«

»

Klar­heit kehrt zu­rück

Da­vid Col­lier, 25.5.2016, Face­book

Ges­tern Nach­mit­tag muss­te ich mit ei­nem Ver­wand­ten dis­ku­tie­ren, der mit ei­nem BDS-​Propaganda-​Video be­waff­net an­kam. Klei­ne Kin­der, die mit Stei­nen auf die Stras­sen ge­schickt wer­den, Kin­der, die von ih­ren El­tern ei­ner Ar­mee ent­ge­gen­ge­schickt wer­den, al­le von ei­nem Ka­me­ra­team be­glei­tet, um auf Film ein­zu­fan­gen, was im­mer ge­schieht. Letz­te Nacht ging ich mir „Sohn of Saul” an­se­hen. Klar­heit kehrt zu­rück.

Was vor 70 Jah­ren pas­sier­te, ge­schah nicht nur, weil Hit­ler Ju­den nicht moch­te. Es ge­schah, weil ei­ne gan­ze In­dus­trie ein­ge­rich­tet wur­de, um ei­nen Völ­ker­mord durch­zu­füh­ren. Er trat auf, weil die Na­ti­on, die Hit­ler an die Macht brach­te, sei­ne An­sich­ten über das jü­di­sche Volk nicht der Ab­leh­nung für wert be­fand. Es funk­tio­nier­te, weil im ge­sam­ten wach­sen­den Nazi-​Reich gan­ze Ge­mein­den über­all in Eu­ro­pa mit an­ti­jü­di­schem Hass in­fi­ziert wa­ren. Der Völ­ker­mord war so er­folg­reich, weil sich Nazi-​Antisemitismus vom klas­si­schen An­ti­se­mi­tis­mus speis­te, der be­reits gut ein­ge­bet­tet war in den meis­ten der be­tei­lig­ten Na­tio­nen, von der Ukrai­ne bis nach Gross­bri­tan­ni­en. Die Zahl der To­ten war so hoch, weil es kein Is­ra­el gab, und nie­mand woll­te den Ju­den auf der Flucht hel­fen, sie wur­den in La­gern in­ter­niert oder ein­fach wie­der zu den Na­zis zu­rück­ge­schickt. Der Ho­lo­caust hat so vie­le von uns ge­nom­men, weil die Ju­den nir­gend­wo hin lau­fen konn­ten, als das Mons­ter an die Tü­ren klopf­te. Es war nicht nur Hit­ler, es wa­ren nicht nur die Na­zis, es war die Gleich­gül­tig­keit der Mensch­heit, selbst ge­gen­über ei­nem Völ­ker­mord, der in ih­ren ei­ge­nen Stras­sen ab­läuft.

Is­ra­el als jü­di­scher Staat ist ein nicht ver­han­del­ba­rer Aus­gangs­punkt . Nie­mand hat das Recht, mit Is­ra­el über De­mo­kra­tie, Ethik oder Mo­ral zu spre­chen. Es spielt kei­ne Rol­le, ob es vor 7 oder 70 Jah­ren war. Das jü­di­sche Recht auf Selbst­be­stim­mung ist nicht et­was, bei dem an­de­re ein Mit­spra­che­recht ha­ben. Sie hat­ten ei­ne Pflicht, die mo­ra­li­sche Pflicht, den Völ­ker­mord zu be­en­den, und sie ha­ben es nicht ge­tan. Sie hat­ten ei­ne mo­ra­li­sche Pflicht, die Grün­dung des Staa­tes Is­ra­el zu er­zwin­gen und ihn zu be­schüt­zen, statt­des­sen lies­sen sie sich in das Spiel der Po­li­tik zie­hen und lies­sen die Ju­den um ihr ei­ge­nes Über­le­ben kämp­fen, nur we­ni­ge Jah­re nach Ausch­witz. Je­der Ju­de, der im Kon­flikt in Is­ra­el seit 1948 ge­stor­ben ist, ist ein Op­fer des An­ti­se­mi­tis­mus, nicht we­ni­ger als die­je­ni­gen, die in den Jah­ren star­ben, be­vor Is­ra­el ge­bo­ren wur­de. Der Kon­flikt be­feu­ert nicht An­ti­se­mi­tis­mus, son­dern der An­ti­se­mi­tis­mus hat die Flam­men die­ses Kon­flikts von An­fang an ge­schürt.

Die­je­ni­gen, die heu­te in Eu­ro­pa von den Ju­den ver­lan­gen, sie sol­len ihr Recht auf­ge­ben, sich zu ver­tei­di­gen, sind die Nach­kom­men de­rer, die die Ju­den bren­nen lies­sen.

2 Pings

  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] (Da­ni­el): – Klar­heit kehrt zu­rück – UNO ver­un­glimpft Is­ra­el als welt­weit schlimms­ter Ver­let­zer von […]

  2. Zitate | abseits vom mainstream - heplev

    […] Die­je­ni­gen, die heu­te in Eu­ro­pa von den Ju­den ver­lan­gen, sie sol­len ihr Recht auf­ge­ben, sich zu ver­tei­di­gen, sind die Nach­kom­men de­rer, die die Ju­den bren­nen lie­ßen. Da­vid Col­lier, Face­book, 25.05.16 (ge­fun­den bei Da­ni­el) […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

css.php