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Die „stil­le Er­obe­rung” Eu­ro­pas durch den Islam

Gi­ulio Meot­ti, 10.8.2016, Gatestone Institute

  • „Der Is­lam ist ei­ne fran­zö­si­sche Re­li­gi­on und die fran­zö­si­sche Spra­che ist ei­ne Spra­che des Is­lam.” – Ta­riq Ramadan.
  • Im Jahr 1989 recht­fer­tig­te Da­lil Bou­bakeur, Rek­tor der Gro­ßen Mo­schee von Pa­ris, die Ver­fol­gung von Sal­man Rush­die durch Aya­tol­lah Kho­mei­ni. Im ver­gan­ge­nen Jahr ver­lang­te Bou­bakeur die Um­wand­lung von Kir­chen in Moscheen.
  • In Groß­bri­tan­ni­en ver­tei­len Mainstream-​Muslim-​Organisationen „Is­la­mi­sche Ge­rech­tig­keit” durch über 85 Scharia-​Gerichte, die an Mo­sche­en an­ge­schlos­sen sind.
  • Der Bür­ger­krieg in Frank­reich ist das, was der is­la­mi­sche Staat sucht: Ent­fes­se­lung ei­ner blin­den Re­pres­si­on, so dass die mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung So­li­da­ri­tät zeigt mit der re­vo­lu­tio­nä­ren Min­der­heit. Den­noch gibt es im­mer noch ein weit schlim­me­res mög­li­ches Er­geb­nis: dass nichts pas­siert und wir wei­ter­ma­chen wie bisher.
  • Ech­te „mo­de­ra­te Mus­li­me” wer­den zum Schwei­gen ge­bracht oder ermordet.

Da­lil Bou­bakeur, Rek­tor der Gro­ßen Mo­schee von Pa­ris, for­der­te im ver­gan­ge­nen Jahr die Um­wand­lung von Kir­chen in Mo­sche­en und ver­lang­te die „Ver­dop­pe­lung” der Zahl der Mo­sche­en in Frank­reich. (Bild­quel­le : TV5 Monde)

Im ver­gan­ge­nen Mo­nat ver­öf­fent­lich­te das Wall Street Jour­nal ein In­ter­view mit dem fran­zö­si­schen Di­rek­tor des In­lands­ge­heim­diens­tes, Pa­trick Cal­var. „Die Kon­fron­ta­ti­on ist un­ver­meid­lich”, sag­te Herr Cal­var. Es gibt schät­zungs­wei­se 15.000 Sala­fis­ten un­ter Frank­reichs sie­ben Mil­lio­nen Mus­li­men, „de­ren radikal-​fundamentalistisches Cre­do vie­le der über­wie­gend mus­li­mi­schen Wohn­pro­jek­te an den Rän­dern von Städ­ten wie Pa­ris, Niz­za oder Ly­on be­herrscht. Die Pre­di­ger ru­fen zum Bür­ger­krieg auf, bei dem al­le Mus­li­me da­mit be­auf­tragt sind, die Mis­se­tä­ter auf der Stra­ße zu vernichten.”

Die­se Sala­fis­ten stel­len of­fen Frank­reichs Le­bens­stil in Fra­ge und ma­chen kei­nen Hehl aus ih­rer Be­reit­schaft, die be­stehen­de Ord­nung in Eu­ro­pa durch ge­walt­sa­me Mit­tel, Ter­ror­an­schlä­ge und phy­si­sche Ein­schüch­te­rung zu stür­zen. Doch pa­ra­do­xer­wei­se wä­re es ein­fa­cher, die Ge­fahr der Is­la­mis­ten in Eu­ro­pa zu be­sie­gen, wenn sie auf die Sala­fis­ten be­schränkt wäre.

Es gibt in der Tat ei­ne an­de­re Be­dro­hung, die noch ge­fähr­li­cher ist, weil sie schwie­ri­ger zu ent­schlüs­seln ist. Sie ist ge­ra­de von der Zeit­schrift Val­eurs Ac­tu­el­les als „die stil­le Er­obe­rung” be­ti­telt wor­den. Es ist das ge­wun­de­ne Pro­jekt des „mo­de­ra­ten” Is­lams, Un­ter­wer­fung zu er­zeu­gen. „Sein Ziel ist klar: Die fran­zö­si­sche Ge­sell­schaft ver­än­dern. Lang­sam, aber sicher.”

