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Der an­ti­se­mi­ti­sche Ge­stank von Pink Floyd

We don’t need no thought con­trol

Rab­bi Sh­mu­ley Bo­teach, 12.12.2014, The Ob­ser­ver

Ich ha­be in mei­ner Zeit ei­ni­ge schwe­re An­grif­fe auf Is­ra­el und die Ju­den ge­le­sen, aber ne­ben der an­ti­se­mi­ti­schen Schmäh­re­de, die kürz­lich von Ro­ger Wa­ters, dem Mit­be­grün­der und ehe­ma­li­gen Front­mann der le­gen­dä­ren bri­ti­schen Rock­band Pink Floyd, ge­bo­ten wur­de, ver­blas­sen sie. In ei­nem In­ter­view mit dem Online-​Magazin Coun­ter­Punch er­lebt Wa­ters ei­ne scho­ckie­ren­de ju­den­has­sen­de Ver­stop­fung.

Laut Wa­ters ist Is­ra­el ein „ras­sis­ti­sches Apartheid-​Régime”, das „eth­ni­sche Säu­be­rung” prak­ti­ziert. Ein gros­ser Künst­ler wie er wer­de nicht in ei­nem Land spie­len, das wie die „Vichy-​Regierung im be­setz­ten Frank­reich” sei. Ju­den mit Nazi-​Kollaborateuren zu ver­glei­chen, war ihm nicht ge­nug. Wa­ters ging dann wei­ter und ver­glich Is­ra­el mit den Na­zis selbst. „Ich hät­te auch nicht in Ber­lin ge­spielt … wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges.” Wa­ters glaubt, dass Is­ra­el des Völ­ker­mor­des schul­dig ist, nur dass „dies­mal das pa­läs­ti­nen­si­sche Volk er­mor­det” wird.

Wa­ters war nicht zu brem­sen. Is­ra­el ist ein „bru­ta­les und re­pres­si­ves Ré­gime.” Und die Rab­bi­ner, oh, je­ne mör­de­ri­schen, ras­sis­ti­schen Rab­bi­ner. „Die rech­ten Rab­bi­ner sind so bi­zarr. Sie glau­ben, dass je­der, der kein Ju­de ist, nur auf der Er­de ist, um ih­nen und den in­di­ge­nen Völ­kern der Re­gi­on, die sie zum Auf­takt des Jah­res 1948 aus dem Land ge­jagt ha­ben, die­nen …, da sie Un­ter­men­schen sind. Die Par­al­le­len zu dem, was in den 30er Jah­ren in Deutsch­land ab­lief, lie­gen so ver­nich­tend auf der Hand.”

Die Ju­den „gies­sen aus mei­ner Sicht ei­nen rie­si­gen Ei­mer Mist in den Mund ei­ner leicht­gläu­bi­gen Öf­fent­lich­keit, wenn sie sa­gen: ‚Wir ha­ben Angst vor dem Iran; er wird Kern­waf­fen be­kom­men.’ … Es ist ein Ab­len­kungs­ma­nö­ver. ”

Ich könn­te wei­ter aus dem In­ter­view Wa­ters’ zi­tie­ren, aber mir wird schon beim Schrei­ben die­ses Zeugs übel. Es ge­nügt, zu sa­gen, dass er be­haup­tet, dass er „$ 10.000.000” von ei­nem jü­di­schen Pro­mo­ter an­ge­bo­ten be­kom­men ha­be, um in Is­ra­el zu spie­len, aber er­wi­der­te: „Sind Sie ver­dammt noch­mal taub oder ein­fach nur dumm?! Ich bin Teil der BDS-​Bewegung; Ich ge­he nir­gend­wo in Is­ra­el hin, für kein Geld.” Dann ver­such­te er, Cyn­di Lau­per vom Spie­len in Is­ra­el ab­zu­brin­gen.

SIEHE AUCH: Rab­bi Sh­mu­ley: Ro­ger Wa­ters’ neue Ri­tu­al­mord­an­schul­di­gung

An­ge­sichts die­ses In­ter­views ge­he ich da­von aus, dass nicht all­zu vie­le Is­rae­lis den Ver­lust der Chan­ce be­kla­gen, ei­ne Pink Floyd Re­uni­on in Is­ra­el zu se­hen, und viel­leicht soll­ten wir es ein­fach da­bei be­wen­den las­sen. Aber selbst ab­scheu­li­cher, den Ma­gen um­dre­hen­der An­ti­se­mi­tis­mus ver­dient ei­ne Ant­wort für den Fall, dass leicht­gläu­bi­ge Fans tat­säch­lich die­ses ver­dreh­te Ge­schwätz glau­ben soll­ten.

