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Die Wahr­heit zu sa­gen macht uns nicht zu Rechts­ex­tre­men

Mor­ton A. Klein, 31.3.2017, Algemeiner.com

Die Un­ter­zeich­nung der Os­lo­er Ver­trä­ge. Fo­to: Wi­ki Com­mons.

Wahr­heit ist kei­ne po­li­ti­sche Po­si­ti­on. Doch ei­ni­ge, die mit der zio­nis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on von Ame­ri­ka (ZOA) nicht ein­ver­stan­den sind, eti­ket­tie­ren uns und ähn­li­che Grup­pen als „rechts­aus­sen”, „ul­tra­rechts” oder so­gar „rechts­ex­trem”. Das Um-​sich-​werfen sol­cher Eti­ket­ten ver­mei­det ei­ne fai­re, be­grün­de­te und fak­ten­ba­sier­te De­bat­te über die­se The­men, und ist nur ein Ver­such, je­man­den zu de­le­gi­ti­mie­ren, dem die Ver­leum­der nicht zu­stim­men.

Es war nicht „rechts­aus­sen” oder „rech­ter Flü­gel” für die ZOA, vor­aus­zu­sa­gen, dass die Oslo-​Verträge zu mehr Ter­ro­ris­mus und nicht zum Frie­den füh­ren wür­den. War­um? Weil am glei­chen Tag, an dem die Ver­ein­ba­run­gen in Wa­shing­ton un­ter­zeich­net wur­den, Jas­sir Ara­fat die­se „Stufen”-Nachricht auf Ara­bisch ver­brei­te­te: „Da wir Is­ra­el nicht im Krieg be­sie­gen kön­nen, tun wir das in Stu­fen. Wir neh­men je­des Ter­ri­to­ri­um, das wir von Pa­läs­ti­na krie­gen kön­nen, schaf­fen dort Sou­ve­rä­ni­tät, und be­nut­zen es als Sprung­brett, um uns mehr zu neh­men. Wenn die Zeit kommt, kön­nen wir die ara­bi­schen Na­tio­nen da­zu brin­gen, uns beim letz­ten Schlag ge­gen Is­ra­el bei­zu­ste­hen.”

Ara­fat und spä­ter der Prä­si­dent der Pa­läs­ti­nen­si­schen Au­to­no­mie­be­hör­de (PA) Mahmoud Ab­bas hat kei­ne der von ih­nen un­ter­zeich­ne­ten Ver­ein­ba­run­gen im Rah­men der Os­lo­er Ver­trä­ge er­füllt. Ara­fat und Ab­bas ha­ben nie auf­ge­hört, zu Hass und Ge­walt ge­gen Ju­den an­zu­stif­ten, sie ha­ben kei­ne Ter­ror­grup­pen wie die Ha­mas ver­bo­ten, sie ha­ben kei­ne il­le­ga­len Waf­fen ein­ge­sam­melt. Statt­des­sen be­nann­te die PA Schu­len, Stra­ßen und Sport­teams nach Ju­den­mör­dern und ver­herr­lich­te Ter­ro­ris­ten mit Pla­ka­ten und Pa­ra­den. Die of­fi­zi­el­len Em­ble­me der PA, Brief­pa­pier, Schul­at­lan­ten, Kar­ten, Brief­mar­ken und Lehr­bü­cher zei­gen Is­ra­el als „Pa­läs­ti­na”. Die PA lehrt auch ih­re Kin­der, Mes­ser und Au­tos zu be­nut­zen, um Pa­läs­ti­na zu „be­frei­en” und be­zahlt Ter­ro­ris­ten da­für, Ju­den zu er­mor­den.

Ge­gen Os­lo zu sein war ei­ne ra­tio­na­le Mit­te­po­si­ti­on.

Eben­so war es nicht „rechts­ex­trem”, dem ein­sei­ti­gen Gaza- /​ Nord-​Samaria-​Rückzug zu wi­der­spre­chen, der herz­los 10.000 Ju­den aus ih­ren Häu­sern hol­te und sie ent­wur­zel­te. Der dru­si­sche Par­la­men­ta­ri­er Ay­oub Ka­ra warn­te rich­ti­ger­wei­se, dass die Ha­mas – de­ren Char­ta die Er­mor­dung al­ler Ju­den und die Zer­stö­rung Is­ra­els for­dert – Ga­za über­neh­men und es zu ei­ner Ba­sis für den An­griff auf Is­ra­el ma­chen wür­de. Die Eva­ku­ie­rung je­des Ju­den aus Ga­za oh­ne pa­läs­ti­nen­si­sche Zu­ge­ständ­nis­se schick­te ei­ne pro­vo­ka­ti­ve Bot­schaft is­rae­li­scher Schwä­che. Ge­gen den Gaza-​Rückzug zu sein, war ei­ne ra­tio­na­le Mit­te­po­si­ti­on. Ame­ri­ka­ner wa­ren im Ver­hält­nis 4:1 ge­gen den Rück­zug (63% ge­gen 16%, nach ei­ner Um­fra­ge von McLaugh­lin & As­so­cia­tes vom Ju­ni 2005). Ein na­tio­na­les Re­fe­ren­dum in Is­ra­el wi­der­sprach dem Rück­zug eben­falls im Ver­hält­nis 60% zu 40%.

