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Lon­do­ni­stan: 423 neue Mo­sche­en; 500 ge­schlos­se­ne Kir­chen

Gi­ulio Meot­ti, 2.4.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • Bri­ti­sche Mul­ti­kul­tu­ra­lis­ten füt­tern den is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus. Mus­li­me müs­sen nicht zur Mehr­heit in Groß­bri­tan­ni­en wer­den; sie brau­chen nur all­mäh­lich die wich­tigs­ten Städ­te zu is­la­mi­sie­ren. Der Über­gang läuft be­reits.
  • Bri­ti­sche Per­sön­lich­kei­ten öff­nen die Tür zur Ein­füh­rung des is­la­mi­schen Scharia-​Gesetzes im­mer wei­ter. Ei­ner der füh­ren­den bri­ti­schen Rich­ter, Sir Ja­mes Mun­by, sag­te, dass das Chris­ten­tum die Ge­rich­te nicht mehr be­ein­flusst und dass die­se mul­ti­kul­tu­rell sein müs­sen, was is­la­mi­scher be­deu­tet. Ro­wan Wil­liams, der ehe­ma­li­ge Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry, und der Ober­rich­ter Lord Phil­lips schlu­gen auch vor, dass das eng­li­sche Ge­setz „Ele­men­te des Scharia-​Gesetzes” ein­be­zie­hen müs­se.
  • Bri­ti­sche Uni­ver­si­tä­ten för­dern eben­falls das is­la­mi­sche Recht. Die aka­de­mi­schen Leit­li­ni­en „Ex­ter­ne Red­ner in In­sti­tu­tio­nen der hö­he­ren Bil­dung” sor­gen da­für, dass „or­tho­do­xe re­li­giö­se Grup­pen” wäh­rend der Ver­an­stal­tun­gen Män­ner und Frau­en tren­nen kön­nen. An der Queen Ma­ry Uni­ver­si­tät von Lon­don muss­ten Frau­en ei­nen se­pa­ra­ten Ein­gang be­nut­zen und wur­den ge­zwun­gen, in ei­nem Raum zu sit­zen, oh­ne in der La­ge zu sein, Fra­gen zu stel­len oder ih­re Hän­de zu he­ben, ge­nau wie in Ri­ad oder Te­he­ran.

Tau­sen­de von Mus­li­men neh­men am 6. Ju­li 2016 an ei­nem öf­fent­li­chen Au­ßen­ge­bets­dienst in Bir­ming­ham, Eng­land teil. (Bild­quel­le: Rupt­ly Vi­deo Screen­shot)

„Lon­don ist is­la­mi­scher als vie­le mus­li­mi­sche Län­der zu­sam­men”, so Mau­la­na Sy­ed Ra­za Riz­vi, ei­ner der is­la­mi­schen Pre­di­ger, die jetzt „Lon­do­ni­stan” füh­ren, wie die Jour­na­lis­tin Me­la­nie Phil­lips die eng­li­sche Haupt­stadt ge­nannt hat. Nein, Riz­vi ist kein Rechts­ex­tre­mist. Wo­le Soy­in­ka, ein No­bel­preis­trä­ger für Li­te­ra­tur, war we­ni­ger groß­zü­gig; Er nann­te Gross­bri­tan­ni­en „ei­ne Jau­che­gru­be für Is­la­mis­ten”.

„Ter­ro­ris­ten kön­nen den Lon­do­ner Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus nicht aus­ste­hen”, sag­te der Lon­do­ner Bür­ger­meis­ter Sa­diq Khan nach dem jüngs­ten töd­li­chen Ter­ror­an­griff in West­mins­ter. Das Ge­gen­teil ist wahr: Bri­ti­sche Mul­ti­kul­tu­ra­lis­ten füt­tern den is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus. Vor al­lem ist Lon­do­ni­stan mit sei­nen neu­en 423 Mo­sche­en auf den trau­ri­gen Rui­nen des eng­li­schen Chris­ten­tums ge­baut.

Die Hyatt United Church wur­de von der ägyp­ti­schen Ge­mein­de ge­kauft, um sie in ei­ne Mo­schee um­zu­wan­deln. Die St. Peter’s Church ist in die Madina-​Moschee um­ge­wan­delt wor­den. Die Brick La­ne Mo­schee wur­de auf ei­ner ehe­ma­li­gen me­tho­dis­ti­schen Kir­che ge­baut. Nicht nur Ge­bäu­de sind um­ge­wan­delt, son­dern auch Men­schen. Die Zahl der Kon­ver­ti­ten zum Is­lam hat sich ver­dop­pelt; Oft um­ar­men sie den ra­di­ka­len Is­lam, wie Kha­lid Ma­so­od, der Ter­ro­rist, der West­mins­ter ge­trof­fen hat.

Die Dai­ly Mail ver­öf­fent­lich­te Fo­to­gra­fi­en ei­ner Kir­che und ei­ner Mo­schee ein paar Me­ter von­ein­an­der ent­fernt im Her­zen von Lon­don. In der Kir­che von San Gior­gio, ge­baut für 1.230 Be­ten­de, ver­sam­mel­ten sich ge­ra­de mal 12 Leu­te, um die Mes­se zu fei­ern. In der Kir­che von San­ta Ma­ria wa­ren es 20.

