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BDS: Ein of­fe­ner Brief an Ro­ger Wa­ters

da­vebt, 17. Mai 2015, dave-collier.com

In die­sem Brief an Sie steckt nichts per­sön­li­ches. Ich le­ge Ih­re Ver­gan­gen­heit zur Sei­te und igno­rie­re die Be­zie­hung, die ich mit Ih­rer Mu­sik hat­te; Ich ha­be ein­fach nur Ih­re jüngs­ten öf­fent­li­chen Äus­se­run­gen ge­le­sen und hat­te das Be­dürf­nis, dar­auf zu re­agie­ren.

Ich bin ein Zio­nist, was nur be­deu­tet, dass ich glau­be, dass die Ju­den das Recht und die Not­wen­dig­keit ha­ben, ihr ei­ge­nes Schick­sal wie je­de an­de­re Na­ti­on sel­ber zu steu­ern. Dass lan­ge Zeit die Ju­den kei­ne sol­che Na­ti­on hat­ten, tut die­sem Recht kei­nen Ab­bruch. Oder an­ders aus­ge­drückt, wenn ich glau­ben, was Sie glau­ben, so be­zweif­le ich, dass Sie plötz­lich ver­kün­den wür­den, dass al­le pa­läs­ti­nen­si­schen An­sprü­che auf­grund ei­nes ima­gi­nä­ren Zeit­li­mits ab­ge­lau­fen sind.

Sie ar­gu­men­tie­ren, in­dem Sie ‚er­forscht’ ha­ben, dass Ih­re Mei­nung mehr Ge­wicht und Wert hat als al­le an­de­ren, die mit Ih­nen nicht ein­ver­stan­den sind, und be­haup­ten, wie im Dionne-​Warwick-​Fall, dass sie ‚igno­rant’ ist und ‚miss­ver­steht’. Sie un­ter­stüt­zen die De­mon­ta­ge der ein­zi­gen li­be­ra­len De­mo­kra­tie im Na­hen Os­ten (der ‚Ein-​Staaten-​Lösung’) im Ein­klang mit den zen­tra­len Grund­sät­zen der BDS-​Plattform. Ich ha­be nicht die Ab­sicht, mich Pro­pa­gan­da oder der Schaf­fung ei­ner ei­ge­nen Ge­schich­te zu wid­men; mei­ne Ab­sicht ist nur, zu zei­gen, dass die grund­le­gen­den Fak­ten de­mons­trie­ren, dass das BDS-​Narrativ falsch ist. Was ich auch nicht tun wer­de, ist, vor­zu­schla­gen, Is­ra­el sei oh­ne Män­gel, noch pos­tu­lie­re ich, dass Is­ra­el im­mer Recht hat; das ist nicht mei­ne Art Zio­nis­mus; für mich hat Is­ra­el je­des Recht, ein Land zu sein, das Feh­ler macht; Ge­nau wie Gross­bri­tan­ni­en. Gleich­zei­tig lässt mein Zio­nis­mus auch zu, dass die Pa­läs­ti­nen­ser Op­fer sein kön­nen, auch wenn Sie und ich ein­an­der ra­di­kal wi­der­spre­chen wür­den be­tref­fend der Ur­sa­chen und der mög­li­chen Lö­sun­gen für den Kon­flikt.

Was Ih­re For­schung be­trifft; vie­le Men­schen ha­ben den Kon­flikt un­ter­sucht, und vie­le ha­ben ge­gen­sätz­li­chen An­sich­ten zu Ih­nen ein­ge­nom­men. Auch ich ha­be es ge­tan und vie­le Jah­re da­mit ver­bracht, so­wohl mit Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern zu le­ben und zu ar­bei­ten. Sie ha­ben ein­deu­tig ei­ne Hal­tung ein­ge­nom­men, die ei­ni­ge ‚In­for­ma­ti­ons­quel­len’ für nicht ver­trau­ens­wür­dig hält, und ha­ben Ih­re Mei­nung nur aus den­je­ni­gen auf­ge­baut, de­nen Sie sich zu fol­gen ent­schie­den ha­ben. Die meis­ten Men­schen tun das, wenn sie Par­tei er­grei­fen, aber es ist wich­tig, sich dar­an zu er­in­nern, dass Ih­re Mei­nun­gen kei­ne Fak­ten sind, son­dern nur Schluss­fol­ge­run­gen aus ein­zel­nen und sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Stü­cken an In­for­ma­tio­nen.