Mr. Wa­ters, die Na­zis wa­ren ein Völkermord-​Régime, das 6 Mil­lio­nen Ju­den er­mor­de­te. Dass Sie die Kühn­heit ha­ben, Ju­den mit den Mons­tern, die sie er­mor­det ha­ben, zu ver­glei­chen, zeigt, dass Sie kei­nen An­stand, kein Herz und kei­ne See­le ha­ben. Die Ju­den in Deutsch­land ha­ben nichts ge­tan, um die Ag­gres­si­on ge­gen sie zu recht­fer­ti­gen. In der Tat wa­ren sie loya­le Bür­ger ei­nes Lan­des, für das vie­le von ih­nen nur 20 Jah­re frü­her im Ers­ten Welt­krieg mu­tig ge­kämpft hat­ten. Sie ha­ben kei­ne Bus­se für po­li­ti­sche Zwe­cke ge­sprengt. Sie ha­ben nicht Ter­ro­ris­ten in Schu­len ge­schickt, um Kin­der zu er­mor­den. Sie ha­ben nicht ge­pre­digt, dass das Tö­ten deut­scher Kin­der ih­nen Jung­frau­en im Him­mel be­schert. Sie leb­ten ihr Le­ben in Mensch­lich­keit und An­stand und wur­den aus kei­nem an­de­ren Grund er­mor­det als we­gen der Tat­sa­che, dass sie Ju­den wa­ren.

Sie ha­ben sich selbst ent­ehrt durch den Ver­gleich des Mar­ty­ri­ums der 6 Mil­lio­nen, wo­von 1,5 Mil­lio­nen Kin­der wa­ren, die kalt­blü­tig zu To­de ver­gast wur­den, mit pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen wie der Ha­mas, de­ren er­klär­te Ab­sicht es ist, Is­ra­el von der Land­kar­te zu til­gen .

Die Pa­läs­ti­nen­ser ha­ben un­end­lich vie­le Mög­lich­kei­ten er­hal­ten, um mit Is­ra­el in Frie­den zu le­ben, ein­schliess­lich der Peel-​Kommission von 1936 bis 1937, die das Land in zwei Staa­ten auf­teil­te, den UNO-​Teilungsplan von 1947, die bei­de den Ara­bern weit mehr Land ga­ben als den Ju­den. Die Ju­den nah­men das An­ge­bot an, und die Ara­ber lehn­ten es ab und statt des­sen wid­me­ten sie sich der Ver­nich­tung Is­ra­els. Wenn Sie mir nicht glau­ben, Mr. Wa­ters, dann ist si­cher auch ein bi­got­ter Igno­rant wie Sie in der La­ge, Wi­ki­pe­dia auf­zu­ru­fen.

Nach­dem die Ara­ber im Jah­re 1967 ei­nen wei­te­ren Ver­nich­tungs­krieg ge­gen Is­ra­el be­gan­nen, ha­ben die Ju­den auf wun­der­sa­me Wei­se vier ein­drin­gen­de ara­bi­sche Ar­me­en be­siegt und rie­si­ge Land­stri­che er­obert. An­statt ir­gend ei­ne Art von eth­ni­schen Säu­be­run­gen durch­zu­füh­ren, gab Is­ra­el die gan­ze Sinai-​Halbinsel – ei­ne Flä­che drei­mal so groß wie Is­ra­el – im Aus­tausch für ei­nen Frie­dens­ver­trag an Ägyp­ten zu­rück und er­klär­te, den Ara­bern und der mus­li­mi­schen Waqf die Ver­ant­wor­tung für die Ver­wal­tung der hei­ligs­ten Stät­te des Ju­den­tums von al­len, den Tem­pel­berg, zu be­las­sen. Die­ser Akt der Ak­zep­tanz hat in der Welt­ge­schich­te kei­nen Prä­ze­denz­fall .

Den­noch star­te­te Ara­fats PLO, mit ih­rem er­klär­ten Wil­len des be­waff­ne­ten Kamp­fes und der Zer­stö­rung der zio­nis­ti­schen Prä­senz, Ter­ror­an­schlä­ge wie das Avivim-​Schulbus-​Massaker 1970 und das Ma’alot-Schulmassaker von 1974. Trotz­dem hat Is­ra­el nie sei­ne Hoff­nung auf­ge­ge­ben, dass ara­bi­sche Füh­rer kom­men könn­ten, de­nen auf­rich­tig am Frie­den ge­le­gen ist.

Im Jahr 2005 zog sich Is­ra­el frei­wil­lig aus dem ge­sam­ten Ga­za­strei­fen zu­rück. Sei­ne Be­loh­nung? Ha­mas, mit ih­rer völ­ker­mör­de­ri­schen Char­ta ge­gen Is­ra­el, wur­de an die Macht ge­wählt und be­gann fast so­fort, Tau­sen­de von Ra­ke­ten auf Is­ra­el zu schies­sen, wo­bei sie auf Häu­ser, Schu­len und mit Kin­dern ge­füll­te Bus­se ziel­te.

