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Der Aus­ver­kauf von Pfings­ten an den Is­lam

Ge­ert Wil­ders, 2.7.2017, Gatestone In­sti­tu­te

  • Die Nie­der­län­der ha­ben seit 1815 of­fi­zi­ell den Pfingst­fei­er­tag ge­habt, aber die Kir­che will ihn durch ei­nen of­fi­zi­el­len Fei­er­tag an Eid-​al-​Fitr er­set­zen, der Tag, der das En­de des is­la­mi­schen hei­li­gen Mo­nats Ra­ma­dan mar­kiert.
  • Wir sind zu to­le­rant ge­gen­über In­to­le­ranz. Wir den­ken, dass wir da­durch, dass wir den Fein­den der Frei­heit Frei­heit ge­wäh­ren, der Welt be­wei­sen, dass wir für die Frei­heit ein­ste­hen. Aber in Wirk­lich­keit, in­dem wir uns wei­gern, un­se­rer To­le­ranz Gren­zen zu set­zen, ge­ben wir un­se­re Frei­heit aus den Hän­den.
  • Wenn wir die freie und to­le­ran­te Ge­sell­schaft blei­ben wol­len, die wir frü­her wa­ren, müs­sen wir er­ken­nen, dass der Wes­ten ei­ne kon­kre­te Iden­ti­tät hat. Un­se­re Iden­ti­tät ist nicht is­la­misch, son­dern ba­siert auf Ju­den­tum, Chris­ten­tum und Hu­ma­nis­mus. Un­se­re Frei­hei­ten er­ge­ben sich aus die­ser Iden­ti­tät.

Am nächs­ten Sonn­tag fei­ern die Chris­ten das Pfingst­fest. Ei­ne evan­ge­li­sche Kir­che in den Nie­der­lan­den nutzt die Ge­le­gen­heit, die Ab­schaf­fung des öf­fent­li­chen Fei­er­tags für den zwei­ten Pfingst­tag vor­zu­schla­gen. Die Nie­der­län­der ha­ben die­sen Fei­er­tag seit 1815 of­fi­zi­ell ge­nos­sen, doch die Kir­che will ihn durch ei­nen of­fi­zi­el­len Fei­er­tag an Eid-​al-​Fitr er­set­zen, der Tag, der das En­de des is­la­mi­schen hei­li­gen Mo­nats Ra­ma­dan mar­kiert.

Mit ih­rem Vor­schlag, sagt die christ­li­che Grup­pe, will sie „der Viel­falt der Re­li­gio­nen ge­recht wer­den”. Das ist po­li­tisch kor­rek­tes Ge­wäsch. Beim Durch­blät­tern der heu­ti­gen Zei­tun­gen kann ich aber ver­ste­hen, war­um vie­le Nie­der­län­der in fest­li­cher Stim­mung sind, so­bald der Ra­ma­dan vor­bei ist! In die­sen Ta­gen sind die Schlag­zei­len vol­ler Vor­fäl­le, die De Te­le­graaf, die füh­ren­de Zei­tung in den Nie­der­lan­den, als Ra­ma­dan rel­len (Ra­ma­dan Aus­schrei­tun­gen) be­schreibt.

An­ge­nom­men, die Chris­ten wür­den auf jähr­li­cher Ba­sis nach dem Ver­las­sen der Kir­che an Pfings­ten zu ran­da­lie­ren be­gin­nen, Ei­gen­tum zer­stö­ren, Brand­stif­tun­gen be­ge­hen, die Po­li­zei an­grei­fen und die Fens­ter der Nach­barn mit Stei­nen ein­schmeis­sen. An­ge­nom­men, die Po­li­zei wür­de sich ver­pflich­tet füh­len, die christ­li­che Fas­ten­zeit im Ka­len­der als Ta­ge er­höh­ter Span­nun­gen zu mar­kie­ren. Wür­den wir uns nicht zu fra­gen be­gin­nen, was da am Chris­ten­tum falsch ist?

Oder an­ge­nom­men, jü­di­sche Ban­den wür­den an Yom-​Kippur gan­ze Stadt­tei­le ter­ro­ri­sie­ren. Wür­den wir uns nicht fra­gen, was ih­nen wohl in ih­ren Syn­ago­gen ge­lehrt wird? Oder wür­den wir es ein­fach ak­zep­tie­ren, es so­gar fei­ern als In­di­ka­to­ren der kul­tu­rel­len „Viel­falt” un­se­rer Ge­sell­schaft?

Ich schrei­be die­se Zei­len in mei­nem Bü­ro im nie­der­län­di­schen Par­la­ment in Den Haag, kaum ein paar Mi­nu­ten von dem Haus ent­fernt, wo der gro­ße hol­län­di­sche und jü­di­sche Phi­lo­soph Ba­ruch Spi­no­za aus dem 17. Jahr­hun­dert leb­te und starb. Spi­no­za gab der Welt ei­ne Phi­lo­so­phie der To­le­ranz und Frei­heit.

Was wir je­doch nie­mals tun soll­ten, ist, to­le­rant zu sein ge­gen­über In­to­le­ranz. Denn wenn To­le­ranz zur Schlan­ge wird, die ih­ren ei­ge­nen Schwanz ver­schlingt, wird es bald kei­ne Frei­heit mehr ge­ben und die In­to­le­ranz wird die Welt re­gie­ren. In der Tat sind wir fast da. Drei­ein­halb Jahr­hun­der­te nach Spi­no­za, in der Stadt, wo er leb­te, schrei­be ich die­se Zei­len in ei­nem schwer ge­schütz­ten Be­reich des Par­la­ments­ge­bäu­des. Die Fens­ter sind mil­chig, die Tü­ren sind ge­pan­zert, und drau­ßen ste­hen Po­li­zis­ten. Sie sind da, um mich ge­gen die In­to­le­ranz zu schüt­zen, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten in un­ser Land ein­ge­tre­ten ist – ei­ne In­to­le­ranz, die we­der christ­lich noch jü­disch oder welt­lich ist, son­dern is­la­misch. Ich bin kein Ex­tre­mist, wenn ich das sa­ge. Ich sa­ge die Wahr­heit. Und das ist mei­ne Pflicht.