Man­che Fra­gen sind nicht Mei­nun­gen. Zum Bei­spiel gibt es nur ein Land im ge­sam­ten Na­hen Os­ten, wo ein ara­bi­scher Bür­ger stim­men kann für, schla­fen mit, oder be­ten zu, wem auch im­mer er /​ sie will, und das ist Is­ra­el. Im Ge­gen­satz zu *al­len* an­de­ren Völ­kern, die es um­ge­ben, und trotz der stän­di­gen Kon­flik­te, ver­sucht Is­ra­el, Frei­heit für al­le sei­ne Bür­ger zu schaf­fen. Was am merk­wür­digs­ten ist an BDS, ist die Hal­tung, die sie ge­gen­über ara­bi­schen Is­rae­lis hat, weil die­se, rein sach­lich, die frei­es­ten Ara­ber im gan­zen Na­hen Os­ten sind. Wenn man sich den Kon­flikt an­sieht und lei­den­de Pa­läs­ti­nen­ser sieht, dann ist das ei­ne Sa­che, aber wenn Sie auf den gan­zen na­hen Os­ten schau­en, wo das all­ge­mei­ne Wahl­recht nicht exis­tiert, wo Men­schen ent­haup­tet wer­den, weil sie den fal­schen Gott an­be­ten, wo Mäd­chen ver­stüm­melt wer­den, um ih­nen den Spass am Sex zu ver­wei­gern, oder Men­schen ge­tö­tet wer­den, nur weil sie die fal­sche Per­son lie­ben, und doch im­mer noch das Be­dürf­nis ver­spü­ren, auf Un­gleich­heit zwi­schen is­rae­li­schen Bür­gern her­um­zu­rei­ten, dann hat Ih­re Sa­che nichts mit Ra­tio­na­li­tät zu tun. Das Ni­veau der Vor­ur­tei­le ist nicht, was Sie aus der For­schung ler­nen, und wenn es öf­fent­lich aus­ge­strahlt wird, ist es nichts an­de­res als Gift, das ein Ein­falts­pin­sel aus ei­ner Sei­fen­kis­te ver­strömt.

Aber was ist mit dem Haupt ‚er­klär­ten’ Ziel von BDS, den Pa­läs­ti­nen­sern selbst? Sie ma­chen stän­dig his­to­ri­sche Ver­glei­che, Ver­wei­sen auf die Ab­schaf­fung der Skla­ve­rei, die schwar­ze Rechts­be­we­gung in Ame­ri­ka und na­tür­lich den gros­sen Er­folg des Boy­kotts ge­gen die Apart­heid; aber Sie er­ken­nen nicht den fun­da­men­ta­len Feh­ler in ih­rer Ar­gu­men­ta­ti­on. In all die­sen Er­eig­nis­sen gab es kei­nen Kon­flikt und nur ein ein­zi­ges Nar­ra­tiv lag hin­ter ei­ner Ver­wei­ge­rung von Grund­frei­hei­ten. Das Ei­gen­tum ei­nes Men­schen über ei­nen an­de­ren war ein ab­so­lu­ter Feh­ler, ge­nau­so wie die Schaf­fung von Ge­set­zen auf der Grund­la­ge der Haut­far­be; doch die Skla­ven­hal­ter und weis­sen Süd­afri­ka­ner ha­ben das Nar­ra­tiv nicht be­strit­ten, son­dern es durch Vor­ur­tei­le ge­recht­fer­tigt. Der Skla­ve war nie frei, sein Le­ben war nie sein ei­ge­nes und er hat­te kei­ne an­de­re Wahl, als ein Skla­ve zu sein. Nichts, was er oder sei­ne Fa­mi­lie je­mals tun, könn­te die Art und Wei­se sei­ner Exis­tenz än­dern; ge­mäss dem weis­sen Mann war das Le­ben des schwar­zen Man­nes zu än­dern nicht ihm selbst über­las­sen.