Die na­he ge­le­ge­ne Bru­ne Street Es­ta­te Mo­schee hat ein an­de­res Pro­blem: Über­fül­lung. Sein klei­ner In­nen­raum kann nur 100 auf­neh­men. Am Frei­tag müs­sen sich die Gläu­bi­gen auf die Stra­ße er­gie­ßen, um zu be­ten. An­ge­sichts der ak­tu­el­len Trends wird das Chris­ten­tum in Eng­land zum Re­likt, wäh­rend der Is­lam die Re­li­gi­on der Zu­kunft sein wird.

In Bir­ming­ham, der zweit­größ­ten bri­ti­schen Stadt, wo vie­le Dschi­ha­dis­ten le­ben und ih­re An­grif­fe or­ches­trie­ren, do­mi­niert ein is­la­mi­sches Mi­na­rett den Him­mel. Es gibt Pe­ti­tio­nen, um bri­ti­schen Mo­sche­en zu er­lau­ben, die is­la­mi­schen Gläu­bi­gen drei­mal am Tag per Laut­sprech­der zum Ge­bet zu ru­fen.

Es wird ge­schätzt, dass bis 2020 die Zahl der Mus­li­me, die Ge­be­te be­su­chen, min­des­tens 683.000 er­rei­chen wird, wäh­rend die Zahl der Chris­ten, die an der wö­chent­li­chen Mes­se teil­neh­men, auf 679.000 fal­len wird. „Die neue Kul­tur­land­schaft der eng­li­schen Städ­te ist an­ge­kom­men, die ho­mo­ge­ni­sier­te, christ­li­che Land­schaft der Staats­re­li­gi­on ist im Rück­zug”, sag­te Ce­ri Peach von der Uni­ver­si­tät Ox­ford. Wäh­rend fast die Hälf­te der bri­ti­schen Mus­li­me un­ter 25 Jah­re alt ist, sind ein Vier­tel der Chris­ten über 65 Jah­re alt. „In wei­te­ren 20 Jah­ren wird es mehr ak­ti­ve Mus­li­me ge­ben als Kirch­gän­ger”, sag­te Keith Por­teous Wood, Di­rek­tor der na­tio­na­len sä­ku­la­ren Ge­sell­schaft.

Seit 2001 wur­den 500 Lon­do­ner Kir­chen al­ler Kon­fes­sio­nen in Pri­vat­häu­ser um­ge­wan­delt. Im sel­ben Zeit­raum ha­ben bri­ti­sche Mo­sche­en ge­wu­chert. Zwi­schen 2012 und 2014 fiel der An­teil der Bri­ten, die sich als An­gli­ka­ner iden­ti­fi­zie­ren, von 21% auf 17%, ein Rück­gang von 1,7 Mil­lio­nen Men­schen, wäh­rend nach ei­ner Um­fra­ge des an­ge­se­he­nen NatCen So­ci­al Re­se­arch In­sti­tu­te die Zahl der Mus­li­me um fast ei­ne Mil­li­on ge­wach­sen ist. Die Kirch­gän­ger sind mit ei­ner Ge­schwin­dig­keit zu­rück­ge­gan­gen, dass in­ner­halb ei­ner Ge­ne­ra­ti­on ih­re Zahl drei­mal nied­ri­ger sein wird als die der Mus­li­me, die am Frei­tag re­gel­mä­ßig zur Mo­schee ge­hen.

De­mo­gra­phisch hat Groß­bri­tan­ni­en in zu­neh­men­dem Ma­ße ein is­la­mi­sches Ge­sicht er­hal­ten, an Or­ten wie Bir­ming­ham, Brad­ford, Der­by, Dews­bu­ry, Leeds, Lei­ces­ter, Li­ver­pool, Lu­ton, Man­ches­ter, Shef­field, Walt­ham Fo­rest und Tower Ham­lets. Im Jahr 2015 zeig­te ei­ne Ana­ly­se der häu­figs­ten Na­men in Eng­land, dass es Mo­ham­med war, ein­schließ­lich der Recht­schreib­va­ria­tio­nen wie Mu­ham­mad und Mo­ham­mad.

Die wich­tigs­ten Städ­te ha­ben gro­ße mus­li­mi­sche Be­völ­ke­rungs­grup­pen: Man­ches­ter (15,8%), Bir­ming­ham (21,8%) und Brad­ford (24,7%). In Bir­ming­ham hat die Po­li­zei ge­ra­de ei­ne ter­ro­ris­ti­sche Zel­le de­mon­tiert; es gibt auch ei­ne grö­ße­re Wahr­schein­lich­keit, dass ein Kind in ei­ne mus­li­mi­sche Fa­mi­lie ge­bo­ren wird als in ei­ne christ­li­che. In Brad­ford und Lei­ces­ter sind die Hälf­te der Kin­der Mus­li­me. Mus­li­me brau­chen nicht die Mehr­heit in Groß­bri­tan­ni­en zu wer­den; sie brau­chen nur all­mäh­lich die wich­tigs­ten Städ­te zu is­la­mi­sie­ren. Der Über­gang läuft be­reits. „Lon­do­ni­stan” ist kein Alb­traum ei­ner mus­li­mi­schen Mehr­heit; Es ist ein kul­tu­rel­ler, de­mo­gra­phi­scher und re­li­giö­ser Hy­brid, in dem das Chris­ten­tum sich zu­rück­zieht und der Is­lam vor­rückt.