Es ist auch nicht „rechts­ex­trem”, ge­gen die Tren­nung von Je­ru­sa­lem zu sein. Es ist ein My­thos, dass Je­ru­sa­lem dem Is­lam hei­lig ist. Das Wort „Je­ru­sa­lem” er­scheint nie­mals im Ko­ran; Doch Je­ru­sa­lem er­scheint 700mal in den hei­li­gen Bü­chern des Ju­den­tums. Als Jor­da­ni­en von 1948 bis 1967 das öst­li­che Je­ru­sa­lem be­setz­te, liess es zu, dass die Stadt ein Slum wird, und ge­währ­te den Ju­den kei­nen Zu­gang zu ih­ren hei­li­gen Stät­ten. Die Jor­da­ni­er zer­stör­ten 58 Syn­ago­gen im öst­li­chen Je­ru­sa­lem, und kein ara­bi­scher Füh­rer au­ßer Jor­dans Kö­nig Hus­sein hat je­mals Je­ru­sa­lem be­sucht.

Die Un­ter­stüt­zung des Rechts der Ju­den, in Ju­däa und Sa­ma­ria (der „West­bank”) zu le­ben, ist eben­falls ei­ne ra­tio­na­le und men­schen­recht­li­che Po­si­ti­on der Mit­te. Ju­däa und Sa­ma­ria ist die ur­alte, his­to­ri­sche und re­li­giö­se Hei­mat des jü­di­schen Vol­kes, in der das jü­di­sche Volk nach Völ­ker­recht zu le­ben be­rech­tigt ist. Wir hei­ßen „Ju­den”, weil wir aus Ju­däa sind. Wenn es ara­bi­sches Land ist, war­um ist „Pa­läs­ti­na” dann ein rö­mi­scher Na­me? Die PLO-​Charta von 1964 sag­te, dass die PLO „kei­ne ter­ri­to­ria­le Sou­ve­rä­ni­tät über die West­bank aus­übe”. Und 1988 gab Jor­da­ni­en al­le An­sprü­che an die West­bank auf.

Es ist auch nichts ex­tre­mes dar­an, ge­gen ei­nen Hamas- oder Fatah-​palästinensischen ara­bi­schen Staat zu sein. (Fa­tah ist die Re­gie­rungs­par­tei der PA und ist po­li­tisch auf der­sel­ben Li­nie wie die Ha­mas) Ein pa­läs­ti­nen­si­scher Staat wä­re ein be­waff­ne­ter ter­ro­ris­ti­scher Staat, der Is­ra­el be­droht, ähn­lich dem Hamas-​kontrollierten Ga­za. Nach der AP hat der Iran vor drei Jah­ren da­mit ge­prahlt, dass er be­reits be­gon­nen ha­be, die West­bank zu be­waff­nen, und dass ih­re Be­mü­hun­gen zu Is­ra­els Ver­nich­tung füh­ren wür­den.

Des­halb wer­den die An­sich­ten von ZOA weit ge­teilt.

In ei­ner Um­fra­ge des ame­ri­ka­ni­schen jü­di­schen Ko­mi­tees (AJC) vom Ok­to­ber 2016 stimm­ten 81% der ame­ri­ka­ni­schen Ju­den dar­in über­ein, dass das Ziel der Ara­ber nicht ist, Ter­ri­to­ri­um zu be­kom­men, „son­dern die Zer­stö­rung Is­ra­els.” Si­cher­lich sind all die­se Ju­den nicht „ex­trem” oder „rechts­aus­sen”. Die meis­ten von ih­nen stimm­ten für Hil­la­ry Clin­ton.

Die Rea­li­tät ist, dass die PA kei­nen Staat will, wenn es be­deu­tet, den jü­di­schen Staat zu ak­zep­tie­ren oder ir­gend­wel­che be­deu­ten­den Zu­ge­ständ­nis­se für den Frie­den zu ma­chen. Den pa­läs­ti­nen­si­schen Ara­bern wur­de 1937 ein Staat an­ge­bo­ten (Peel Com­mis­si­on); 1947 (UN-​Resolution 181); 2000 (An­ge­bot von Ehud Ba­rak); 2008 (An­ge­bot von Ehud Ol­mert) – und sie sag­ten je­des Mal nein. Sie ha­ben auch kei­nen Staat ge­grün­det, als die Ara­ber die West­bank, das öst­li­che Je­ru­sa­lem und den Ga­za­strei­fen von 1948 bis 1967 sel­ber kon­trol­lier­ten.

Wie Winston Chur­chill sag­te: „Du musst den Fak­ten in die Au­gen se­hen, denn die Fak­ten se­hen dich an.”

Die Po­si­tio­nen der ZOA und gleich­ge­sinn­ter Grup­pen ha­ben sich als schmerz­lich kor­rekt her­aus­ge­stellt. Es ist an der Zeit, da­mit auf­zu­hö­ren, un­se­re ra­tio­na­len Po­si­tio­nen der po­li­ti­schen Mit­te als „rechts­aus­sen” oder schlimm­mer zu ver­un­glimp­fen.

Mort Klein ist der na­tio­na­le Prä­si­dent der zio­nis­ti­schen Or­ga­ni­za­ti­on Ame­ri­kas.

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  1. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev

    […] Da­ni­el (Po­li­ti­sches aus der Schweiz): – Die Wahr­heit zu sa­gen macht uns nicht zu Rechts­ex­tre­men […]

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