In Pa­läs­ti­na hin­ge­gen gab es his­to­risch ge­se­hen gar kei­ne Be­set­zung, noch über­haupt ei­nen Kon­flikt; die ur­sprüng­li­che Ver­wei­ge­rung von Rech­ten ge­schah nicht von Ju­den ge­gen­über Ara­bern, son­dern von Ara­bern ge­gen die Ein­wan­de­rung von Ju­den. Men­schen, die vor Ver­fol­gung flüch­te­ten, sa­hen sich Wi­der­stand ge­gen ih­re Ein­rei­se in Britisch-​Palästina ge­gen­über von ei­ni­gen Leu­ten, die be­reits dort leb­ten; es ist kein völ­lig ak­ku­ra­ter Ver­gleich, aber für mo­der­ne Äqui­va­lenz – den­ken wir BNP (für Deutsch­land viel­leicht AfD, für die Schweiz SVP, An­mer­kung des Über­set­zers). Ei­ne wei­te­re Tat­sa­che; in dem sehr klei­nen Zeit­fens­ter, das Ju­den hat­ten, um Nazi-​Deutschland zu ent­flie­hen, be­schränk­te Gross­bri­tan­ni­en die Ein­wan­de­rung we­gen lo­ka­lem ara­bi­schem Druck. Wie viel mehr Ju­den wur­den un­nö­tig er­mor­det we­gen die­ser Po­li­tik?

Ei­ne wei­te­re Tat­sa­che; das Man­dat wur­de auf ei­ner Eine-​Nation-​für-​Alle-​Politik auf­ge­baut, ei­ner ‚Ein-​Staat-​Lösung’, die aber von den Ara­bern ab­so­lut ab­ge­lehnt wur­de. Sie be­gin­nen Ih­re Kom­men­ta­re im­mer mit Be­zug auf die Er­eig­nis­se 1947 – 1949, aber in Wahr­heit sind die BDS-​Vorschläge, wie sie vor­ge­ben zu sein, lan­ge da­vor ab­ge­lehnt wor­den. Die Par­ti­ti­on, im Peel-​Bericht des Jah­res 1937 be­schrie­ben und schliess­lich 1947 in ei­ne in­ter­na­tio­na­le Po­si­ti­on um­ge­wan­delt, war ei­ne Fol­ge der ara­bi­schen Ab­leh­nung ei­ner jü­di­schen Prä­senz im bri­ti­schen Pa­läs­ti­na. Dies aus der Prä­am­bel im Be­richt von 1937:

“Ei­ne Sei­te hat sich selbst, nicht zum ers­ten Mal, ins Un­recht ver­setzt durch Rück­griff auf Ge­walt, wäh­rend die an­de­re Sei­te sich mit Ge­duld an das Ge­setz ge­hal­ten hat”.

Es ist da­her so­wohl iro­nisch und ab­surd, dass BDS als Lö­sung für die Tei­lung ei­nen ein­zi­gen Staat vor­schlägt, wenn die kla­re Ver­wei­ge­rungs­hal­tung hin­ter BDS doch erst zur Auf­ga­be der Ein­staa­ten­lö­sung führ­te und zur Idee der Tei­lung in zwei Staa­ten.

