sen Vor­fall be­rich­te­ten, wei­ger­te sich, zu sa­gen, dass die­je­ni­gen, die den Pre­mier­mi­nis­ter un­ter­bra­chen, den is­la­mi­schen Schlei­er tru­gen. Der Ti­tel des TV4-​Clips lau­te­te „De­mons­tran­tin­nen un­ter­bra­chen Löfven-​Rede”. Die Un­ter­ti­tel­zei­le lau­te­te wie folgt: „Pro­tes­tie­ren­de schrien ih­ren Zorn ge­gen den Pre­mier­mi­nis­ter her­aus und frag­ten sich, wo die fe­mi­nis­ti­sche Re­gie­rung sei.”

Aus dem Text geht nicht klar her­vor, dass die­se Ak­ti­vis­tin­nen ge­gen das Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ro­päi­schen Uni­on de­mons­triert ha­ben, dass al­le Ak­ti­vis­tin­nen ei­nen Hi­jab tru­gen, oder dass sie schrien: „Ste­he für die Rech­te der mus­li­mi­schen Frau­en ein!” Die In­for­ma­ti­on, dass die­se Ak­ti­vis­tin­nen Hi­jabs tru­gen und ge­gen das Ur­teil des Ge­richts­hofs der Eu­ro­päi­schen Uni­on pro­tes­tier­ten, wa­ren je­doch auf ih­rer Facebook-​Seite und You­Tube zu fin­den. Den­noch wei­ger­ten sich TV4 und al­le an­de­ren Me­di­en, zu be­rich­ten, dass die­je­ni­gen, die den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten un­ter­bra­chen, Mus­li­me wa­ren, die den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten un­ter­bra­chen, weil sie an­schei­nend is­la­mi­sche Wer­te am schwe­di­schen Ar­beits­platz durch­set­zen wollten.

Am Tag nach ih­rem Pro­test hat­ten die­se Ak­ti­vis­tin­nen die Ge­le­gen­heit, in ei­nem In­ter­view mit Ra­dio Swe­den zu er­klä­ren, war­um sie pro­tes­tier­ten – be­ka­men aber kei­ne kri­ti­schen Fra­gen ge­stellt. Am nächs­ten Tag ver­glich ei­ne Ex­pres­sen-Ko­lum­nis­tin, Ma­ria Rydha­gen, ei­ne der Hijab-​Aktivistinnen glü­hend mit ei­nem der Grün­der der schwe­di­schen So­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei, Axel Da­ni­els­son. Rydha­gen schrieb fol­gen­des über Jas­min Nur Ismail:

„Am Mon­tag wur­de der Pro­test der Mäd­chen dann nur noch als Vor­fall wahr­ge­nom­men. Aber stel­len Sie sich vor, es wä­re der An­fang von et­was Gro­ßem ge­we­sen? Viel­leicht wur­de dann und dort Ge­schich­te ge­schrie­ben? Stel­len Sie sich vor, Jas­min Nur ist der Axel Da­ni­els­son von 2017. Held und Re­bell. In dem Fall: War es nicht Scha­de, dass sie mit Hil­fe der Po­li­zei weg­ge­führt wurde?”

Als die Me­di­en sich wei­ger­ten, et­was Ne­ga­ti­ves über den Pro­test ge­gen den Pre­mier­mi­nis­ter zu schrei­ben, be­gann die­ser Au­tor, die An­ge­le­gen­heit zu un­ter­su­chen. Es dau­er­te ei­ne hal­be Stun­de, um ei­ni­ge wich­ti­ge Din­ge her­aus­zu­fin­den, die von den schwe­di­schen Mainstream-​Medien nie er­wähnt wur­den. Jas­min Nur Is­mail hat­te kurz nach dem Pro­test auf ih­rer Facebook-​Seite über den Vor­fall ge­schrie­ben. Wer hin­ter dem Pro­test steck­te, war kein Geheimnis.