Laut In­nes Bo­wen, der im The Spec­ta­tor schreibt, fol­gen nur zwei der 1.700 Mo­sche­en in Groß­bri­tan­ni­en heu­te der mo­der­nis­ti­schen In­ter­pre­ta­ti­on des Is­lam, ver­gli­chen mit 56% in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Die Wah­ha­bis kon­trol­lie­ren sechs Pro­zent der Mo­sche­en in Groß­bri­tan­ni­en, wäh­rend die fun­da­men­ta­lis­ti­schen Deo­ban­di bis zu 45% kon­trol­lie­ren. Laut ei­ner Um­fra­ge des Know­ledge Cen­ter fühlt sich ein Drit­tel der bri­ti­schen Mus­li­me nicht als „Teil der bri­ti­schen Kul­tur”.

Lon­don ist auch vol­ler Scharia-​Gerichte. Es gibt of­fi­zi­ell 100 da­von. Das Auf­kom­men die­ses par­al­le­len Jus­tiz­sys­tems ist dank des bri­ti­schen Schieds­ge­richt­bar­keits­ge­set­zes und des Sys­tems der al­ter­na­ti­ven Streit­bei­le­gung mög­lich ge­wor­den. Die­se neu­en Ge­rich­te be­ru­hen auf der Ab­leh­nung der Un­an­tast­bar­keit der Men­schen­rech­te: die Wer­te von Frei­heit und Gleich­heit, die die Grund­la­ge des eng­li­schen Com­mon Law bil­den.

Bri­ti­sche Per­sön­lich­kei­ten öff­nen wei­ter die Tür zur Ein­füh­rung der Scha­ria. Ei­ner der bri­ti­schen füh­ren­den Rich­ter, Sir Ja­mes Mun­by, sag­te, dass das Chris­ten­tum nicht mehr die Ge­rich­te be­ein­flusst und die­se müss­ten mul­ti­kul­tu­rell sein – was is­la­mi­scher be­deu­tet. Ro­wan Wil­liams, der ehe­ma­li­ge Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry, und Ober­rich­ter Lord Phil­lips schlu­gen auch vor, dass das bri­ti­sche Ge­setz „Ele­men­te des Scharia-​Gesetzes” ein­be­zie­hen soll­te. Das bri­ti­sche kul­tu­rel­le Es­ta­blish­ment ka­pi­tu­liert ra­sant vor den is­la­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­ten und ak­zep­tiert ih­re For­de­run­gen.

Bri­ti­sche Uni­ver­si­tä­ten för­dern eben­falls das is­la­mi­sche Recht. Die of­fi­zi­el­len aka­de­mi­schen Leit­li­ni­en „Ex­ter­ne Red­ner in In­sti­tu­tio­nen der hö­he­ren Bil­dung”, ver­öf­fent­licht von Uni­ver­si­tä­ten Gross­bri­tan­ni­ens, sor­gen da­für, dass „or­tho­do­xe re­li­giö­se Grup­pen” Män­ner und Frau­en wäh­rend ih­rer An­läs­se tren­nen kön­nen. An der Queen Ma­ry Uni­ver­si­ty of Lon­don muss­ten Frau­en ei­nen se­pa­ra­ten Ein­gang be­nut­zen und wur­den ge­zwun­gen, in ei­nem Raum zu sit­zen, oh­ne in der La­ge zu sein, Fra­gen stel­len oder ih­re Hän­de he­ben zu kön­nen – wie in Ri­ad oder Te­he­ran. Die is­la­mi­sche Ge­sell­schaft an der Lon­don School of Eco­no­mics hielt ei­ne Ga­la, in der Frau­en und Män­ner durch ein Sieben-​Meter-​Panel ge­trennt wa­ren.

Nach dem An­griff auf die fran­zö­si­sche sa­ti­ri­sche Zeit­schrift Char­lie Heb­do emp­fahl der Chef von MI6, Sir John Sa­wers, die Selbst­zen­sur und „ge­wis­se Zu­rück­hal­tung” bei der Dis­kus­si­on über den Is­lam. Der bri­ti­sche Bot­schaf­ter in Sau­di Ara­bi­en, Si­mon Col­lis, kon­ver­tier­te zum Is­lam und voll­ende­te die Pil­ger­fahrt nach Mek­ka, den ha­jj. Er nennt sich jetzt Ha­ji Col­lis.

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Gi­ulio Meot­ti, Kul­tur­re­dak­tor für Il Fo­glio, ist ita­lie­ni­scher Jour­na­list und Au­tor.


Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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