Die­se Be­dro­hung wird in der Haupt­fi­gur von Mi­chel Hou­el­le­bec­qs Ro­man, Un­ter­wer­fung, durch Mo­ham­med Ben Ab­bes ver­kör­pert, dem „ge­mä­ßig­ten” Mus­lim, der Prä­si­dent von Frank­reich wird und den Staat zum Is­lam kon­ver­tiert. Und von wo star­tet Prä­si­dent Ben Ab­bes sei­ne Is­la­mi­sie­rung? Aus der Uni­ver­si­tät Sor­bon­ne. Es ge­schieht be­reits: Ka­tar hat vor kur­zem ei­ne be­deu­ten­de Spen­de an die­se be­rühm­te Uni­ver­si­tät ge­leis­tet, um die Bil­dung von Mi­gran­ten zu fördern.

In Frank­reich hat die stil­le Er­obe­rung das Ge­sicht der Uni­on der is­la­mi­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen Frank­reichs (UOIF), die in ei­nem Be­richt des Simon-​Wiesenthal-​Zentrums des „anti-​Semitismus, der Für­spra­che und Fi­nan­zie­rung des Ter­ro­ris­mus und des Auf­rufs zum Ji­had…” an­ge­klagt wird.

„Nicht nur, dass die UOIF die In­te­gra­ti­on von Mus­li­men in Frank­reich nicht för­dert”, so der Be­richt, „sie bie­tet ge­nau ge­nom­men ein Treib­haus für die ra­di­kals­ten is­la­mis­ti­schen Positionen.”

In Ita­li­en ha­ben wir so­eben die Stra­te­gie die­ses „ge­mä­ßig­ten Is­lam” er­lebt. Die größ­te und ein­fluss­reichs­te is­la­mi­sche Or­ga­ni­sa­ti­on, l’Unione del­le Co­mu­ni­tà ed or­ga­niz­za­zio­ne is­la­mi­che in Ita­lia (UCOII), spon­ser­te Mai­lands ers­te mus­li­mi­sche Stadt­rä­tin, Suma­ya Ab­del Qa­der, ei­ne ver­schlei­er­te Kan­di­da­tin der Mitte-​Links-​Koalition. Qa­ders Ehe­mann, Ab­dal­lah Ka­ba­kebb­ji, rief of­fen zur Zer­stö­rung des Staa­tes Is­ra­el auf: „Es ist ein his­to­ri­scher Feh­ler, ein Be­trug”, schrieb er auf Face­book. Sei­ne Lö­sung? „Strg + Alt + Entf”.

Qa­der ge­wann das Ren­nen ge­gen ei­ne echt mo­de­ra­te Mus­li­ma, der ent­hüll­ten so­ma­li­schen Ak­ti­vis­tin Ma­ryan Is­mail. Ich traf Frau Is­mail an ei­nem Pro-​Israel-​Forum in Mai­land. Nach­dem sie die Wahl ver­lo­ren hat­te, brach sie in ei­nem of­fe­nen Brief mit der ita­lie­ni­schen De­mo­kra­ti­schen Par­tei: „Die De­mo­kra­ti­sche Par­tei hat sich da­für ent­schie­den, mit dem ob­sku­ran­tis­ti­schen Is­lam in den Dia­log zu tre­ten. Wie­der ein­mal wur­den die See­len des mo­der­nen, plu­ra­lis­ti­schen und in­te­gra­ti­ven Is­lam nicht gehört.”

Neh­men Sie zwei „Stars” des fran­zö­si­schen „ge­mä­ßig­ten Is­lam.” Der ers­te ist Ta­riq Ra­ma­dan, der En­kel von Hassan al-​Banna, dem Grün­der der Mus­lim­bru­der­schaft, des­sen Mot­to lau­tet: „Al­lah ist un­ser Ziel, der Pro­phet ist un­ser Füh­rer, der Ko­ran ist un­ser Ge­setz; Dschi­had ist un­ser Weg; auf Al­lahs Weg zu ster­ben ist un­se­re höchs­te Hoffnung.”

Ra­ma­dan ver­steckt sich nicht in Raqqa oder schießt auf fran­zö­si­sche Bür­ger. Durch die Be­wer­bung um die fran­zö­si­sche Staats­bür­ger­schaft möch­te er ei­ner von ih­nen wer­den. Sein Bü­ro ist in der Pa­ri­ser Vor­stadt Saint De­nis; er hat 30 Bü­cher ge­schrie­ben und er hat zwei Mil­lio­nen Facebook-​Anhänger. Ra­ma­dan hat Lehr­stüh­le in der gan­zen Welt, ist Di­rek­tor des For­schungs­zen­trums für is­la­mi­sches Recht in Do­ha (Ka­tar) und Prä­si­dent des Eu­ro­päi­schen Muslim-​Netzwerks. Er wirbt öf­fent­lich für den Is­lam, zu­sam­men mit Ita­li­ens Ex-​Premier Mas­si­mo D’Alema. Ra­ma­dan er­klär­te kürz­lich sei­ne Vi­si­on für Eu­ro­pa und Frank­reich: „Der Is­lam ist ei­ne fran­zö­si­sche Re­li­gi­on und die fran­zö­si­sche Spra­che ist ei­ne Spra­che des Islam.”