Die De­mons­tra­ti­on war von der Hayat-​Frauenbewegung und ei­nem Netz­werk na­mens „Das Recht auf un­se­re Kör­per” or­ga­ni­siert wor­den. Die Hayat-​Frauenbewegung wur­de von Aftab Sol­ta­ni ge­grün­det, die im März 2017 als ei­ne der Re­fe­ren­tin­nen bei ei­nem all­jähr­li­chen is­la­mi­schen Event in Schwe­den, Mus­lims­ka Fa­mil­je­da­g­ar­na (Mus­li­mi­sche Fa­mi­li­en­ta­ge), auf­trat. Die Ver­an­stal­tung wur­de von der lin­ken und der rech­ten Sei­te be­schul­digt, Hass-​Prediger, An­ti­se­mi­ten und mus­li­mi­sche Ra­di­ka­le als Red­ner ein­zu­la­den. Ei­ne wei­te­re­re Red­ne­rin bei die­ser is­la­mi­schen Ver­an­stal­tung im März 2017 war Jas­min Nur Is­mail, ei­ne Hel­din der schwe­di­schen Me­di­en. Mus­lims­ka Fa­mil­je­da­g­ar­na wur­de von der is­la­mis­ti­schen Ibn Rushd Edu­ca­tio­nal As­so­cia­ti­on, der Is­la­mi­schen Ver­ei­ni­gung Schwe­dens (Is­la­mis­ka För­bun­det i Sve­ri­ge) und Schwe­dens jun­gen Mus­li­men (Sve­ri­ges Un­ga Mus­li­mer) or­ga­ni­siert.

Jas­min Nur Is­mail, in Ex­pres­sen als Hel­din ge­fei­ert, ist ei­ne Per­sön­lich­keit des öf­fent­li­chen Le­bens. Süd­schwe­dens größ­te Zei­tung, Syds­vens­kan, be­schrieb sie in ei­nem Ar­ti­kel vom Ok­to­ber 2016 als „Ak­ti­vis­tin, An­ti­ras­sis­tin und Schrift­stel­le­rin”. Laut Syds­vens­kan ist Mal­colm X. das po­li­ti­sche Vor­bild von Jas­min Nur Is­mail. Wäh­rend des schwe­di­schen Fo­rums für Men­schen­rech­te im Jahr 2016 war Jas­min Nur Is­mail in ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on der Ver­tre­ter von Mal­mös jun­gen Mus­li­men – wie­der­um ei­ne Un­ter­ab­tei­lung ei­ner is­la­mis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on, Schwe­dens jun­ge Muslime.

Die schwe­di­schen Zei­tun­gen ha­ben kein ein­zi­ges Wort ge­schrie­ben dar­über, dass die Per­son und Or­ga­ni­sa­tio­nen, die hin­ter dem Pro­test ge­gen den schwe­di­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten ste­hen, Ver­bin­dun­gen zu is­la­mis­ti­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben. Als die schwe­di­schen Me­di­en über das Er­eig­nis be­rich­te­ten, wur­de der Öf­fent­lich­keit ge­sagt, dass die­se Hijab-​Aktivistinnen völ­lig un­be­kann­te mus­li­mi­sche Mäd­chen sei­en, die nur ih­re Schlei­er tra­gen wollten.

Die schwe­di­schen Mainstream-​Medien be­rich­ten schlicht und er­grei­fend über ei­ni­ge Din­ge nicht. Als in Schwe­dens dritt­größ­ter Stadt Mal­mö die größ­te Mo­schee Skan­di­na­vi­ens er­öff­net wur­de, wur­de die Nach­richt dar­über erst­mals am 3. Mai 2017 in der Qa­tar News Agen­cy und The Pen­in­su­la ver­öf­fent­licht. Der Grund da­für, dass die Me­di­en in Ka­tar dar­über schrie­ben, war, weil Ka­tar ei­nen gro­ßen Teil der Mo­schee fi­nan­zier­te. Am 5. Mai wur­de ein Ar­ti­kel über die­se Mo­schee in Breit­bart ver­öf­fent­licht. Am 6. Mai, ei­nen Tag nach­dem Breit­bart be­rich­te­te hat­te und drei Ta­ge nach Ka­tar, schick­te der schwe­di­sche Terror-​Experte Ma­gnus Ranstorp ei­nen Tweet über die­se Mo­schee raus, aber er ver­band ihn mit den ka­ta­ri­schen Me­di­en. Zur Zeit gibt es noch kei­ne schwe­di­schen Me­di­en, die über die größ­te Mo­schee Skan­di­na­vi­ens be­rich­tet haben.