Mus­li­me ha­ben je­des Recht zu er­war­ten, dass die Ju­den im All­ge­mei­nen und Rab­bi­ner im Be­son­de­ren al­le Ak­te der Ge­walt ver­ur­tei­len, die ab­sicht­lich auf ara­bi­sche Zi­vi­lis­ten ge­rich­tet sind. Wir al­le sind glei­cher­mas­sen Kin­der des ei­nen Got­tes.

Aber die Ha­mas ist nicht von pa­läs­ti­nen­si­scher Frei­heit, son­dern von Ju­den­hass mo­ti­viert. Die Char­ta der Ha­mas ruft wei­ter­hin zum Völ­ker­mord an Is­ra­el und dem jü­di­schen Volk auf: „Der Tag des Ge­richts wird nicht kom­men, bis die Mus­li­me nicht die Ju­den be­kämp­fen, wenn die Ju­den sich hin­ter Stei­nen und Bäu­men ver­ste­cken. Die Stei­ne und Bäu­me wer­den sa­gen: ‚O Mus­li­me … da ist ein Ju­de hin­ter mir, komm und tö­te ihn.’”

Als die Ha­mas im Jahr 2006 an die Macht kam, in­ves­tier­te sie die Mil­li­ar­den, die sie als die welt­weit gröss­ten Pro-​Kopf-​Empfänger von in­ter­na­tio­na­ler Ent­wick­lungs­hil­fe er­hal­ten, in Ra­ke­ten statt Kran­ken­häu­ser, in Bom­ben statt Uni­ver­si­tä­ten. Und sie star­ten ab­sicht­lich ih­re Ra­ke­ten aus Kin­der­gär­ten und Schu­len und ma­chen da­mit die un­schul­di­ge pa­läs­ti­nen­si­sche Be­völ­ke­rung zu mensch­li­chen Schutz­schil­den – we­nig über­ra­schend für ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, die re­gel­mäs­sig un­ter dem fal­schen Vor­wurf der Kol­la­bo­ra­ti­on Mor­de an pa­läs­ti­nen­si­schen Ho­mo­se­xu­el­len be­geht und die in Eh­ren­mor­den an jun­gen pa­läs­ti­nen­si­schen Frau­en ver­übt, de­ren ein­zi­ges Ver­bre­chen es ist, ei­nen Freund zu ha­ben.

Ro­ger Wa­ters’ Mum­pitz über Rab­bi­ner, die glau­ben, dass Nicht-​Juden Un­ter­men­schen sind, ist der schmut­zigs­te der Ritualmord-​Vorwürfe und wi­der­spricht den Kern­leh­ren der Tho­ra, die im al­ler­ers­ten Ka­pi­tel, der Ge­ne­sis 1, sagt, dass je­der Mensch nach dem Eben­bild Got­tes er­schaf­fen ist.

Und si­cher­lich ist auch je­man­den mit ei­nem so ran­zi­gen Her­zen wie Mr. Wa­ters ver­traut mit dem, was Chris­ten die Gol­de­ne Re­gel Je­su nen­nen, die aber ei­gent­lich viel frü­her, in der he­bräi­schen Bi­bel, vor­ge­fun­den wer­den kann, näm­lich mit dem Ge­bot „Lie­be dei­nen Nächs­ten wie dich selbst” (Lev 19.17), die Hil­lel, im Tal­mud, so in­ter­pre­tiert: „Tu das, was du hasst, an­de­ren nicht an.”

Viel­leicht soll­te Herr Wa­ters Hil­lels Rat­schlag an­neh­men. Hö­ren Sie auf, ein Volk zu ver­leum­den, das ei­nen schreck­li­chen Preis für die Art von ab­scheu­li­chen Lü­gen, die Men­schen wie Ro­ger Wa­ters zu Un­recht um sich schleu­dern, be­zahlt ha­ben.

LESEN SIE: Blu­ti­ge Schlacht um Is­ra­el, Ox­ford Uni­ver­si­ty

Sh­mu­ley Bo­teach, “America’s Rab­bi,” den The Wa­shing­ton Post ‘den be­rühm­tes­ten Rab­bi in Ame­ri­ka’ nennt, ist der in­ter­na­tio­na­le Best­sel­ler­au­tor von 29 Bü­chern und hat kürz­lich The Fed-​up Man of Faith: Chal­len­ging God in the Face of Tra­ge­dy and Suf­fe­ring pu­bli­ziert. Fol­gen Sie ihm auf Twit­ter @RabbiShmuley.

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