Ra­ma­dans Pro­jekt ist nicht die er­hoff­te Eu­ro­päi­sie­rung des Is­lams, son­dern die nicht-​erhoffte, ge­fürch­te­te Is­la­mi­sie­rung Eu­ro­pas. Er wen­det sich ge­gen die As­si­mi­la­ti­on der Mus­li­me in Frank­reichs Kul­tur und Ge­sell­schaft. We­ni­ge Ta­ge vor der Wahl in Mai­land war Ra­ma­dan in Ita­li­en, um die Kan­di­da­tur von Suma­ya Ab­del Qa­der zu unterstützen.

Der zwei­te fran­zö­sisch „Star” ist Da­lil Bou­bakeur, der Rek­tor der Gro­ßen Mo­schee von Pa­ris. Im Jahr 1989 recht­fer­tig­te Bou­bakeur die Ver­fol­gung von Sal­man Rush­die durch Aya­tol­lah Kho­mei­ni. Im Jahr 2002 sag­te er als Zeu­ge der An­kla­ge ge­gen den Schrift­stel­ler Mi­chel Hou­el­le­becq aus. Im Jahr 2006 ver­klag­te er Char­lie Heb­do vor Ge­richt, nach der Ver­öf­fent­li­chung der dä­ni­schen Mohammed-​Karikaturen. Im ver­gan­ge­nen Jahr ver­lang­te Bou­bakeur nach der Um­wand­lung von Kir­chen in Mo­sche­en und nach ei­ner „Ver­dop­pe­lung” der Zahl der Mo­sche­en in Frankreich.

In Gross­bri­tan­ni­en ver­tei­len Mainstream-​Muslim-​Organisationen „Is­la­mi­sche Ge­rech­tig­keit” durch über 85 Scharia-​Gerichte, die Mo­sche­en an­ge­schlos­sen sind. Schei­dung, Po­ly­ga­mie, Ehe­bruch und Ehe­frau­en­prü­gel sind nur ei­ni­ge der Recht­spre­chungs­an­ge­le­gen­hei­ten die­ser Ge­rich­te. In Deutsch­land kri­ti­sier­te Vi­ze­kanz­ler Sig­mar Ga­bri­el Saudi-​Arabien, in Eu­ro­pa is­la­mi­schen Ex­tre­mis­mus zu fi­nan­zie­ren. Es ist das glei­che Kö­nig­reich, das im ver­gan­ge­nen Jahr 200 neue Mo­sche­en in Deutsch­land zu bau­en an­ge­bo­ten hatte.

Ka­tar, mit sei­nem Al-​Dschasira-​TV-​Megaphon, ist auch sehr ak­tiv im Spon­so­ring des is­la­mi­schen Ra­di­ka­lis­mus der Mus­lim­bru­der­schaft in ganz Eu­ro­pa. Die ka­ta­ri­sche Kö­nigs­fa­mi­lie, zum Bei­spiel, spen­de­te im Jahr 2015 11 Mil­lio­nen Pfund an das Ox­ford St. An­tho­ny Col­le­ge, wo Ta­riq Ra­ma­dan lehrt. Ka­tar hat auch an­ge­kün­digt, dass es be­reit sei, 65 Mil­lio­nen Dol­lar in fran­zö­si­sche Vor­or­te zu ste­cken, die die Hei­mat sind für die gro­ße Mehr­heit der sechs Mil­lio­nen Mus­li­me Frankreichs.

Heu­te sind in Eu­ro­pa meh­re­re Sze­na­ri­en mög­lich, dar­un­ter das Schlimms­te. Un­ter ih­nen gibt es ei­nen Bür­ger­krieg , über den vie­le zu re­den be­gin­nen, dar­un­ter Pa­trick Cal­var, der Di­rek­tor des In­lands­ge­heim­diens­tes. Das ist es, was der is­la­mi­sche Staat sucht: Die Ent­fes­se­lung ei­ner blin­den Re­pres­si­on, so dass die mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rung So­li­da­ri­tät mit der re­vo­lu­tio­nä­ren Min­der­heit zeigt. Den­noch gibt es im­mer noch schlim­me­re mög­li­che Er­geb­nis­se: dass nichts pas­siert und wir wei­ter­ma­chen wie bisher.