Am 8. Mai schrieb der schwe­di­sche Blog Ji­had i Mal­mö über die Mo­schee und ih­re Fi­nan­zie­rung aus Ka­tar. Am 9. Mai schrieb der schwe­di­sche Blog Pet­ters­son gör skill­nad über die Mo­schee. Gleich­zei­tig schrieb der is­lam­kri­ti­sche nor­we­gi­sche Au­tor und Ak­ti­vist He­ge Stor­haug über die Mo­schee und be­merk­te, dass die schwe­di­schen Me­di­en noch nicht dar­über ge­schrie­ben hätten:

 

„Ich hat­te er­war­tet, dass die schwe­di­schen Me­di­en zu­min­dest die Er­öff­nung der größ­ten Mo­schee Skan­di­na­vi­ens mit po­si­ti­ven Wor­ten er­wäh­nen wür­den. Aber nein, kein Wort in den schwe­di­schen Mainstream-​Medien, so­weit mir das auf­ge­fal­len ist. Sie müs­sen zur eng­li­schen Ver­si­on der ara­bi­schen Me­di­en ge­hen, um ein paar be­grenz­te In­for­ma­tio­nen zu er­hal­ten, wie z. B. der Qa­tar News Agency.”

Als ich da­mals am 10. Mai ei­nen Tweet da­zu ab­gab, hat­ten die schwe­di­schen Mas­sen­me­di­en noch nicht viel dar­über be­rich­tet. Am 15. Mai schrieb ich ei­nen Ar­ti­kel dar­über für die Nach­rich­ten­web­site Si­tua­ti­on Mal­mö, die von der Par­tei der Schweden-​Demokraten in Mal­mö be­trie­ben wird. Mit ei­ner ein­stün­di­gen Re­cher­che ge­lang es mir, durch die Pu­bli­ka­tio­nen der Mo­schee auf Face­book, zu er­fah­ren, dass ei­ne der füh­ren­den so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Po­li­ti­ker in Mal­mö, Fri­da Troll­myr, Stadt­kom­mis­sa­rin für Kul­tur, Er­ho­lung und Ge­sund­heit, bei der Er­öff­nung der Mo­schee an­we­send ge­we­sen war. Auch Ver­tre­ter der ka­ta­ri­schen Re­gie­rung wa­ren an­we­send, doch die schwe­di­schen Me­di­en hat­ten nichts dar­über berichtet.

Am 17. Mai, zwei Wo­chen nach­dem die ka­ta­ri­schen Me­di­en über die Er­öff­nung der größ­ten Mo­schee Skan­di­na­vi­ens in Mal­mö ge­schrie­ben hat­ten, 12 Ta­ge nach­dem Breit­bart über das Er­eig­nis ge­schrie­ben hat­te und zwei Ta­ge nach mei­nem Ar­ti­kel, schrieb die Syds­vens­kan Zei­tung über die Er­öff­nung der Mo­schee. Man konn­te den Ar­ti­kel aber nicht le­sen, wenn man nicht für die Premium-​Mitgliedschaft die­ser Zei­tung be­zahlt hatte.

Man kann die­ses Ver­säum­nis als ei­nen un­glück­li­chen Zu­fall an­se­hen, aber es ist schon merk­wür­dig, wenn Breit­bart mehr In­for­ma­tio­nen über Mal­mö ver­mit­teln kann als die größ­te Zei­tung Süd­schwe­dens mit Sitz in Mal­mö. War­um wür­den die schwe­di­schen Me­di­en nicht über die Mo­schee schrei­ben? Es war si­cher kein Ge­heim­nis. Es gab kei­ne Er­klä­rung von den schwe­di­schen Me­di­en oder sonst wem. Den­noch zö­ger­ten die­sel­ben Me­di­en nicht, die Na­men von Pri­vat­per­so­nen, die auf ei­ner öf­fent­li­chen Kom­men­tar­sei­te un­an­ge­mes­se­ne Mei­nun­gen ver­fasst hat­ten, zu outen.

Es gibt in Schwe­den Jour­na­lis­ten, die ih­re Mei­nung än­dern, so­bald die Re­gie­rung ih­re Mei­nung än­dert. Gör­an Grei­der, Jour­na­list und Re­dak­teur, seit mehr als 30 Jah­ren in der öf­fent­li­chen De­bat­te in Schwe­den ak­tiv, schrieb im Au­gust 2015 über Mi­gra­ti­ons­po­li­tik fol­gen­des:

„Die eu­ro­päi­schen Re­gie­run­gen, die Nein sa­gen zur Er­hö­hung der Zahl der auf­ge­nom­me­nen Flücht­lin­ge, zei­gen nicht nur ei­nen be­schä­men­den Man­gel an So­li­da­ri­tät. Sie schwei­gen auch, wenn sie sich wei­gern, ih­re Be­völ­ke­rung zu verjüngen.”