1947 – 1949 sah man ei­nen Bür­ger­krieg und da­nach ei­nen re­gio­na­len Krieg aus­bre­chen, ei­nen Krieg auf der Grund­la­ge der an­hal­ten­den ara­bi­schen Ab­leh­nung der jü­di­schen Prä­senz in der Re­gi­on. Fakt ist: Die Ju­den ge­wan­nen die­sen Krieg und Is­ra­el wur­de ge­bo­ren. Aber 1948 ist ei­ne Ge­schich­te von zwei Er­zäh­lun­gen; der jü­di­schen und der ara­bi­schen – und die BDS-​Bewegung re­prä­sen­tiert nur die ex­tre­me Sei­te ei­ner die­ser Er­zäh­lun­gen. Nicht das Er­geb­nis wohl­mei­nen­der For­schung, son­dern ver­zerr­te Vi­sio­nen, se­lek­ti­ve Wahr­neh­mung und die ab­so­lu­te Ab­leh­nung der his­to­ri­schen Tat­sa­chen auf­grund von Vor­ur­tei­len.

Die von der Pa­läs­ti­nen­si­schen Er­zäh­lung be­schrie­be­ne be­wuss­te eth­ni­sche Säu­be­rung ist ein My­thos, der leicht von ei­ner ele­men­ta­ren Un­ter­su­chung wi­der­legt wird. Fak­ten:

  1. Nach dem Bür­ger­krieg blie­ben Ara­ber in Is­ra­el. Sie ma­chen heu­te 20% der is­rae­li­schen Be­völ­ke­rung aus. Sie kön­nen wäh­len. Man­che Ge­mein­den schi­cken ih­re Kin­der be­wusst frei­wil­lig in die Ar­mee um den Staat zu schüt­zen.
  2. 1% der jü­di­schen Be­völ­ke­rung Pa­läs­ti­nas ist im Kon­flikt von 4849 ge­stor­ben, so­gar wenn man je­ne Ver­lus­te von vor dem Mai 1948 ab­zieht. Das setzt sie gleich zu den Ver­lus­ten im zwei­ten Welt­krieg für Gross­bri­tan­ni­en. Ein kla­rer Kampf ums Über­le­ben.
  3. Selbst aus­ser­halb des Bür­ger­kriegs und vor der In­va­si­on vom Mai 1948, sind ir­re­gu­lä­re ara­bi­sche Ar­me­en nach Pa­läs­ti­na ein­ge­drun­gen, um jü­di­sche Ge­mein­den zu zer­stö­ren.

Ich bin si­cher, dass in ei­ni­gen stra­te­gi­schen Be­rei­che feind­li­che ara­bi­sche Be­völ­ke­run­gen ent­fernt wur­den, um ei­nen Vor­teil im Kon­flikt zu ge­win­nen, so wie ich auch si­cher bin, dass an­de­re Ara­ber ein­fach weg­gin­gen, um dem Kon­flikt aus dem Weg zu ge­hen. Der ers­te Krieg en­de­te im Jahr 1949. Wei­te­re Fak­ten:

  1. Die Waf­fen­still­stands­li­nie von 1949 (lies grü­ne Li­nie) hin­ter­liess die West­bank und Ga­za un­ter ara­bi­scher Kon­trol­le. Kein Zen­ti­me­ter je­ner Ge­bie­te hat­te ei­nen ein­zi­gen le­ben­den Ju­den hin­ter­las­sen. Eth­ni­sche Säu­be­rung funk­tio­niert nur in ei­ne Rich­tung.
  2. Kon­flikt pro­du­ziert Flücht­lin­ge; his­to­risch ha­ben Bür­ger­krie­ge im­mer Flücht­lin­ge pro­du­ziert. Man braucht nur Sy­ri­en, Li­by­en oder Irak an­zu­se­hen.
  3. Kein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat ent­stand in je­nen Ge­bie­ten, die un­ter ara­bi­scher Kon­trol­le stan­den von 1949 bis 1967, ob­wohl es kei­ne is­rae­li­sche Prä­senz gab und Flücht­lin­ge wur­den nicht mit ih­ren Brü­dern in den La­gern im Li­ba­non oder Sy­ri­en wie­der­ver­ei­nigt, ob­wohl man die Ge­le­gen­heit da­zu ge­habt hät­te.
  4. In den 1940er Jah­ren gab es ei­ne wei­te­re Tei­lung. Ei­ne, die Län­de­rei­en un­ter­teil­te in In­di­en, Pa­ki­stan und Ban­gla­desh. Man sah die Schaf­fung von Mil­lio­nen von Flücht­lin­gen, 15 Mil­lio­nen Men­schen über­schrit­ten Gren­zen in ei­nem Be­völ­ke­rungs­aus­tausch son­der­glei­chen. Staats­grün­dung war ei­ne Wahl, die die Pa­läs­ti­nen­ser ab­lehn­ten, wenn das heu­ti­ge Pa­ki­stan das­sel­be ge­tan hät­te, wür­den wir heu­te In­di­en de­mon­tie­ren?

Das Pro­blem mit dem Bau ei­nes Ur­teils auf Sand ist, dass die Ar­gu­men­te kei­nem Druck wie­der­ste­hen. Ei­ne so ab­scheu­li­che Vor­stel­lung wie BDS kann man nur durch Un­wis­sen­heit oder Vor­ur­tei­le un­ter­stüt­zen. BDS ist nicht wie der Kampf ge­gen die Apart­heid und wird nicht ge­win­nen, noch darf ihr das je er­laubt wer­den; Es ist ei­ne Rand­be­we­gung von Ex­tre­mis­ten, die ver­sucht, sich als et­was zu ver­klei­den, was sie nicht ist.

Wei­te­re Fak­ten:

  1. In je­der Kom­mu­ni­ka­ti­on von BDS taucht das Wort ‚Ge­rech­tig­keit’ auf. Nicht ‘Frie­den’ – son­dern ‘Ge­rech­tig­keit’. Der Boy­kott ge­gen die Apart­heid ging dar­um, Schwar­zen das Wahl­recht zu ge­ben, ge­nau­so mit der 1960er ame­ri­ka­ni­schen Rech­te­kam­pa­gne; bei kei­ner die­ser Be­we­gun­gen ging es je dar­um, an­de­ren Rech­te *weg­zu­neh­men*. BDS hin­ge­gen zielt spe­zi­fisch dar­auf ab, dem Volk Is­ra­el sein Recht zur Selbst­be­stim­mung zu neh­men; im Ge­gen­satz et­wa zu Vor­schlä­gen zur Zwei­staa­ten­lö­sun­gen ist BDS de­struk­tiv statt kon­struk­tiv.
  2. Statt ei­nen po­ten­ti­ell er­folg­rei­chen pa­läs­ti­nen­si­schen Staat auf­zu­bau­en, wie es schon im­mer ih­re Wahl war seit 1947, wol­len pro-​palästinensische BDS-​Leute nur ein­fach den Is­rae­lis ih­ren weg­neh­men.
  3. Es gibt kei­ne ein­zi­ge Ge­sell­schaft in der Re­gi­on, die als Blau­pau­se die­nen kann. In der Tat ist die bes­te Ge­sell­schaft im na­hen Os­ten, mei­len­weit vor­aus, die­je­ni­ge, die BDS zu zer­stö­ren ver­sucht.