Das En­de ist wich­ti­ger als die Mit­tel. Der is­la­mi­sche Staat hat das glei­che Ziel wie die meis­ten Mit­glie­der des so ge­nann­ten „ge­mä­ßig­ten Is­lam”: Herr­schaft un­ter der Scha­ria. Vie­le ver­meint­lich „ge­mä­ßig­te Mus­li­me”, auch wenn sie nicht sel­ber ge­walt­tä­tig sind, un­ter­stüt­zen sie still und lei­se. Sie un­ter­stüt­zen sie, in­dem sie sich nicht ge­gen sie aus­spre­chen. Wenn sie sich ge­gen sie aus­spre­chen, dann tun sie das in der Re­gel in co­dier­ten Be­grif­fen wie dass sie „ge­gen den Ter­ro­ris­mus” sei­en, oder dass ih­nen an den Ge­walt­ta­ten von Mus­li­men Sor­gen macht, dass es die Mög­lich­keit ei­nes „Back­lash” ge­gen sie gebe.

Ge­walt­tä­ti­ge Dschi­ha­dis­ten sind je­doch nicht das ein­zi­ge Mit­tel zur Trans­for­ma­ti­on Eu­ro­pas und sind viel­leicht so­gar kon­tra­pro­duk­tiv: Sie könn­ten die Völ­ker, die sie an­grei­fen, auf­we­cken. Wei­che­re und dis­kre­te­re Mit­tel wie so­zia­ler Druck und Pro­pa­gan­da sind so­gar noch be­droh­li­cher, und mög­li­cher­wei­se noch ef­fek­ti­ver: sie sind schwe­rer zu er­ken­nen, wie et­wa die Hin­nah­me des Wes­tens der dop­pel­ten Jus­tiz und Rechts­sys­te­me; Scharia-​Finanzierung (wenn es ein „Nazi-​Finanz-” Sys­tem ge­ge­ben hät­te, in dem al­le Fi­nanz­trans­ak­tio­nen der Stär­kung des Drit­ten Reichs ge­dient hät­ten, wel­che Aus­wir­kun­gen hät­te das auf den Zwei­ten Welt­krieg ge­habt ha­ben kön­nen?) und die Aus­brei­tung von Mo­sche­en und ex­tre­mis­ti­schen is­la­mi­schen Web­sites im Wes­ten. Zwar gibt es in der Tat vie­le ech­te „mo­de­ra­te Mus­li­me”, doch es gibt trotz­dem noch vie­le, die es nicht sind.

Für kon­ser­va­ti­ve Mus­li­me aber ist je­der Mus­lim, der nicht je­des Wort von Al­lah ak­zep­tiert – den ge­sam­ten Ko­ran – kein wah­rer Mus­lim, und sieht sich mög­li­cher An­kla­gen we­gen „Apost­asie” ge­gen­über, und die Stra­fe da­für ist der Tod. Laut ei­nem füh­ren­den sun­ni­ti­schen Theo­lo­gen, Yus­uf al-​Qaradawi, mit Sitz in Ka­tar: „Wenn sie [die Mus­li­me] die To­des­stra­fe für den Ab­fall vom Is­lam ab­ge­schafft hät­ten, dann wür­de der Is­lam heu­te nicht existieren.”

Des­halb hat die ver­stor­be­ne Schrift­stel­le­rin Oria­na Fal­la­ci ein­mal zum The New Yor­ker ge­sagt: „Ich ak­zep­tie­re die Ver­lo­gen­heit des so ge­nann­ten Mo­de­ra­ten Is­lam nicht”. Des­halb wer­den ech­te „mo­de­ra­te Mus­li­me” zum Schwei­gen ge­bracht oder ermordet.

Dies könn­te die ak­tu­el­le is­la­mi­sche Mainstream-​Mentalität zu­sam­men­fas­sen: „Lie­be Eu­ro­pä­er, denkt wei­ter über ei­ne kür­ze­re Ar­beits­wo­che, Vor­ru­he­stand, Ab­trei­bung auf Ver­lan­gen und Ehe­bruch am Nach­mit­tag nach. Mit Eu­ren Ge­set­zen, wer­den wir Euch er­obern. Mit un­se­ren Ge­set­zen wer­den wir Euch konvertieren.”

Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio, ist ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Autor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone Instituts.

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