Im No­vem­ber 2015, nur drei Mo­na­te spä­ter, als die schwe­di­sche Re­gie­rung auf­grund der Mi­gra­ti­ons­kri­se ge­zwun­gen war, ih­re Mi­gra­ti­ons­po­li­tik zu än­dern, schrieb Gör­an Greider:

„Aber auch die Lin­ke, dar­un­ter vie­le So­zi­al­de­mo­kra­ten und Grü­ne, war bis­wei­len von man­geln­dem Wil­len ge­prägt, über die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen zu dis­ku­tie­ren, die die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen, wie wir sie in letz­ter Zeit ge­se­hen ha­ben, für ei­ne Ge­sell­schaft mit sich bringt. Nie­mand will Na­tio­na­list wer­den. Nie­mand will be­schul­digt wer­den, die Be­sor­gun­gen von Schweden-​Demokraten er­le­digt oder Ras­sis­mus ge­macht zu ha­ben. Aber auf die­se Wei­se ha­ben sich die Lin­ken, die so breit ge­fä­chert sind, um Flücht­lin­ge her­ein­zu­brin­gen, oft von ei­ner rea­lis­ti­schen Dis­kus­si­on ausgeschlossen.”

Es ist nichts falsch dar­an, die ei­ge­ne Mei­nung zu über­den­ken. Aber es ist für schwe­di­sche Jour­na­lis­ten häu­fig üb­lich ge­wor­den, Mei­nun­gen zu ha­ben, die be­stimm­te po­li­ti­sche Par­tei­en be­güns­ti­gen – oft So­zi­al­de­mo­kra­ten, Links­par­tei und Grü­ne. Es geht nicht ein­mal um Wer­te. Die Leu­te, die für die schwe­di­schen Mas­sen­me­di­en ar­bei­ten, sind be­reit, ih­re Wer­te zu über­den­ken, so­lan­ge sie be­stimm­ten Par­tei­en hel­fen, an der Macht zu blei­ben. Dies ist bei wei­tem nicht die ver­mut­lich wich­tigs­te Auf­ga­be der Me­di­en in ei­ner Demokratie.

Wie kommt es, dass kei­ne Zei­tung ge­gen die­se Or­der re­bel­liert? Es wä­re ei­ne gu­te Ge­schäfts­ge­le­gen­heit; ein sol­ches Me­di­en­haus könn­te sich fi­nan­zi­ell loh­nen. Das po­li­ti­sche Es­ta­blish­ment Schwe­dens ist schließ­lich nicht po­pu­lär. Nun, wir kön­nen uns das Bei­spiel von je­man­dem an­se­hen, der es ver­sucht hat. Im Fe­bru­ar 2017 kauf­te ein Fi­nan­cier, Mats Qvi­berg, ei­ne kos­ten­lo­se Ta­ges­zei­tung, Me­tro, die in Schwe­den üb­li­cher­wei­se in U-​Bahnen und Bus­sen ver­trie­ben wird. Im Mai gab er der Zei­tung Ny­he­ter Idag ein In­ter­view, die vom schwe­di­schen Es­ta­blish­ment als „rechts” oder „populistisch„eingestuft wur­de. In sei­nem In­ter­view gab Qvi­berg ei­nen klei­nen spie­le­ri­schen Hin­weis dar­auf, dass Me­tro in ge­wis­ser Wei­se mit Ny­he­ter Idag ko­ope­rie­ren könnte.

Die Kon­se­quenz der ver­spiel­ten Aus­sa­ge war, dass die Grü­nen im Stock­hol­mer Re­gio­nal­rat an­droh­ten, dass Stock­holm Co­un­ty Me­tro in Stock­holms U-​Bahnen nicht mehr ver­tei­len wür­de. Ein Ko­lum­nist hör­te auf, für die Zei­tung zu schrei­ben. An­de­re Me­di­en frag­ten sich, ob Me­tro nicht zu ei­ner ras­sis­ti­schen Platt­form wer­den wür­de. Vor En­de des Mo­nats Mai hat­te Qvi­berg sei­ne An­tei­le an Me­tro ver­kauft. Dass Po­li­ti­ker ei­nen Zei­tungs­ver­le­ger be­stra­fen wür­den, der „fal­sche” Auf­fas­sun­gen hat­te, über­rasch­te nie­man­den in Schwe­den; die Si­tua­ti­on war nicht er­wäh­nens­wert. In Schwe­den sol­len so­gar Zei­tungs­ver­le­ger der po­li­ti­schen Ord­nung folgen.