Die BDS-​Bewegung ist ei­ne Fort­set­zung der ex­tre­mis­ti­schen ara­bi­schen ab­leh­nen­den Po­li­tik, die Eu­ro­pas Lin­ke da­hin­ge­hend ge­täuscht hat, zu glau­ben, sie sei ir­gend­wie ver­gleich­bar mit dem Auf­ruf zu schwar­zen Rech­ten in Süd­afri­ka. Es ist ein re­vi­sio­nis­ti­scher Un­sinn, we­der an den Rech­ten der Pa­läs­ti­nen­ser, noch an De­mo­kra­tie, noch an Selbst­be­stim­mung in­ter­es­siert. Es ist nicht ei­ne Be­we­gung der Hoff­nung, noch ei­ne der Ru­he und hat nichts mit ei­nem un­ab­hän­gi­gen Staat für die Pa­läs­ti­nen­ser zu tun. Die­je­ni­gen, die sich mit BDS aus­zu­rich­ten, ha­ben die Sei­te des An­grei­fers ein­ge­nom­men, win­ken mit der Fah­ne des Krie­ges, im Ver­such, Frie­dens­stif­ter zu über­zeu­gen, mit ih­nen zu kämp­fen. BDS ist ein Teil des Pro­blems, nicht die Lö­sung. BDS tut nichts we­ni­ger als zur Zer­stö­rung ei­ner li­be­ra­len De­mo­kra­tie auf­zu­ru­fen.

Letz­te Fak­ten

  1. Mehr Men­schen sind in zwei Jah­ren in Sy­ri­en ge­stor­ben, als in al­len To­des­fäl­len al­ler israelisch-​arabischen Krie­ge in den bei­na­he 100 Jah­ren des ge­sam­ten Kon­flik­tes.
  2. Zwi­schen 1936 und 1939 ha­ben die Bri­ten 5000 Ara­ber ge­tö­tet we­gen der Auf­stän­de. Vier­mal mehr To­te als in den sie­ben Jah­ren der ers­ten In­ti­fa­da.
  3. Die Po­pu­la­ti­on der Pa­läs­ti­nen­ser in der West­bank, Ga­za und Je­ru­sa­lem ist heu­te bei un­ge­fähr 4.4 Mil­lio­nen. 1967 war sie bei un­ge­fähr 1.2−1.4 Mil­lio­nen. Falls, wie Sie dau­ernd be­haup­ten, Is­ra­el ei­nen Ge­no­zid und/​oder ei­ne eth­ni­sche Säu­be­rung durch­führt, dann hat Is­ra­el be­wie­sen, dass sie da­bei völ­lig ver­sa­gen. An­ge­sichts des Ho­lo­caust ist das die übels­te und ran­zigs­te Lü­ge, die Is­ra­el über­ge­stülpt wird.

Es ist al­les ziem­lich trau­rig und echt er­bärm­lich. Sie lie­gen falsch, und Sie ver­hal­ten sich wie ein Narr, und ich ha­be kei­ne Ah­nung, war­um Sie öf­fent­lich die­se bö­sen Sa­chen zu ver­brei­ten ver­su­chen, die Sie sich ein­ge­fan­gen ha­ben. Wenn Künst­ler nach Is­ra­el ge­hen wol­len, las­sen Sie sie. Is­ra­el ist die ein­zi­ge Na­ti­on in der Re­gi­on, in der die meis­ten von ih­nen ge­bo­ren sein könn­ten und das sie sich frei ent­fal­ten und sich aus­drü­cken lässt – Is­ra­el ist jung, es ist dy­na­misch, es ist er­folg­reich. Es ist voll­stän­dig in die glo­ba­le Wirt­schaft in­te­griert, und es wird nicht ver­schwin­den, nur weil die glei­chen Kriegs­trei­ber ei­ne an­de­re Stra­te­gie ge­fun­den ha­ben. Die Men­schen soll­ten die Mög­lich­keit ha­ben, den Er­folg von Is­ra­el in je­der für sie rich­ten Wei­se zu fei­ern – die Ver­brau­cher durch den Kauf sei­ner Pro­duk­te oder Künst­ler durch Auf­tritt in is­rae­li­schen Städ­ten. BDS, wie so vie­le re­gres­si­ve Kam­pa­gnen des Has­ses und der Un­wis­sen­heit, hat nicht den Hauch ei­ner Chan­ce.

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