Denn hier ist die Krux der Sa­che: Wenn wir die freie und to­le­ran­te Ge­sell­schaft blei­ben wol­len, die wir frü­her wa­ren, müs­sen wir er­ken­nen, dass der Wes­ten ei­ne kon­kre­te Iden­ti­tät hat. Un­se­re Iden­ti­tät ist nicht is­la­misch, son­dern ba­siert auf Ju­den­tum, Chris­ten­tum und Hu­ma­nis­mus. Un­se­re Frei­hei­ten er­ge­ben sich aus die­ser Iden­ti­tät. In­dem wir den Is­lam der Mit­tel be­rau­ben, un­se­re Iden­ti­tät zu zer­stö­ren, ver­let­zen wir nicht die Frei­heit; Wir be­wah­ren un­se­re Iden­ti­tät und ga­ran­tie­ren Frei­heit.

Die schreck­li­che Si­tua­ti­on, in der wir uns heu­te be­fin­den, wird durch un­se­re To­le­ranz des Bö­sen ver­ur­sacht. Wir sind zu to­le­rant ge­gen­über In­to­le­ranz, wir sind zu to­le­rant ge­gen­über dem Is­lam. Wir den­ken, in­dem wir den Fein­den der Fei­heit Frei­heit ge­wäh­ren, dass wir der Welt be­wei­sen, dass wir für die Frei­heit ein­ste­hen. Aber in Wirk­lich­keit, in­dem wir uns wei­gern, un­se­rer To­le­ranz Gren­zen zu set­zen, ge­ben wir un­se­re Frei­heit aus den Hän­den.

Wir le­ben in ei­ner Zeit, in der die Men­schen die Idee von Rech­ten mö­gen, so­lan­ge sie kei­nen Preis da­für zah­len müs­sen. Die po­li­ti­schen und me­dia­len Eli­ten sind al­le für das Aus­spre­chen der Wahr­heit, so­lan­ge die „Wahr­heit” ein Kli­schee ist. Doch wenn Pflicht und Eh­re ih­nen ge­bie­ten, sich vor die Ge­schich­te zu stel­len und „Stop” zu schrei­en, dann flie­hen sie. Und je­ne, die ih­re Pflicht tun, wer­den als Ex­tre­mis­ten be­schimpft, vor Ge­richt ge­zerrt, zum Schwei­gen ge­bracht.

Et­was frü­her heu­te ha­be ich ge­lernt, dass der nie­der­län­di­sche Staats­an­walt in Den Haag ei­ne Re­de un­ter­sucht, die ich vor zwei Jah­ren in Wien ge­hal­ten ha­be. Er tut dies auf An­trag sei­nes Kol­le­gen, des Staats­an­wal­tes in Wien, der mich der Ver­het­zung be­schul­digt. Letz­te­res ist in Ös­ter­reich ei­ne Straf­tat und ist ver­gleich­bar mit Auf­wie­ge­lung.

Ich fin­de das wirk­lich un­fass­bar. Las­sen Sie sie Ban­di­ten und Ter­ro­ris­ten ja­gen, statt ei­nen Po­li­ti­ker zu ver­fol­gen, der über den Is­lam spricht. Es ist ei­ne Schan­de, dass dies in der Stadt Spi­no­zas ge­schieht, der nicht nur ein gro­ßer Ver­tei­di­ger der To­le­ranz, son­dern auch der Frei­heit des Den­kens und der Re­de war. Spi­no­zas Ge­sicht pfleg­te ei­ne un­se­rer Bank­no­ten zu schmü­cken, als wir noch un­se­re ei­ge­ne Wäh­rung hat­ten. Scha­de, dass dies heu­te nicht mehr der Fall ist.

Un­glaub­lich auch, weil es das drit­te Mal in­ner­halb we­ni­ger Jah­re wä­re, dass ich vor Ge­richt ge­bracht wer­den wür­de, weil ich Din­ge ge­sagt ha­be, die die Eli­ten nicht hö­ren wol­len. Es ist ein ju­ris­ti­scher Dschi­had. Wäh­rend die Eli­ten für die exis­ten­zi­el­le Kri­se ver­ant­wort­lich sind, in der wir uns der­zeit be­fin­den. Mit ih­rer Po­li­tik der of­fe­nen Gren­zen und ei­ner bei­spiel­lo­sen Lie­be zum Is­lam und ih­rem kul­tu­rel­len Re­la­ti­vis­mus sor­gen sie für un­se­ren völ­li­gen Aus­ver­kauf und set­zen un­se­re Frei­heit und Si­cher­heit aufs Spiel. Sie ha­ben das Er­be von Spi­no­za auf­ge­ge­ben und den To­ta­li­ta­ris­mus des Mo­ham­me­da­nis­mus in un­se­re Na­tio­nen ein­ge­führt. Ich sa­ge: nicht län­ger. Es ist Zeit, un­se­re Pflicht zu tun und un­se­re Frei­heit und die Frei­heit un­se­rer Kin­der zu ver­tei­di­gen.

Der Par­la­men­ta­ri­er Ge­ert Wil­ders ist Füh­rer der Par­tei für die Frei­heit (PVV) in den Nie­der­lan­den.

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Erst­ver­öf­fent­li­chung hier. Re­pro­duk­ti­on mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Gatestone In­sti­tuts.

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