Im Ju­ni 2017 sprach der Füh­rer der Schweden-​Demokraten (SD), Jim­mie Åkes­son, in Jär­va, ei­nem Stadt­teil in Stock­holm, der von Ein­wan­de­rern be­herrscht wird. Die Schweden-​Demokraten sind ei­ne so­zi­al­kon­ser­va­ti­ve Par­tei im schwe­di­schen Par­la­ment und un­ter­stüt­zen un­ter an­de­rem ei­ne re­strik­ti­ve Mi­gra­ti­ons­po­li­tik. Wäh­rend Åkes­son sprach, gab es Pro­tes­te ge­gen ihn; un­ter den De­mons­tran­ten wa­ren ver­schie­de­ne Pla­ka­te. Ein Fo­to von Ra­dio Schwe­dens Über­tra­gungs­wa­gen zeig­te ein dar­in be­find­li­ches Anti-​SD-​Plakat. Dar­auf stand „Jim­mie = Ras­sist”. Die Er­klä­rung von Ra­dio Schwe­den lautete:

„Je­mand hat am Sonn­tag­abend in Jär­va ein Schild am Au­to von Ekot (ei­ner schwe­di­schen Nach­rich­ten­sen­dung von Ra­dio Schwe­den) an­ge­bracht. Es wur­de her­un­ter­ge­nom­men und ins Au­to ge­setzt und dann auf dem Weg von dort weggeworfen.”

Man kann ei­ne Dis­kus­si­on dar­über füh­ren, war­um Ra­dio Schwe­den sei­ne Zeit da­mit ver­bringt, Pla­ka­te, die lin­ke De­mons­tran­ten be­nut­zen, weg­zu­wer­fen. Sol­len Jour­na­lis­ten das tun, wenn sie über ei­ne Sto­ry be­rich­ten? Letzt­end­lich ist es aber egal. Das Ver­trau­en der Men­schen in die Mas­sen­me­di­en in Schwe­den ero­diert, wäh­rend wir un­se­ren Zei­tungs­ar­ti­kel schreiben.

Ei­ne neue Stu­die des In­sti­tu­tet för Me­di­estu­dier zeigt, dass 54% der Be­frag­ten ganz oder teil­wei­se der Mei­nung sind, dass die schwe­di­schen Me­di­en nicht die gan­ze Wahr­heit über Pro­ble­me in der Ge­sell­schaft im Zu­sam­men­hang mit Mi­gra­ti­on sa­gen. An­statt dass die Me­di­en ak­zep­tie­ren, dass sie par­tei­isch sind und an­fan­gen, ih­re Art und Wei­se zu än­dern, grei­fen die Me­di­en wei­ter­hin Bür­ger an, die kri­tisch erscheinen.

Im Ju­ni 2017 schrieb der Re­dak­teur der Ta­ges­zei­tung Af­ton­bla­det, An­ders Lind­berg, ei­nen Leit­ar­ti­kel mit dem Ti­tel „Hit­ler ver­trau­te den Me­di­en auch nicht”, in dem er die Kri­ti­ker der schwe­di­schen Me­di­en mit den Na­zis gleich­setz­te. An­ders Lind­berg, nach 10 Jah­ren Ar­beit für die So­zi­al­de­mo­kra­ten, trat 2010 als Kommunikations-​Ombudsmann für die So­zi­al­de­mo­kra­ten zu­rück, um als Re­dak­teur für Af­ton­bla­det zu ar­bei­ten. Er ist so be­kannt für das, was sei­ne Kri­ti­ker als un­ge­wöhn­li­che Ver­sio­nen der Wahr­heit an­se­hen, dass er das Pri­vi­leg hat, für Schwe­dens größ­te Zei­tung schrei­ben zu dür­fen. Im Jahr 2015 be­schrieb er das The­ma des or­ga­ni­sier­ten Bet­telns, ei­nes sicht­ba­ren Pro­blems in Nord­eu­ro­pa, als „Le­gen­den und Folk­lo­re”. Heu­te gibt es kei­ne Par­tei, die be­strei­tet, dass or­ga­ni­sier­tes Bet­teln ein ech­tes Pro­blem ist.

Ich ha­be oft Schwie­rig­kei­ten, vie­len mei­ner ame­ri­ka­ni­schen Freun­de und Kol­le­gen zu er­klä­ren, wie die schwe­di­schen Me­di­en funk­tio­nie­ren. Oft gibt es kla­re Bei­spie­le für An­ti­se­mi­tis­mus und an­de­re un­ap­pe­tit­li­che Ver­hal­tens­wei­sen. Die ers­te Fra­ge, die ich im­mer be­kom­me, ist: War­um schrei­ben die Me­di­en nicht dar­über? Die Ant­wort ist ein­fach. Die schwe­di­schen Me­di­en sind so weit po­li­ti­siert, dass sie als Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne fun­gie­ren. Es ist kei­ne Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne im tra­di­tio­nel­len Sin­ne des Wor­tes, mit ei­nem of­fi­zi­el­len Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­um. Aber in Schwe­den sind vie­le Jour­na­lis­ten und Re­dak­teu­re ent­we­der alt­ein­ge­ses­se­ne Par­tei­mit­ar­bei­ter, wie An­ders Lind­berg, oder ein­fach nur ideo­lo­gisch in­dok­tri­niert und da­mit ex­trem par­tei­isch. Die schwe­di­sche Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne be­straft die­je­ni­gen, die die „fal­schen” Mei­nun­gen ha­ben und fei­ert die­je­ni­gen, die die „rich­ti­gen” Mei­nun­gen haben.

Was mit Tim Pool ge­schah, war ein Teil der Me­di­en­ar­beit in Schwe­den. So­lan­ge er die „rich­ti­gen” Din­ge sag­te, ga­ben die schwe­di­schen Me­di­en ein po­si­ti­ves Bild von ihm ab. Als er an­fing, die „fal­sche” Mei­nung zu ha­ben, be­gann die Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne ih­re Ar­beit und Pool wur­de zu ei­ner „Be­dro­hung der Demokratie”.

Es gibt na­tür­lich wei­te­re Bei­spie­le, die zei­gen, wie krank das schwe­di­sche Debatten- und Me­di­en­kli­ma ge­wor­den ist. In ei­nem solch ne­ga­ti­ven Um­feld gibt es vie­le Op­fer. Das ers­te Op­fer ist of­fen­sicht­lich die Wahr­heit. Wenn Leu­te an­fan­gen zu ver­ste­hen, dass die Mainstream-​Medien lü­gen, wen­den sie sich an al­ter­na­ti­ve Me­di­en. Al­ter­na­ti­ve Me­di­en ha­ben aber auch in der Re­gel po­li­ti­sche Agen­den. Ei­ne De­mo­kra­tie kann nicht gut über­le­ben mit aus­schliess­lich vor­ein­ge­nom­me­nen Me­di­en. Ei­ne De­mo­kra­tie braucht drin­gend Me­di­en, die ih­re Bür­ger in­for­mie­ren und Macht­ha­ber kri­ti­sie­ren. Das hat Schwe­den heu­te nicht.

Ein gro­ßer Teil der schwe­di­schen Be­völ­ke­rung ist sich des­sen of­fen­bar be­wusst und traut den Me­di­en nicht. Die schwe­di­schen Me­di­en ha­ben durch ih­re Lü­gen Mög­lich­kei­ten für ei­ne „post-​faktische Po­li­tik” in Schwe­den ge­schaf­fen. An­statt ei­ne neu­tra­le Par­tei zu sein, ha­ben die schwe­di­schen Mas­sen­me­di­en ge­lo­gen, um be­stimm­te „po­li­tisch kor­rek­te” Wer­te auf­recht­zu­er­hal­ten. Das Er­geb­nis ist ei­ne At­mo­sphä­re, in der vie­le Men­schen glau­ben, dass al­les, was die Me­di­en sa­gen, ei­ne po­li­ti­sche Agen­da hat. Wenn die Mainstream-​Medien in Schwe­den scham­los lü­gen, wo kann man dann hin­ge­hen, um die Wahr­heit zu fin­den? Man fragt sich, wel­chen Le­bens­stil und wel­che po­li­ti­sche Sta­bi­li­tät Schwe­den ha­ben wird, wenn nie­mand die Wahr­heit dar­über wis­sen kann, was wirk­lich vor sich geht.

Ni­ma Gholam Ali Pour ist Mit­glied des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums der schwe­di­schen Stadt Mal­mö und en­ga­giert sich in meh­re­ren schwe­di­schen Think Tanks, die sich mit dem Na­hen Os­ten be­fas­sen. Au­ßer­dem ist er Re­dak­teur der so­zi­al­kon­ser­va­ti­ven Web­site Si­tua­ti­on Mal­mö und Au­tor des schwe­di­schen Bu­ches „Där­för är mång­kul­tur för­tryck”(„War­um Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus Un­ter­drü­ckung ist”).


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone Instituts.

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